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Darum nimmt die Zahl der Frühgeburten nicht ab

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Trotz medizinischer Fortschritte  

Darum nimmt die Zahl der Frühgeburten nicht ab

12.06.2018, 10:47 Uhr | Joachim Mangler, dpa

Darum nimmt die Zahl der Frühgeburten nicht ab. Baby auf der Frühgeborenenstation: Als frühgeboren gilt ein Kind, wenn es vor Vollendung der 37. Schwangerschaftswoche auf die Welt kommt. (Quelle: dpa/Ina Fassbender)

Baby auf der Frühgeborenenstation: Als frühgeboren gilt ein Kind, wenn es vor Vollendung der 37. Schwangerschaftswoche auf die Welt kommt. (Quelle: Ina Fassbender/dpa)

Kinder, die zu früh und unreif geboren werden, gelten oft als Sorgenkinder, um die sich die Mediziner intensiv kümmern müssen. Trotz aller Fortschritte in der medizinischen Versorgung von Schwangeren nimmt die Zahl der Frühchen nicht ab.

Nach Arztangaben bleibt die Quote von Frühgeborenen unverändert. "Das liegt vor allem am stetig steigenden Alter der erstgebärenden Mütter", sagt Dirk Olbertz, Chefarzt der Neugeborenenmedizin des Klinikums Südstadt in Rostock.

Wann das Risiko für eine Frühgeburt besonders hoch ist

Heute liege das durchschnittliche Alter von Erstgebärenden bei 30 Jahren, in den frühen 1990er Jahren sei es noch bei 23 Jahren gewesen. Dabei sei das Risiko für eine Frühgeburt bei 40-Jährigen doppelt so hoch wie bei 25-Jährigen, berichtet Olbertz.

Die Frühgeburtenrate liege zwischen sieben und neun Prozent. Als frühgeboren gilt ein Kind, wenn es vor Vollendung der 37. Schwangerschaftswoche auf die Welt kommt. Bei "termingeborenen" Kindern liege der Geburtstermin zwischen der 37. und Ende der 41. Woche. Aber nicht alle Frühgeborenen müssten medizinisch betreut werden, sagte Olbertz. "Stationäre Behandlung ist vor allem bei Kindern vor der 36. Woche und unter 2.000 Gramm Geburtsgewicht angesagt."

Hilfe für extreme Frühchen

Medizinische Fortschritte gebe es auch bei der Versorgung von extremen Frühchen, die vor der 28. Woche geboren werden. Allerdings seien die Risiken besonders hoch. "Hier stellt sich oft die Frage nach der Überlebensqualität", sagte Olbertz.

Die Grenzen der Überlebensfähigkeit liegen bei 22 bis 24 Schwangerschaftswochen. "Da überlegen die Mediziner und Eltern gemeinsam, welcher Weg beschritten wird." Es gehe dann entweder um die palliative Behandlung mit dem Ziel eines würdevollen Sterbens oder einem kurativen Ansatz mit dem Ziel, dass das Kind überlebt. "Es bleibt aber immer das Risiko einer lebenslangen Pflegebedürftigkeit."

Die Medizin könne die intensivmedizinische Behandlung zwar weiter optimieren, ist Olbertz überzeugt. "Aber es darf nicht das Ziel sein, das Reifealter zum Überleben eines Kindes immer weiter nach unten zu drücken. Das wollen wir nicht."

Verwendete Quellen:
  • dpa

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