• Home
  • Leben
  • Themenwoche Abschied
  • DIY-Sarg: Die letzte RuhestĂ€tte selbst gestalten


Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild fĂŒr einen TextTod mit 40: Moderatorin erliegt KrankheitSymbolbild fĂŒr einen TextRKI: Inzidenz steigt deutlich anSymbolbild fĂŒr ein VideoScholz erntet Shitstorm nach PKSymbolbild fĂŒr ein VideoBis zu 50 Liter Regen pro QuadratmeterSymbolbild fĂŒr einen TextPolizei fahndet mit Bild nach Sex-TĂ€terSymbolbild fĂŒr ein VideoMann legt abgetrennten Kopf vor GerichtSymbolbild fĂŒr einen TextBusunfall: Fahrer stirbtSymbolbild fĂŒr einen TextMann greift Blitzer an – Polizist schießtSymbolbild fĂŒr einen TextDas ist Deutschlands bester ClubSymbolbild fĂŒr einen TextErster Trailer von Kultspiel-FortsetzungSymbolbild fĂŒr einen TextUrlauber ertrinkt in KiesseeSymbolbild fĂŒr einen Watson TeaserSchweini: Neue ARD-Frau an seiner SeiteSymbolbild fĂŒr einen TextDieses StĂ€dteaufbauspiel wird Sie fesseln

Marke Eigenbau: Wie Sie Ihren Sarg selber bauen

dpa, Friedemann Kohler

17.10.2019Lesedauer: 3 Min.
Handwerker schleift Brett ab: Die Mitglieder sogenannter Coffin Clubs setzen sich mit den Fragen zur Bestattung auseinander.
Handwerker schleift Brett ab: Die Mitglieder sogenannter Coffin Clubs setzen sich mit den Fragen zur Bestattung auseinander. (Quelle: Alessandro Guerriero/getty-images-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Einen Gegenstand bauen, den man hoffentlich noch lange nicht braucht: Diese Idee klingt merkwĂŒrdig – vor allem in Bezug auf Bestattungen. Der Umgang mit Tod und Sterben wird individueller. Dazu passt auch die Idee vom Do-it-Yourself-Sarg.


Fotoserie: Die zehn hĂ€ufigste Alzheimer-IrrtĂŒmer

1. Alzheimer und Demenz sind das Gleiche: Falsch. Alzheimer ist nur eine spezielle Form der Demenz. Daneben gibt es jedoch zahlreiche andere Demenz-Varianten wie zum Beispiel die vaskulÀre oder die Lewy-Körperchen-Demenz. Allerdings betreffen zwei Drittel aller DemenzfÀlle die Alzheimer-Krankheit.
Reha-Maßnahmen sind sinnlos: Das stimmt so nicht. Auch wenn Alzheimer unheillbar ist, haben Maßnahmen zur StĂ€rkung der AlltagsfĂ€higkeiten und zur Steigerung des SelbstwertgefĂŒhls einen positiven Effekt. Hierdurch wird die hĂ€usliche Situation maßgeblich entspannt und eine stationĂ€re Unterbringung in vielen FĂ€llen hinausgezögert
+8

Henning Rutsatz von der Firma Abschied und Bestattungen prĂ€sentiert den Do-it-Yourself-Sarg. Man könne ihn als letzten Dienst fĂŒr einen lieben Menschen bauen – oder fĂŒr sich selbst, so der Bestatter. Trauer brauche Ausdruck. Es helfe, wenn man mit seiner Trauer aktiv werden könne.

Bestatter Rutsatz weiß, dass frĂŒher Verwandte, Freunde oder Nachbarn ĂŒblicherweise den Sarg fĂŒr einen Verstorbenen zimmerten. Seine Idee: "Wir schauen, ob wir diese Tradition in die Neuzeit holen können."

DIY-SĂ€rge individuell gestalten

Der Bau eines Sarges kann dann eine gesellige Sache sein. "Ich nehme den Akkuschrauber fĂŒr Frauen", sagt Elke Dykhoff. "Der andere ist schwerer." Sie schnappt sich das GerĂ€t und dreht ein paar Schrauben in etwas, das aussieht wie eine Kiste aus Kiefernholz. TatsĂ€chlich ist es der Bausatz eines schlichten EinĂ€scherungssargs. Auch Gabriele Köhler und Cord-Hinrich Blanke werkeln mit. Nut und Feder der Bretter mĂŒssen zusammenpassen und die glatt gehobelte Holzseite kommt laut Plan nach innen. Dort wird man als Toter selber einmal liegen.

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
Die grĂ¶ĂŸte Bedrohung fĂŒr die Nato ist nicht Russland
Der abgeschirmte Oberste Gerichtshof der USA in Washington.


Die zwei verwitweten Frauen basteln probehalber mit. Ihnen geht es darum, ihre Angelegenheiten rechtzeitig zu regeln. Sie wĂŒrden ihren Sarg auch noch bemalen. "Diese Kiste ist genau mein Fall", meint Dykhoff (68). Die ehemalige chemisch-technische Assistentin hat keine Kinder. Also soll fĂŒr den Fall der FĂ€lle alles bereit sein: "In zwei Jahren wird mein Boden leergerĂ€umt, dann hat der Sarg Platz." Doch vor dem 96. Geburtstag werde er nicht gebraucht – das nimmt sie sich fest vor.

"Meinetwegen kann es die billigste Kiste sein", sagt Köhler (66). Der Sarg werde nur wenige Tage bis zur EinĂ€scherung gebraucht. DafĂŒr mĂŒsse man keine wertvollen Materialien verschwenden. Zum Bemalen will die Ex-Beamtin ihre Enkel einladen. NeongrĂŒn soll er Sarg werden.

Blanke weiß, dass er sich einen Erdbestattungssarg schreinern will. DafĂŒr ist – so erlĂ€utert es Bestatter Rutsatz – ein verstĂ€rkter Deckel notwendig, der unter der Last der Erde nicht einbricht. Blanke ist ehemaliger Vorsitzender im SchĂŒtzenverein und wird traditionell von seinen SchĂŒtzenbrĂŒder zu Grabe getragen werden: "Die werden mich schon unter die Erde bringen." Eine Sorge quĂ€lt den 71-JĂ€hrigen noch: "Nicht, dass der Sarg in den nĂ€chsten 29 Jahren wurmstichig wird."

Der fertige Sarg sieht ziemlich nach Baumarkt aus. Blanke zwÀngt sich zu einer Liegeprobe hinein. Einmal Deckel drauf! "Also zunehmen darf ich nicht mehr", sagt der Bauer, als er herausklettert. Es sei schon etwas Galgenhumor dabei, aber morbide findet er die BeschÀftigung mit dem Sarg nicht. "Man nÀhert sich dem Thema Tod einmal ganz intensiv, dann kann man es auch wieder ruhen lassen."

Coffin-Clubs breiten sich global aus

Trauerbegleiterin Silke Ahrens leitet das Bestattungsinstitut, das seit drei Jahren Seminare fĂŒr Do-it-Yourself-SĂ€rge anbietet. Die Idee ist gar nicht so ausgefallen. Sargbau-Seminare gibt es auch anderswo in Deutschland. In den USA und in Kanada kann man BausĂ€tze ordern. Im Kiwi Coffin Club (auf Deutsch "Sarg Club") in Neuseeland gestalten die Mitglieder nicht nur ihre eigenen SĂ€rge – sie reden bei Kaffee und Kuchen ĂŒber das Leben. Presseberichten zufolge setzte sich im August 2019 auch der erste Coffin Club in London durch.

Mit Verlusten offen umgehen

Der Bestatter Gerrit Stokkelaar aus MĂŒnster hat SelbstbausĂ€rge in den benachbarten Niederlanden kennengelernt. "Der Umgang mit Tod und Sterben ist dort freier", sagt er. Seit kurzem bietet er selbst BausĂ€tze fĂŒr DIY-SĂ€rge an.

Stokkelaar beobachtet verschiedene Umgangsformen mit dem Tod: Viele Familien wollen im Trauerfall möglichst wenig mit dem Geschehenen zu tun haben und lassen dem Bestatter freie Hand. Doch Palliativ-Netze und Hospize ermöglichen Sterbenden vermehrt, ihre letzten Tage Zuhause zu verbringen. Dort werden viele Verstorbene auch vorĂŒbergehend aufgebahrt. Zunehmend individuelle Trauerfeiern betrachtet der Bestatter ebenfalls positiv: "Es wird dem bewussten Abschiednehmen wieder mehr Raum gegeben". FĂŒr ihn passen SelbstbausĂ€rge außerdem zur Denkweise "den letzten Weg selbst gestalten".

Die Erziehungswissenschaftlerin und Autorin Marianne Gronemeyer ("Das Leben als letzte Gelegenheit") sieht diese Entwicklung zwiegespalten. "Es kann fĂŒr den Einzelnen eine gute Erfahrung sein", sagt sie.

Zugleich werde das Lebensende von immer mehr Dienstleistungen umgeben. "Wie wollen Sie gestorben werden?", spitzt Gronemeyer die Frage zu. Immer mehr Entscheidungen wĂŒrden verlangt; dabei bleibe es Illusion, den Tod beherrschbar zu machen. "Vielleicht ist fĂŒr den Sterbenden nicht so wichtig, ob er in einem selbstgezimmerten Sarg in die Grube fĂ€hrt, sondern dass er Verzeihung erfĂ€hrt — im GewĂ€hren und im Empfangen", gibt sie zu bedenken.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

t-online - Nachrichten fĂŒr Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlÀngerung FestnetzVertragsverlÀngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website