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Fuchsbandwurm: Haustiere sind häufig Überträger

Fuchsbandwurm  

Können Hunde den Fuchsbandwurm übertragen?

17.06.2010, 10:44 Uhr | ag

Fuchsbandwurm: Haustiere sind häufig Überträger. Beim Schmusen mit Hunden können Larven vom Fuchsbandwurm übertragen werden. (Foto: imago)

Beim Schmusen mit Hunden können Larven vom Fuchsbandwurm übertragen werden. (Foto: imago)

Das Risiko, dass über Heidelbeeren und andere Waldfrüchte der Fuchsbandwurm übertragen wird, schätzen Experten aufgrund neuerer Studien als sehr gering ein. Infektionsgefahr besteht dagegen durch Haustiere - vor allem dann, wenn sie Mäuse fressen. "Der Hund ist ein guter Wirt für den Fuchsbandwurm, deshalb müssen Hunde alle drei Monate entwurmt werden“, erklärt Professor Peter Kern vom Universitätsklinikum Ulm gegenüber dem Fachblatt "MMW - Fortschritte der Medizin". Hier erhalten Sie weitere Tipps, wie Sie sich vor dem Fuchsbandwurm schützen.

Beim Schmusen wechselt der Parasit den Wirt

Zwar sind die offiziellen Fallzahlen in Deutschland mit 15 bis 31 Infektionen pro Jahr eher gering. Doch werden nicht alle Fälle gemeldet. In einer Studie des Robert-Koch-Instituts in Berlin kommen die Experten zu dem Schluss, dass es jährlich tatsächlich etwa dreimal so viele Infektionen gibt. Basis für diese Schätzung ist unter anderem ein Patientenregister, das in der Abteilung für Infektiologie am Universitätsklinikum Ulm geführt wird. Kommt ein infizierter Hund über ein Beutetier - meist eine Maus oder Ratte - in Kontakt mit dem Fuchsbandwurm, besiedelt dieser den Darm des Haustieres. Die Eier des Wurmes werden mit dem Stuhl ausgeschieden. Schnüffelt das Tier dann an seinem Kot, bleiben die Wurmeier am Fell haften und gelangen über Körperkontakt zum Menschen. 

Katzen übertragen seltener den Fuchsbandwurm

Auch Katzen können den Fuchsbandwurm auf den Menschen übertragen, wenn auch nicht so leicht wie Hunde. Professor Kern weiß die Erklärung dafür: "Der Fuchsbandwurm geht im Katzendarm schlecht an." Die vielfach vertretene These, dass Landwirte zur besonders gefährdeten Gruppe gehören, weil sie bei der Feldarbeit mit dem aufgewirbelten Staub auch Fuchsbandwurmeier einatmeten, sieht der Experte skeptisch. "Zu einem Bauernhof gehört in der Regel auch ein Hund“, sagt er - und damit schließt sich für ihn der Kreis. Noch gibt es viele Unklarheiten, sowohl zum Übertragungsweg als auch zur für den Menschen gefährlichen Dosis. Auch genetische Faktoren werden diskutiert. Sicher scheint: Die Betroffenen müssen über einen längeren Zeitraum immer wieder mit den Eiern des Fuchsbandwurms in Kontakt kommen, damit die Krankheit tatsächlich ausbricht.

Inkubationszeit beim Menschen beträgt bis zu 15 Jahre

Kommt ein Mensch in Kontakt mit dem Parasiten, kann er an Echinokokkose erkranken. Die Larven des Parasiten breiten sich dann in der Leber aus. Wird die Infektion nicht frühzeitig erkannt und behandelt, kann sie nicht ausheilen, sondern wird chronisch und muss gegebenenfalls sogar mit einer Chemotherapie behandelt werden. Eine lebenslange Medikamenteneinnahme ist dann die Folge. Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Infektion bis zum Auftreten erster Symptome, kann beim Menschen zehn bis 15 Jahre dauern. Beim Hund oder der Katze dauert es einige Wochen, bis der Wurmbefall nachgewiesen werden kann. Die Haustiere erkranken selbst nicht an dem Fuchsbandwurm.

Vier Wurmkuren pro Jahr sind sinnvoll

Von den vielen verschiedenen Wurmarten des Hundes oder der Katze sind nicht alle für den Menschen gefährlich. Um sie im Haushalt zu vermeiden, sollten Hund und Katze aber regelmäßig entwurmt werden. Studien haben gezeigt, dass die in Deutschland übliche ein- bis zweimalige Entwurmung in den meisten Fällen nicht ausreicht. Die europäische, veterinärparasitologische Organisation ESCCAP rät daher zu einer häufigeren Entwurmung und regelmäßigen Stuhlkontrolle der Haustiere. Tierärzte empfehlen mindestens vier Wurmkuren pro Jahr. Für Katzen gibt es zur Bekämpfung von Würmern ein Spot-on-Präparat, das leicht anzuwenden ist. Hunde erhalten ihre Wurmkur meist in Form von Tabletten, die ihnen gut schmecken. Eine Einmalgabe reicht aus. Die Entwurmung ist in der Regel einfach und stressfrei für Tier und Mensch.

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