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Muttertag: So ist der Tag wirklich entstanden

Von t-online, sah

Aktualisiert am 08.05.2022Lesedauer: 4 Min.
Muttertag: Floristen haben den Ehrentag in den 1920er-Jahren hierzulande begr├╝ndet, sein Ursprung liegt aber woanders.
Muttertag: Floristen haben den Ehrentag in den 1920er-Jahren hierzulande begr├╝ndet, sein Ursprung liegt aber woanders. (Quelle: Mascha Brichta/dpa-bilder)
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Jedes Jahr am zweiten Sonntag im Mai ist Muttertag. Doch ein Ger├╝cht h├Ąlt sich dabei hartn├Ąckig: Haben die Nationalsozialisten den Muttertag erfunden?

Das Wichtigste im ├ťberblick


Der Muttertag, dessen Wurzeln weit in die Geschichte zur├╝ckreichen, hat sich in den 1920er-Jahren hierzulande etabliert. Einige denken allerdings immer noch, dass er eine Erfindung der Nationalsozialisten sei.


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Die Nazis erkl├Ąrten den Tag zwar zum offiziellen Feiertag und missbrauchten ihn zu Propagandazwecken. Erfunden haben sie ihn aber keineswegs.

Verehrung m├╝tterlicher Tugenden schon in der Antike

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Die Verehrung m├╝tterlicher Tugenden geht bis in die Antike zur├╝ck. Bei ihren Fr├╝hlingsfesten huldigten die alten Griechen zum Beispiel Rhea, der G├Âttin der Erde und der Fruchtbarkeit.

Britische Historiker berichten vom "Mothering Day", dessen Tradition, zun├Ąchst "Mutter Kirche" gewidmet, im Mittelalter begann. Sp├Ąter durften an diesem Tag im Fr├╝hling vor allem Kinder im Dienste wohlhabender Familien zu ihren M├╝ttern zur├╝ckkehren. Als kleines Geschenk brachten sie ihnen unterwegs gepfl├╝ckte Blumen mit.

Ursprung: So ist der Muttertag wirklich entstanden

Seinen Ursprung hat der Muttertag in seiner modernen Form allerdings in den USA, wo die Dichterin und Frauenrechtlerin Julia Ward Howe 1870 angesichts von Krieg und Sklaverei einen "Muttertag des Friedens" forderte ÔÇô eine Idee, die Jahrzehnte sp├Ąter die Feministin Anna Marie Jarvis wieder aufnahm. Um ihre zwei Jahre zuvor verstorbene Mutter Ann Maria Reeves Jarvis zu ehren und auf Probleme von Frauen aufmerksam zu machen, forderte sie 1907 einen Festtag f├╝r alle M├╝tter.

Auf ihr Dr├Ąngen wurde im darauffolgenden Jahr erstmals allen M├╝ttern eine Andacht gewidmet. Zudem lie├č Jarvis 500 wei├če Nelken im Gedenken an ihre verstorbene Mutter vor der ├Ârtlichen Kirche an andere M├╝tter austeilen. Ann Maria Reeves Jarvis, die Mutter von Anna Jarvis hatte schon 1865 versucht, eine M├╝tterbewegung namens "Mother's Friendship Day" zu gr├╝nden. Doch erst ihre Tochter schaffte es, einen "Tag der Mutter" als anerkannten Feiertag durchzusetzen, der in den USA erstmals 1914 offiziell gefeiert wurde.

Kommerzialisierung des Muttertags

Nachdem die Engl├Ąnder den Muttertag von den Amerikanern ├╝bernommen hatten, wurde dieser 1917 auch in der Schweiz eingef├╝hrt. Es folgten 1918 Norwegen, 1919 Schweden, 1923 Deutschland und 1924 ├ľsterreich. Im Laufe der Zeit wurde der Muttertag stark kommerzialisiert. Im Vordergrund standen nicht mehr der urspr├╝ngliche Gedanke des Feiertags, sondern vielmehr die Muttertagsgeschenke. Besonders die Floristen unterst├╝tzten den Konsumgedanken und warben f├╝r den Kauf von Blumen zum Muttertag.

Anna Jarvis war dar├╝ber so ver├Ąrgert, dass sie und ihre Schwester ihre Familienerbschaft aufwendeten, um sich nun gegen den Feiertag stark zu machen. Kurz vor ihrem Tod im Jahr 1948 gab sie noch einmal ein Interview und erz├Ąhlte einem Reporter, dass sie bedauere, den Tag ins Leben gerufen zu haben.

1923: Erster Muttertag in Deutschland

In Deutschland gab es den ersten Muttertag am 13. Mai 1923 ÔÇô initiiert aus rein kommerziellen Interessen vom "Verband Deutscher Blumengesch├Ąftsinhaber". Noch heute freuen sich Floristen am Muttertag ├╝ber einen der umsatzst├Ąrksten Tage im Jahr.

Blumen: Sie sind ein beliebtes Geschenk zum Muttertag.
Blumen: Sie sind ein beliebtes Geschenk zum Muttertag. (Quelle: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-tmn)

Muttertag und Nationalsozialisten

Die Nationalsozialisten erkl├Ąrten den Tag 1934 schlie├člich zum nationalen Fest, stellten ihn in den Dienst ihrer Propaganda und reduzierten die Rolle der Frau auf ihre Geb├Ąrf├Ąhigkeit. "Mit jedem Kind, das die Frau der Nation zur Welt bringt, k├Ąmpft sie ihren Kampf f├╝r die Nation", betonte Adolf Hitler.

Am Muttertag 1939 etwa wurde drei Millionen Frauen das "Ehrenkreuz der deutschen Mutter" verliehen ÔÇô eine Medaille f├╝r besondere Geb├Ąrleistungen. Ab dem vierten Kind gab es die Auszeichnung in Bronze, ab dem sechsten in Silber, f├╝r acht und mehr Kinder die Variante in Gold.

Kein Muttertag in der DDR

In der DDR gab es keinen Muttertag. An seiner Stelle wurde der Internationale Frauentag eingef├╝hrt, der am 8. M├Ąrz gefeiert wurde. Auch alle anderen Ostblockstaaten ignorierten den Muttertag. Erst seit der Wiedervereinigung wird wieder in ganz Deutschland einheitlich der Muttertag begangen.

Allerdings ist der Gedenktag nicht gesetzlich auf einen bestimmten Tag datiert. Die Floristenverb├Ąnde haben sich auf den zweiten Sonntag im Mai geeinigt, was zur Folge hat, dass Pfingstsonntag und Muttertag in manchen Jahren auf denselben Tag fallen.

Wann feiern wir Muttertag?

Der Termin f├╝r den Muttertag 2022 ist der 8. Mai. In den kommenden Jahren f├Ąllt der Muttertag auf folgende Sonntage:

Jahr Datum
2022 8. Mai
2023 14. Mai
2024 12. Mai
2025 11. Mai

Blumen zum Muttertag: Die richtige Bedeutung

Muttertag: F├╝r Verbundenheit stehen gelbe Rosen.
Muttertag: F├╝r Verbundenheit stehen gelbe Rosen. (Quelle: Patrick Pleul/dpa-bilder)

Blumen z├Ąhlen zu den beliebtesten Muttertagsgeschenken ÔÇô doch welche Sorte ist die Richtige? Rote Rosen stehen zwar f├╝r Liebe, aber eher die Liebe zu einem Partner. Ein sch├Ânes Blumengeschenk zum Muttertag sind dagegen beispielsweise gelbe Rosen. Sie stehen f├╝r Dankbarkeit, aber auch Gl├╝ck und Freude. Rosa Rosen symbolisieren dagegen z├Ąrtliche Liebe und W├Ąrme, Gl├╝ck und Hoffnung.

Auch Orchideen eignen sich gut zum Muttertag. Sie vermitteln unter anderem Bewunderung. Gerbera stehen f├╝r Zuneigung und Freude. Lilien bekunden Respekt, aber sie symbolisieren zugleich auch Liebe und Sch├Ânheit.

Geschenkideen auf einen Blick

Doch M├╝tter freuen sich nicht nur ├╝ber Blumen. Hier finden Sie ein paar weitere Anregungen:

  • Muttertagsfr├╝hst├╝ck
  • Einladung zum Essen
  • Gemeinsame Unternehmungen
  • Wellnessgutschein
  • Pralinen (z.B. Hallingers Pralinen "Danke Mama")
  • Hochwertiger Kaffee oder Tee
  • Delikatessen oder besondere Zutaten zum Kochen (z.B. ein italienischer Geschenkkorb)
  • Fotogeschenke oder ein Erinnerungsalbum
  • B├╝cher
  • Pers├Ânliches Gedicht oder Brief
  • Parfum (z.B. Eau de Parfum "Ma Vie" von Boss)
  • Schmuck (z.B. Damen-Ohrstecker von Liebeskind)

Es muss auch nicht immer etwas Teures sein. Viele M├╝tter sch├Ątzen ebenso Gebasteltes oder selbstgemachtes Essen.

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Eine andere Idee ist ein Album mit den sch├Ânsten gemeinsamen Fotos. Notieren Sie zu jedem der Bilder einen kleinen Satz ÔÇô etwa wo die Aufnahme gemacht wurde oder was das Besondere an dem Tag war.

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