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Seychellen: Urlaub im Garten Eden

srt, Mona Contzen

04.06.2013Lesedauer: 4 Min.
Die Bucht Source d'Argent auf La Digue. Hier wurde unter anderem ein Bacardi-Werbeclip gedreht.
Die Bucht Source d'Argent auf La Digue. Hier wurde unter anderem ein Bacardi-Werbeclip gedreht. (Quelle: Mona Contzen/SRT-bilder)
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Sinnliche Kokosn├╝sse, Filmstr├Ąnde und Freiheit f├╝r jedermann - Natur und Geschichte machen den Inselstaat im Indischen Ozean zum Paradies auf Erden. Eine Nacht im Paradies kostet leicht tausend Euro - oder mehr. Kein Wunder, dass die Seychellen vor allem das Traumziel vieler Prominenter und Frischverm├Ąhlter sind. Dabei wollte zuerst niemand sein Herz an den Archipel im Indischen Ozean verschenken. Und auch die Einheimischen haben lange mit ihrer Heimat gehadert. Sehen Sie das Traumdomizil auch in unserer Foto-Show.

Granitfelsen und Palmen

Ein kleiner Sandweg f├╝hrt durch eine kitschige Hollywood-Kulisse: Die glatten Granitfelsen sehen aus, als w├Ąren sie aus Pappmaschee, dazwischen biegen sich elegant Palmen, an kleinen Holztischen werden mit roten Hibiskusbl├╝ten verzierte Kokosn├╝sse verkauft, im Hintergrund liegt das glitzernde Meer ruhig da wie eine Badewanne. Selbst die Wolken ├╝ber den Seychellen h├Ąngen schneewei├č und klar definiert am Himmel wie gemalt. Eine Luxusnacht im Paradies ist teuer - bis zu 2000 Euro verlangen die Nobelherbergen. Und so ziehen die Seychellen vor allem die Reichen und Sch├Ânen an, die Beckhams und Schweinsteigers, die Prinzen und Scheichs. Schon vor vierzig Jahren, als es nur wenige Touristen und kaum Hotels gab, entdeckten die ersten Promis die traumhafte Inselgruppe f├╝r sich. Beatles-Gitarrist George Harrison und der britische Schauspieler Peter Sellers kauften 1974 die Anse Intendance, die tosende Bucht, in der sich heute die 1000-Euro-Strandvillen der Luxushotelkette "Banyan Tree" an den Berghang kuscheln.

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Multikultureller Lebensstil

Dabei wollte zuerst niemand die unbewohnten Inseln so recht haben. Im 16. Jahrhundert kamen die Portugiesen, sp├Ąter die Franzosen und Briten - und zeigten kein Interesse. Erst 1770 lie├čen sich franz├Âsische Siedler auf den Seychellen nieder, 44 Jahre sp├Ąter gingen die Inseln an Gro├čbritannien. Und mit den Engl├Ąndern kamen nach dem Verbot der Sklaverei auch immer mehr befreite Afrikaner an die Traumstr├Ąnde. Schlie├člich begannen die Asiaten den neu entdeckten Garten Eden, der mit seinem Reichtum an Wasser und Speisen als St├╝tzpunkt f├╝r die Versorgung der Schiffe mit Kurs auf Indien diente, als Handelsplatz zu sch├Ątzen. Und so ist die Kultur der Seychellen heute gepr├Ągt von den unterschiedlichsten Einfl├╝ssen: Das Rechtssystem ist ebenso britisch wie der Linksverkehr, die kreolische Sprache basiert auf dem Franz├Âsischen, nach afrikanischer Art werden zu den T├Ąnzen Trommeln geschlagen, die K├╝che weist asiatische Einschl├Ąge auf.

Zu den Einwohnern z├Ąhlen die schwersten Landschildkr├Âten der Welt

Einmalig wie dieses kulturelle Potpourri ist auch die Flora und Fauna der Inselgruppe, die sich - ├╝ber tausend Meilen entfernt von fremden Gestaden - ungest├Ârt entwickeln konnte. Die schwersten Landschildkr├Âten der Welt d├Âsen hier tr├Ąge im Schatten und lassen sich von Besuchern gen├╝sslich den ledrigen Hals kraulen. Im Vall├ęe de Mai, Weltkulturerbe und Heimat unz├Ąhliger endemischer Pflanzen, die in Schattierungen von Limette bis Moos in der Sonne leuchten, sah schon der britische General Gordon den biblischen Garten Eden. Nur hier w├Ąchst die Coco de Mer, eine Riesenkokosnuss, die es sogar schon auf 42 Kilogramm gebracht hat und deren feminine Kurven den General an die verbotene Frucht vom Baum der Erkenntnis erinnert haben. Ihre Bl├Ątter ├╝berspannen das wilde Urwald-Tal wie Zeltplanen. Dazwischen wandert die einzigartige Schraubenpalme, deren ├äste von oben nach unten wachsen und so immer wieder einige Zentimeter gut machen, ├╝ber die Jahre den Hang hinab. Der Vier-Gew├╝rze-Baum verstr├Âmt unter dem dichten Bl├Ątterdach den Duft von Pfeffer, Zimt, Nelke und Muskat.

Die Seychellen sind gerade mal so gro├č wie K├Âln

Doch das Leben an Land ist begrenzt. Auf gerade einmal 455 Quadratkilometer und damit in etwa auf die Gr├Â├če K├Âlns bringen es die 115 kleinen Inseln im Indischen Ozean. "Es ist ein sehr ruhiges, einfaches Leben hier", sagt Touristenf├╝hrer Paul Morin. "Paradiesisch anzuschauen, aber nicht immer leicht." Viele junge Seychellois haben das Land f├╝r ihr Studium verlassen und sind aus Perspektivlosigkeit nie ins Paradies zur├╝ckgekehrt. Erst 1972 mit der Fertigstellung des internationalen Flughafens auf der Hauptinsel Mah├ę kam der Tourismus langsam ins Rollen und er├Âffnete neue berufliche M├Âglichkeiten. Vor 15 Jahren siedelten sich die ersten gro├čen F├╝nf-Sterne-Hotels an, und mittlerweile verdienen 80 bis 90 Prozent der Bev├Âlkerung ihr Geld direkt oder indirekt mit dem Tourismus. Rund 200.000 Besucher ├╝berrennen jetzt jedes Jahr die gerade einmal 87.000 Einwohner.

Nur zwei Ampeln in der Hauptstadt

Doch dem Paradies ist das kaum anzumerken. So f├╝gen sich die kleinen, wei├čen Holzh├Ąuser des "Banyan Tree Hotels" harmonisch in die gr├╝ne Landschaft ein. Um die urspr├╝ngliche Architektur und die Geschichte des Ortes zu bewahren, lie├č sich das Management von Madame Suzanne beraten, der ehemaligen Haush├Ąlterin von Sellers und Harrison. Nahe Victoria, der beschaulichen Hauptstadt mit genau zwei Verkehrsampeln, haben findige Damen sogar den historischen Gew├╝rzgarten wieder entstehen lassen, mit dem die Franzosen die Insel einst ber├╝hmt gemacht hatten. Jetzt schl├╝rfen Besucher zwischen Zimt, Vanille und Pfeffer ihre rosa Fruchtcocktails und knabbern an frischem Papaya-Salat. Auf den Toilettenschildern steht "Adam" und "Eva" - wie sollte es anders sein, mitten im Paradies.

Weitere Informationen:

Allgemeine Infos: Seychelles Tourist Office, Hochstr. 17, 60313 Frankfurt, Tel. 069/29720789, info@seychelles-service-center.de, www.seychelles.travel.
Anreise: Ab Frankfurt mit Ethiopian Airlines (Tel. 069/770673052, www.ethiopianairlines.com) ├╝ber Addis Abeba oder mit Emirates (Tel. 069/945192000, www.emirates.com) ab D├╝sseldorf ├╝ber Dubai nach Mah├ę.
Veranstalter: Thomas Cook (Tel. 01803/607090, www.thomascook.de) bietet acht N├Ąchte im "Banyan Tree Seychelles" (www.banyantree.com) inkl. Fr├╝hst├╝ck und Flug ab 2788 Euro pro Person. Bei Dertour (www.dertour.de, Tel. 069/95885928) gibt es sieben Tage ab 2655 Euro pro Person. Insel-Hopping und Ausfl├╝ge ins Vall├ęe de Mai organisiert Mason's Travel (www.masonstravel.com).

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(Erstmals ver├Âffentlicht am 04.06.2013)

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  • Sandra Simonsen
Von Sandra Simonsen
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