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Geheimtipp Speak-Easy-Bars

Geheim und verrucht - Speak-Easy-Bars

13.07.2015, 16:47 Uhr | Uwe Kauss - wanted.de

Geheimtipp Speak-Easy-Bars. So sieht das "Door 74" in Amsterdam von innen aus. (Quelle: Door 74)

So sieht das "Door 74" in Amsterdam von innen aus. (Quelle: Door 74)

Stilvoll entspannen auf Vintage-Art: Speak Easys bieten eine Zeitreise in gehobener Atmosphäre in die Goldenen Zwanziger. Hinein in die Bar kommt nur ein handverlesenes Publikum, das die versteckten Eingänge kennt. Mitunter geht es durch die Tür einer Telefonzelle oder die Peep Show zum Drink. wanted.de nennt die coolsten Bars.

Gut versteckte Bars, in denen nur geflüstert wurde, gab es während der amerikanischen Prohibition zwischen 1919 und 1933 in jeder Stadt. In den illlegalen Treffs mit den gut versteckten Eingängen floss der Whiskey in Strömen und auch angebandelt wurde auf Hochtouren. Um nicht durch den Geräuschpegel von der Polizei entdeckt zu werden, durfte in den meisten nur leise gesprochen werden. Der Slang-Begriff dafür, "speak easy", ist zu einem festen Begriff in der Barszene geworden.

Geheimnisvolle Bars

Seit einigen Jahren sind sie wieder voll im Trend, die Bars, die niemand findet und die von einer ausgewählten Klientel mit Sinn für das Besondere frequentiert werden. Wer erst drinnen ist, staunt: Abgefahren, mondän, klassisch oder einfach lässig sind sie eingerichtet – mit Drinks oft auf höchstem Niveau.

In der Berliner Currywurstbude mit dem passenden Namen "Fleischerei" befindet sich eine rote Tür, die von einer alten britischen Telefonzelle stammt. Dahinter: Eine massive, verriegelte Stahltür - auf Klopfen wird geöffnet. Angrenzend befindet sich die "Butcher's Bar" von David Wiedemann mit gekachelten Wänden, lederbezogenen Tischen und feinen Drink-Kreationen des Barteams. Tatsächlich war früher hier eine Schlachterei, und so hängen die Spirituosenflaschen an Ketten mit Fleischerhaken. Hier gibt es weder DJs noch Energy-Drinks. Alles cool.

Foto-Serie mit 10 Bildern

Nicht komplett verborgen, aber auch nicht auf den ersten Blick zu finden ist die Bar "Becketts Kopf" in der Berliner Pappelallee. In der unauffälligen Glasfront hängt nur ein Foto des weltberühmten irischen Schriftstellers Samuel Beckett, sonst gibt es keinen Hinweis. Die schweren Ledermöbel sind nur dezent beleuchtet, die Wände rot gestrichen – und die Drinks auf höchstem Niveau. Bar-Chef Oliver Ebert wurde 2013 beim "Mixology Award" zum "Bartender des Jahres" gewählt. Er lässt sich bei seinen Kreationen gerne von den >>

klassischen Rezepturen aus der Zeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts und früher inspirieren. Und er fordert ein literarisch gebildetes Publikum, das sich gefälligst für Beckett zu interessieren hat: Denn Eberts Karte ist versteckt in einem Buch über Beckett. Die Karte enthält 16 saisonale Cocktails, die monatlich wechseln. Er geht damit bewusst zurück zu den Wurzeln der Barkultur. Das ist Speak Easy pur.

Flüsterbars sind auch in anderen Metropolen angesagt, viele lassen die Atmosphäre der 20er Jahre bei Drinks und Einrichtung spürbar werden. "Es ist für Betreiber sehr attraktiv, ein Spiel mit dem Geheimnis und der früheren Illegalität zu entwerfen", sagt Helmut Adam, einer besten Kenner der Barszene in Deutschland und Mitgründer des Bar-Magazins "Mixology". "Zudem findet für den Barbetreiber eine natürliche Sortierung des Publikums statt", fügt er hinzu, "nur wer wirklich kommen will, findet hinein. So erschließt man sich ein Publikum, aus dem die Stammgäste erwachsen."

Versteckte Treffs in den Metropolen

Bleiben wir in Deutschland: Wer das "The Parlour" in der Frankfurter Innenstadt sucht, muss sehr genau hinschauen. Es liegt hinter einem Parkhaus in einer engen Straßen nahe der Alten Oper. Wer die Tür endlich findet, klingelt und hofft. Die Bar lässt nur so viel Gäste hinein, wie es Sitzplätze gibt. Die Website bietet keine Fotos, keine Drinks, keine Karten. Nur ein Logo und eine Mailadresse. Keine Telefonnummer, der Erfolg basiert auf der Mundpropaganda unter der erlesenen Kundschaft. "Das Barteam arbeitet auf Top-Niveau, es hat sich mit dem Verzicht auf Leuchttafeln sein Stammpublikum langsam aufgebaut. Ein bewusstes Speak Easy-Konzept gab es da nicht, es hat sich einfach entwickelt. Und nun ist es regelmäßig voll", weiß Helmut Adam. Auch er ist ein Fan dieser Bar: "Ich verlaufe mich jedes mal, wenn ich nach Frankfurt komme und hingehen will. In dieser so belanglosen, unwirklichen Umgebung ist die Bar ein echt gefährlicher Ort, um so richtig zu versacken." Damit zurück zu den Ursprüngen. Eines der berühmtesten Speak Easys befindet sich in New York.

Die Bar trägt den passenden Namen "Please don't tell", kurz PDT, und bietet weder Adresse noch E-Mail. Es gibt nur eine einzelne Webpage mit Foto und einer Telefonnummer. Damit ist sie weltberühmt geworden. Der Zugang zur edlen Bar befindet sich im Hotdog-Imbiss "Crif Dogs" – das ist die erste Hürde: Die zweite: Darin befindet sich eine öffentliche Telefonzelle. Hörer abnehmen und einmal die Klingel drücken. Niemals zweimal. Im Hörer meldet sich eine Stimme und fragt nach dem Reservierungscode. Ist er in Ordnung, öffnet sich plötzlich die Wand neben dem Telefon. Man betritt einen kleinen, eleganten Raum mit großer, wuchtiger Bar und richtig guten Drinks.

Einer der Bar-Zugänge, die erstmaligen Besuchern besonders irritierend vorkommen, liegt im Londoner In-Stadtteil Soho. Um in die "Bodega Negra"-Bar mit hervorragendem Mexican Food und passenden Drinks zu kommen, muss man zunächst eine Peep Show betreten. In einem kleinen Raum mit grellen Lichtern, in der eine Bondage-Figur steht, fragt eine leicht bekleidete Lady unvermittelt nach der Reservierung. Wer eine hat, dem öffnet sich eine Tür mit der Aufschrift "Employees only" - nur für Angestellte. Drinnen erwartet den Gast eine Mischung aus Bar, Lounge und Restaurant mit lässiger, entspannter Atmosphäre und jungem Publikum.

In Amsterdam ist mit dem "Door 74" das erste und bislang einzige echte Speak Easy der Niederlande entstanden – und wurde zur besten Bar der Niederlande gewählt. Sie liegt irgendwo in der Innenstadt hinter der mattschwarzen Fensterfront eines Ladens. Da ist eine Tür, ein Schild mit den Ziffern 74 und eine Klingel. Ohne Reservierung keine Chance, denn drinnen ist die Atmosphäre ziemlich luxuriös. Die Drinks sind hervorragend. Doch die Website ist nicht "Speak Easy" - es gibt Fotos, Infos und die Möglichkeit, zu reservieren. Impressionen finden Sie in unserer Fotoshow - aber leider nicht von außen, denn der Zugang soll ja geheim bleiben.

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