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Sebastian Fitzek im Interview: "Jeder hat Fälle häuslicher Gewalt in seinem Bekanntenkreis"

INTERVIEWSebastian Fitzek  

"Wir haben ein riesiges Problem in unserer Gesellschaft"

21.10.2020, 09:20 Uhr
Sebastian Fitzek im Interview: "Jeder hat Fälle häuslicher Gewalt in seinem Bekanntenkreis". Sebastian Fitzek: Er benötigt für seine Thriller das Fundament der Fiktion, unter anderem "weil die Realgeschichten zu deprimierend sind". (Quelle: Marcus Höhn)

Sebastian Fitzek: Er benötigt für seine Thriller das Fundament der Fiktion, unter anderem "weil die Realgeschichten zu deprimierend sind". (Quelle: Marcus Höhn)

Die fiktive Geschichte des neuen Thrillers von Sebastian Fitzek greift ein sehr reales Thema auf: häusliche Gewalt gegen Frauen. Im Interview erzählt der Autor, was ihn bei der Recherche fürs Buch besonders schockiert hat.

Mitten in der Corona-Krise erscheint ein Thriller, der tragischerweise ziemlich gut in diese Zeit passt: Sebastian Fitzeks "Der Heimweg". Das Buch hat zwar nichts mit einer Pandemie zu tun. Vielmehr rückt es Fälle von häuslicher Gewalt in den Vordergrund – und diese haben während der Corona-Krise stark zugenommen.

Der Autor erzählt im Interview, was ihn bei der Recherche für das Buch besonders betroffen gemacht hat, ob das Coronavirus im Zentrum einer seiner nächsten Romane stehen könnte und was ihn selbst das Fürchten lehrt.

t-online: Herr Fitzek, Ihr neues Buch "Der Heimweg" greift das Thema Gewalt gegen Frauen auf. Sie haben Ihre fiktive Geschichte um häusliche Gewalt in ein Setting gesetzt, in dem auch das sogenannte Heimwegtelefon eine Rolle spielt. Diese Institution begleitet Menschen telefonisch auf dem Nachhauseweg. Wie kamen Sie darauf?

Sebastian Fitzek: Den Grundimpuls lieferte mir eine Leserin. Sie schrieb mir vor Jahren zu einem anderen Buch eine E-Mail und erwähnte dabei beiläufig, dass sie ehrenamtlich beim Heimwegtelefon arbeitet. Ich kannte das vorher nicht, habe dann recherchiert und dachte: "Das ist eine Ausgangssituation, die sich für einen Thriller eignet." Solche Ideen notiere ich mir aber nie. Erst wenn eine Idee immer und immer wieder bei mir anklopft, quasi fordert, aufgeschrieben zu werden, habe ich das nötige Sitzfleisch.

Und diese Idee hat immer wieder bei Ihnen angeklopft?

Richtig. Wann immer ich irgendwo abends allein unterwegs war, habe ich ans Heimwegtelefon gedacht. Und habe dann schon Geschichten entwickelt. Das mache ich unterwegs oft, um mir die Zeit zu vertreiben. Ich fragte mich etwa: "Was ist, wenn die Gestalt, die gerade die Straße gewechselt hat, das aus einem bestimmten Grund tut? Und wer könnte das sein?"

Klingt gruselig.

Ja, das hat manchmal den negativen Effekt, dass ich mir damit selbst Angst mache. Die meisten denken ja, wenn man Thriller schreibt, ist man abgestumpft. Aber ganz im Gegenteil: Ich bin ein Weichei. Man kann sowas gar nicht schreiben, wenn man gleichgültig ist. Dann würde man es gar nicht empfinden. Alle Krimi- und Thrillerautoren, die sehr düster schreiben, machen sich selbst gut Angst.

Der Heimweg von der Arbeit, von einer Party, von Freunden ist aber besonders für Frauen oft angstbehaftet. War Ihnen das bewusst?

Ja, das war mir bewusst. Noch klarer wurde es mir auf der Frankfurter Buchmesse. Da saß ich mit Autorin Melanie Raabe zusammen und es wurden uns die alten Fragen gestellt: "Wieso lesen eigentlich so viele Frauen Thriller? Sind Frauen besonders blutrünstig?" Tatsächlich werden Thriller zu etwa 80 Prozent von Frauen gelesen. Und Melanie Raabe meinte: "Frauen sind häufiger Opfer von Gewalttaten. Wir haben ein anderes Bedürfnis, uns mit Motiven und derartigen Dingen auseinanderzusetzen". Das ist ein Ansatzpunkt, der das erklärt. Insofern war mir schon bewusst, dass der Heimweg in mehrfacher Hinsicht ein Thema ist, was Frauen bewegt.

Aber Sie haben es sich nicht extra deswegen ausgesucht?

Nein. Ich suche nicht nach Themen, die Frauen besonders ansprechen. Wahrscheinlich hätte ich dann gar nicht erst angefangen, Psychothriller zu schreiben. Bevor ich das erste Buch veröffentlicht habe, war mir gar nicht klar, dass vorwiegend Frauen diese Literatur lesen. Ich dachte, das ist fünfzig-fünfzig bei Thrillern. Aber weit gefehlt.

Sebastian Fitzek, Jahrgang 1971, ist Deutschlands erfolgreichster Autor von Psychothrillern. Seit seinem Debüt "Die Therapie" (2006) ist er mit allen seinen Romanen oben auf den Bestsellerlisten zu finden. Seine Bücher wurden in vierundzwanzig Sprachen übersetzt. Fitzek lebt in Berlin.

Das "Heimwegtelefon" allein reichte Ihnen aber nicht als Thema für das neue Buch?

Das stimmt. Ich benötige immer einen etwas ungewöhnlichen Ansatz, erst dann interessiert es mich. Bei "Passagier 23" zum Beispiel fand ich das Phänomen ganz interessant, dass jährlich bis zu 23 Menschen spurlos auf hoher See verschwinden. Der erste Impuls wäre, ein Buch über jemanden zu schreiben, der auf hoher See verschwindet. Das fand ich aber nicht reizvoll genug. Dann kam mir die Idee: Ich schreibe über jemanden, der wiederauftaucht, nachdem er für vermisst erklärt worden war. Und bei "Der Heimweg" habe ich über eine Frau geschrieben, die zwar Angst auf dem Heimweg hat. Aber ihre größte Angst besteht darin, nach Hause zu kommen.


Welche Unterschiede gibt es zwischen dem echten Heimwegtelefon und jenem in Ihrem Thriller?

Ich habe das Heimwegtelefon in meinem Roman mit Absicht in Begleittelefon umbenannt. Denn mein erfundenes Begleittelefon richtet sich primär an Frauen. Das ehrenamtliche Heimwegtelefon richtet sich an alle, auch wenn es hauptsächlich von Frauen genutzt wird. Es ist wirklich ein Begleittelefon für den Heimweg und kein Sorgentelefon. Man würde es also auch nicht bei häuslicher Gewalt anrufen. So ist auch ein solches Therapiegespräch wie im Roman absolut außergewöhnlich. So etwas hat es in der Geschichte des Heimwegtelefons nie gegeben.

Müssen die Ehrenamtlichen, die beim Heimwegtelefon arbeiten, denn manchmal für ihre Anrufer Hilfe holen?

Es musste schon mal die Polizei informiert werden. Aber das ist die Ausnahme. Und es wurde dadurch auch noch nie eine Straftat verhindert. Die Situation hat sich immer zuvor gelöst. Das Telefonieren hat aber auch schon eine abschreckende Wirkung. Denn wer greift jemanden an, wenn er weiß, dass er zumindest einen akustischen Zeugen hat? Das Heimwegtelefon wirkt also präventiv. Zudem glaube ich, dass es das Selbstbewusstsein des Telefonierenden stärkt. Wir wissen ja, dass Täter sich ihre Opfer aussuchen und ganz genau merken: Hier habe ich ein leichtes Opfer, es zeigt wenig Widerstand, es ist schon verängstigt. Oder: Hier habe ich jemanden, der Widerstand leistet. Die Sicherheit, die man hat, strahlt man auch nach außen aus. Das Heimwegtelefon hat deswegen auch eine Berechtigung, selbst wenn dadurch offiziell keine einzige Straftat verhindert wird. Ich glaube sogar, dass es häufig Leben gerettet hat, ohne dass das potenzielle Opfer überhaupt weiß, dass es quasi dadurch gerettet wurde.

Das andere große Thema in Ihrem Buch ist häusliche Gewalt. Wie sind Sie darauf gekommen, haben Sie in Ihrem Bekanntenkreis Fälle?

Jeder hat Fälle in seinem Bekanntenkreis. Auch ohne es zu wissen. Nicht jeder redet darüber, verständlicherweise. Die Betroffenen sind auf der familiären Ebene in einem Machtgefüge, aus dem sie sich überhaupt nicht lösen können. Das ist am schlimmsten, wenn Kinder dabei sind. Ich bin Teil einer Bürogemeinschaft und lange Zeit gab es in der Nachbarwohnung einen Fall von häuslicher Gewalt. Alle im Haus wussten es, wussten aber nicht, was sie machen sollen.

Etwa jede vierte Frau wird mindestens einmal in ihrem Leben Opfer körperlicher oder sexueller Gewalt durch ihren aktuellen oder früheren Partner. (Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, 2018)

Die Opfer von häuslicher Gewalt suchen oft die Schuld bei sich selbst.

Das stimmt. Sie fühlen Scham. Und die Täter suchen sich bewusst Menschen, die sie leicht dominieren und beherrschen können. Menschen, die sensibel sind und eben den Fehler bei sich selbst suchen. Die denken: "Na ja, ich habe ihn ja gereizt. Nun hat er einen so schweren Tag gehabt und dann ist ihm halt die Hand ausgerutscht."

Gab es bei der Recherche für Ihr Buch irgendetwas, das Sie besonders schockiert hat?

Die Tatsache, wie weit verbreitet häusliche Gewalt ist und wie machtlos man dem gegenüber ist. Es ist ein Massendelikt, Hunderttausende sind betroffen und es gibt eine hohe Dunkelziffer. Wir haben hier ein riesiges Problem in unserer Gesellschaft. Das macht mich betroffen, weil es keine einfache Lösung gibt.

Und hat Sie etwas überrascht?

Mich hat erstaunt, dass sich dieses Phänomen durch alle Schichten zieht. Es gibt keine bestimmten Konstellationen, in denen das typischerweise vorkommt, wie etwa niedriges Einkommen oder niedriger Bildungsstand.


Können Sie grob sagen, wie lange Sie für das Buch recherchiert und wie lange Sie geschrieben haben?

Das ist schwierig bei diesem Buch. Ich schreibe die erste Fassung meiner Bücher immer nach einer rudimentären Grundrecherche, weil der fiktive Fall im Vordergrund steht. Dabei lerne ich die Protagonisten näher kennen – und auch mich selbst. Bei diesem Buch habe ich gemerkt: Offensichtlich ist das ein Thema, das mich berührt. Bei dem Erlebnisse, die mir im Laufe des Lebens geschildert wurden, indirekt einfließen. Wenn ein Buch fertig ist, gebe ich es immer Experten wie Psychologen oder Polizisten zu lesen oder auch Betroffenen. Das habe ich auch bei diesem Buch gemacht.

Und was haben sie gesagt?

Mir ist häufig widergespiegelt worden "Das ist schon sehr hart, weil das so beschrieben worden ist, wie ich es mittelbar oder unmittelbar erlebt habe." Das Thema hat die Testleser berührt. Der Verlag meinte sogar, dass es der düsterste Roman von mir ist – nicht nur von der Optik des Covers, sondern von der Thematik her. Viele Frauen können die dargestellte Ohnmacht nachvollziehen. Auch wenn diese im Buch natürlich komplett auf die Spitze getrieben ist. Ich schreibe immer über einen absoluten Ausnahmefall. Dieser wirft Fragen auf und fordert den Leser heraus, sich mit diesem Thema zu beschäftigen. Ich schreibe ganz bewusst nicht über einen konkreten Fall, das überlasse ich den Sachbuchautoren.

Warum eigentlich? Reicht Ihnen die Realität nicht für einen Thriller?

Wenn jemand über meine Geschichten sagt "Das hat es ja so nicht gegeben", sage ich immer: "Ja, zum Glück!" Ich möchte gar nicht, dass jemand sagt "Ja, genauso bin ich vergewaltigt worden." Ich verstehe nicht, warum die Leute in diesem Punkt eine absolute Wahrheits- und Detailtreue fordern. Ich persönlich brauche das Fundament der Fiktion, auch weil die Realgeschichten zu deprimierend sind. Natürlich sind sie vielleicht manchmal nicht so spektakulär wie hier, allein wegen der zeitlichen Verdichtung. Aber ich habe als Schriftsteller ja immer die Möglichkeit, die Realität zu verändern.

Inwiefern?

Ich kann zumindest einige der Probleme lösen. Ich kann verschwundene Kinder wieder auftauchen lassen. Ich kann Menschen aus den Fängen ihres Peinigers befreien. Ich schreibe auch, um meine eigenen Ängste loszuwerden. Und ich schreibe, um die Realität zu verbessern.

Wollen Sie dennoch mit Ihrem Buch auf diese Themen aufmerksam machen, oder geht es nur um Unterhaltung?

Ich habe auch schon Bücher geschrieben, die auf gar kein Thema aufmerksam machen. Und ich erzwinge es nicht. Meine Intention ist immer, zu unterhalten. Wenn es mir darüber gleichzeitig gelingt, Fragen aufzuwerfen, Dinge bekannt zu machen oder einfach nur bestimmte Themen in den Fokus zu rücken, ist das optimal.

Warum fühlen wir uns denn von Thrillern so gut unterhalten?

Da steckt der gleiche Mechanismus dahinter, warum sich Leute in die Achterbahn setzen. Keiner will herausgeschleudert werden, alle möchten danach glückselig mit Endorphinen vollgepumpt wieder aussteigen. Auf einmal ist das Leben wieder einen Tick lebenswerter, weil man etwas überstanden hat.

Sie haben es vorhin schon angesprochen: Die Täter haben meistens schon in ihrer Kindheit im Elternhaus Gewalt erlebt. Das ist in Ihrem Buch auch so.

Alles andere wäre bei einem Psychothriller unrealistisch. Dass sich jemand mit 67 Jahren entschließt, nach einer völlig ausgeglichenen Karriere als Widerspruchssachbearbeiter beim Bauordnungsamt noch zu einer Axt zu greifen, ist unwahrscheinlich.

Auf der anderen Seite ist es auch oft bei den Opfern so: Viele, die zu Hause in der Kindheit Gewalt erlebt haben, werden auch im Erwachsenenalter Opfer davon. Liegt es ebenfalls daran, dass ein Täter sich so jemanden aussucht?

Ich finde, das ist das Perfide, dass die Täter oftmals merken, mit wem sie es machen können. Aber das heißt nicht, dass ein Opfer selbst Schuld hat.

Genau davon geht ja einer der Täter in Ihrem Buch aus.

Ja, er hat eine ziemlich verquere Denkweise und macht quasi die Opfer verantwortlich. Wir Menschen sind schnell dabei, zu sagen: "Du bist ja selbst schuld." Sei es bei psychischen Erkrankungen, bei denen wir sagen "Hättest du dich mal ein bisschen zusammengerissen, hättest du jetzt keine Depression." Und bei häuslicher Gewalt sagen viele: "Wenn du das nicht anzeigst, wenn du halt bei deinem Mann bleibst, dann bist du selbst schuld."

Dabei ist es ein Teufelskreis, aus dem die Opfer nicht herauskommen.

Genau, schließlich reden wir nicht von dem psychisch gestörten Täter, der als Psychopath seinem Lebenspartner bis zur Hochzeit etwas vorgaukelt, um sich dann zum Sadisten zu entwickeln. Sondern wir reden hier von einem, der ambivalent ist. Er hat Verletzungen. Er fühlt sich minderwertig. Er sucht sich einen schwächeren Partner oder macht ihn schwach durch massives Kleinmachen und Abwerten. Dadurch bekommt er ein besseres Gefühl, er kann dominieren. Dann hat er aber wieder ein schlechtes Gewissen, weil er nicht so sein will wie beispielsweise seine Eltern, von denen er es gelernt hat. Dann kommt wieder eine Honeymoon-Phase, in der alles so ist wie früher, als man sich kennengelernt hat. Und das führt mitunter dazu, dass die Frau ihn nicht anzeigt. Es ist ein riesiger Teufelskreis.

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  • erscheint am 21. Oktober 2020
  • Verlag Droemer HC
  • 400 Seiten

In der Corona-Pandemie hat die häusliche Gewalt zugenommen. Ihr Buch passt damit leider ganz gut in die jetzige Zeit.

Das war keine Intention! Die Danksagung zum Buch habe ich am ersten April geschrieben. Das heißt, das Buch war da schon fertig.

Können Sie erklären, woran es liegt, dass gerade jetzt häusliche Gewalt so stark zunimmt?

Je größer der Druck auf die völlig unsichere Täterperson ist, umso stärker die häusliche Gewalt. Und wenn jemand schon anfängt zu prügeln, wenn es ihm halbwegs gut geht, er aber ein bisschen Stress hat und vielleicht noch unter Alkoholeinfluss steht, dann ist das schon schlimm. Aber er schlägt erst recht los, wenn auf einmal von heute auf morgen seine Existenzgrundlage in Frage gestellt wird, wenn er wegen Corona vielleicht nicht zur Arbeit gehen kann, wenn auf einmal Schulden da sind. Und dann ist er auch noch auf engstem Raum mit seinem Partner, quasi eingesperrt. Es gibt keine Ausweichmöglichkeit. Er hat also nur noch diese Person als Ventil. Er kann nicht zum Sport gehen, selbst wenn er es wollte, wenn er gegen sich ankämpft. Zudem hat das Opfer keine Fluchtmöglichkeiten. Und es ist keiner da, dem die Verletzungen auffallen könnten. Der Täter muss sich also auch deshalb nicht mal mehr zusammennehmen.

Corona und häusliche Gewalt:
In Familien, die unter Quarantäne standen, stieg die Zahl der Opfer körperlicher Gewalt: 7,5 Prozent der Frauen und 10,5 Prozent der Kinder waren betroffen.
In Familien, in denen ein Partner Angst oder Depressionen hatte, stieg die Zahl der Opfer auf 9,7 Prozent der Frauen und 14,3 Prozent der Kinder.
(Quelle: Studie der Technischen Universität München von Juni 2020)

Könnte die Pandemie Ausgangspunkt für einen weiteren Thriller von Ihnen sein?

Nein! Ich werde Corona nicht in den Mittelpunkt eines Thrillers stellen. Aber natürlich werden mich als Schriftsteller die Auswirkungen immer wieder beschäftigen. Beispielsweise, wenn ich eine Szene schreibe in der U-Bahn. Tragen die Menschen dann Masken oder nicht? Gibt man sich in zwei Jahren die Hand oder nicht?

Wovor hat ein Thrillerautor wie Sie, der Millionen von Menschen mit seinen Büchern das Schaudern lehrt, selbst Angst?

Ich habe Angst davor, fahrlässig einen Fehler zu begehen, der nicht nur mich, sondern auch andere ins Unglück reißt und der nicht korrigiert werden kann. Ich habe also genau vor der Situation Angst, die ich meine Helden immer wieder durchleben lasse: dass das Leben von einer Sekunde auf die andere aus den Angeln gerissen wird, nichts mehr so ist wie zuvor und man jetzt auf einmal mit einer Situation fertig werden muss, auf die man überhaupt nicht vorbereitet ist. Das habe ich so theoretisch früher schon gesagt. Ich glaube, jetzt kann es aber jeder leider etwas besser nachvollziehen, weil Corona genau eine solche Situation ist. Von einem Tag auf den anderen tritt etwas ein, womit keiner gerechnet hat. Unser aller Leben hat sich verändert, wir müssen uns anpassen. Und das führt zu den merkwürdigsten Verwerfungen – von Leuten, die sich ängstlich verbarrikadieren bis zu jenen, die nicht glauben wollen, dass es das Virus überhaupt gibt.

Verwendete Quellen:
  • Persönliches Gespräch mit Sebastian Fitzek

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