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Katastrophale Folgen – Dieses Weltnaturerbe muss erhalten bleiben

dpa, t-online, Birgitta von Gyldenfeldt

22.10.2017Lesedauer: 3 Min.
20 Jahre Schutz des Wattenmeers
20 Jahre Schutz des Wattenmeers (Quelle: Ingo Wagner/dpa-bilder)
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Das Wattenmeer beherbergt unzählige Tier- und Pflanzenarten, ist Weltnaturerbe. Dieses sensible Ökosystem zu schützen, haben sich die Niederlande, Deutschland und Dänemark auf die Fahne geschrieben. Für sie ist klar: Das geht nur zusammen.

Das Wattenmeer entlang der Küste der Niederlande, Deutschlands und Dänemarks ist ein ganz besonderer Ort, der zahlreichen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum bietet. Aufgrund seiner Wichtigkeit wurde es 2009 zum Unesco-Weltnaturerbe ernannt.


Katastrophale Folgen – Dieses Weltnaturerbe muss erhalten bleiben

20 Jahre Schutz des Wattenmeers
20 Jahre Schutz des Wattenmeers
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Das Gebiet umfasst 11.500 Quadratkilometer. Neben der reinen Wattfläche gehören zahlreiche andere Lebensräume wie Dünen, Salzwiesen, Marschflächen und Sandbänke zur Schutzzone. Einzigartig ist die große Vielfalt des Wattenmeeres mit etwa 10.000 Arten. Die Salzwiesen beherbergen rund 2300 Pflanzen- und Tierarten, die marinen und brackwasserhaltigen Zonen 2700 weitere Arten.

Zu den Säugetieren zählen Seehunde, Kegelrobben und Schweinswale. Im Schlick tummeln sich Muscheln und Krebse, Faden- und Strudelwürmer. Das Watt ist Laichplatz von Meeresfischen wie Scholle und Seezunge. Das große Nahrungsangebot macht das Wattenmeer unentbehrlich als Zwischenstopp für Zugvögel.

Den Schutz des sensiblen Ökosystems haben sich die drei Anrainerstaaten zur gemeinsamen Aufgabe gemacht: Vor 20 Jahren, am 22. Oktober 1997, beschlossen die drei Länder den Trilateralen Wattenmeerplan.

Warum muss das Wattenmeer geschützt werden?

Das Wattenmeer bietet eine Heimat für rund 10.0000 Arten von Tieren, Pflanzen, Pilzen und Einzellern. In diesem Ökosystem wachsen zahlreiche Seehunde und Krabben, aber auch Nordseefische, wie Heringe, Seezungen und Schollen heran. Darüber hinaus ist das Wattenmeer ein wichtiger Angelpunkt für zahlreiche Zugvögel und für diese ein lebenswichtiger Zwischenstopp bei ihrer Wanderung von der Arktis bis nach Afrika.

Wie kam es zu einen gemeinsamen Wattenmeerplan?

Die drei Länder arbeiten bereits seit 1978 in der Trilateralen Wattenmeerkooperation zusammen. Alle vier Jahre treffen sich die Umweltminister seitdem zu gemeinsamen Konferenzen und legen das Arbeitsprogramm für die kommenden Jahre fest. Hintergrund dieser Zusammenarbeit ist die Überzeugung, dass das Meeresgebiet nur gemeinsam zu schützen ist, wie der Exekutiv-Sekretär des Gemeinsamen Wattenmeersekretariats, Rüdiger Strempel, sagte.

Allerdings habe es in den ersten Jahren ein Defizit gegeben, betonte der Leiter des WWF Wattenmeerbüros, Hans-Ulrich Rösner, der auch bei der Verabschiedung 1997 dabei war: Man habe sich von Ministererklärung zu Ministererklärung gehangelt, es habe aber kein Dokument gegeben, in dem gemeinsame Ziele und Maßnahmen gebündelt waren. Dieser Rahmen für ein integriertes Management wurde am 22. Oktober 1979 mit dem Trilateralen Wattenmeerplan geschaffen.

2010 wurde der Plan aktualisiert. Dabei ging es vor allem darum, das Abkommen an die weitere Entwicklung der relevanten EU-rechtlichen Bestimmungen wie Natura 2000 und die Meeresstrategierahmenrichtlinie anzupassen, sagte Strempel. Auch die neuen Gegebenheiten nach der Erlangung des Welterbestatus im Jahr 2009 wurden eingearbeitet.

Was wollen die drei Länder mit dem Plan erreichen?

Kurz gesagt: Das Wattenmeer-Ökosystem schützen und weiterhin menschliche Tätigkeiten in dem Gebiet ermöglichen. Ökologische, ökonomische, kulturhistorische, gesellschaftliche und küstenschutztechnische Werte, "die den Wünschen der Bewohner und Nutzer Rechnung tragen und ihrem Wohlbefinden dienen", sollen bewahrt und gefördert werden, heißt es in der Erklärung der gemeinsamen Ziele.

In welchen Bereichen sind die Länder aktiv geworden?

Insgesamt wurden zehn Zielkategorien festgelegt: Landschaft und Kultur, Wasser und Sediment, Salzwiesen, Tidebereich, Strände und Dünen, Ästuare – das sind die Flussmündungsbereiche- , Offshore-Zone, Ländliches Gebiet, Vögel sowie Meeressäugetiere. Im Plan wird für jede Zielkategorie eine kurze Beschreibung gegeben, die Situation bewertet und das weitere Vorgehen überlegt.

Hat die Festlegung von Schutzzielen und die Bündelung von Maßnahmen etwas gebracht?

Experten sagen: ja. "Hätte es den Plan nicht gegeben, dann wäre das Wattenmeer 2009 nicht UNESCO-Weltnaturerbe geworden", ist WWF-Mann Roesner überzeugt. Ähnlich äußerte sich Strempel vom Wattenmeersekretariat. Neben diesem herausragenden Ereignis nennt er noch weitere Erfolge. "Sofort in den Sinn kommt einem die Robbe." Mittlerweile sei nicht nur die Seehundepopulation wieder gewachsen, auch die Kegelrobbe habe sich aus Großbritannien kommend wieder angesiedelt. Im Bereich der Salzwiesen habe sich ebenfalls viel getan. Außerdem sei auf Grundlage des Wattenmeerplans ein trilaterales Monitoringprogramm entwickelt worden. Auf dessen Basis wird in Berichten der ökologische Fortschritt reflektiert, wie Strempel sagte.

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Sind denn alle Ziele erreicht worden?

Im Vogelschutz falle die Bilanz gemischt aus, sagte Strempel. Bei 18 von 29 Brutvogelarten zeige sich ein negativer Trend und "wir wissen nicht warum". Naturschützer Roesner sagte, es seien riesige Erfolge erzielt worden, aber es gebe noch genügend Baustellen. So sei die Unterwasserwelt aus seiner Sicht nicht ausreichend geschützt, nach wie vor gebe es Gas- und Ölförderungen. Zudem halte die Einschleppung invasiver Arten an. Auch beim Thema Fischerei sieht Roesner noch Konflikte.

Eine der größten Herausforderungen für das Wattenmeer, seine Natur und die dort lebenden Menschen war 1997 noch gar nicht akut: Der Klimawandel und der Anstieg des Meeresspiegels. Schleswig-Holstein hat als Reaktion darauf bereits eine Wattenmeerstrategie 2100 entworfen. Schleswig-Holstein sei hier führend, sagte Strempel. Vergleichbares gebe es in den anderen Wattenmeerregionen noch nicht. Gleichwohl habe man den Klimawandel auf der Agenda. So gebe es beispielsweise eine trilaterale Taskforce zum Thema.

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