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Coronavirus: Ausgiebige Hygieneprozesse bei Airlines


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In Zeiten von Corona – so verstärken Airlines die Hygienemaßnahmen

t-online, Tinga Horny, srt

Aktualisiert am 13.07.2020Lesedauer: 3 Min.
Frauen reinigen ein Flugzeug: Im Kampf gegen das Coronavirus verstärken viele Airlines ihre Hygienemaßnahmen.
Frauen reinigen ein Flugzeug: Im Kampf gegen das Coronavirus verstärken viele Airlines ihre Hygienemaßnahmen. (Quelle: Xinhua/imago-images-bilder)
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Seit der Ausbreitung von Covid-19 wird vermehrt auf gründliche Hygiene hingewiesen, so zum Beispiel beim Händewaschen. Auch Fluggesellschaften achten nun noch akribischer auf die Reinigung im Flieger.

Jede Minute, die ein Flugzeug am Boden steht, bringt der Airline kein Geld. Landen, Staubsaugen, Müll einsammeln, Klapptischchen abwischen und sofort wieder neue Gäste laden – das ist der Idealfall. Doch angesichts des sich global verbreitenden Coronavirus funktioniert das nicht mehr.


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Vor allem die Fluggesellschaften, die als erste im Februar Personen aus der Gefahrenzone von Wuhan ausgeflogen haben, mussten danach ihre Flugzeuge komplett desinfizieren und griffen zu den schärfsten Mitteln auf dem Markt.

Ausgiebige Hygieneprozesse bei Qantas und Korean Air

Qantas, eine nationale Fluggesellschaft Australiens, reinigte laut der Website des Time-Magazins zufolge die Boeing 747 nach ihren Wuhan-Flügen in einem 36-stündigen Prozess, bei dem Kissen, Decken, Zeitschriften und Kopfhörer in den Müll wanderten. Die Kabine wurde zweimal inklusive Sitzen, Boden, Armlehnen, Klapptischen, Gepäckfächern und Wänden desinfiziert. Danach wurde die Maschine innen noch einmal feucht nachgewischt, alle Luftfilter wurden ausgetauscht. Benutzt wurde dabei Viraclean, ein Desinfektionsmittel, das verspricht, Bakterien und Viren inklusive Hepatitis B und Herpes simplex den Garaus zu machen.

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Flugzeug: Viele Airlines desinfizieren nach jedem Flug sofort ihre Maschinen.
Flugzeug: Viele Airlines desinfizieren nach jedem Flug sofort ihre Maschinen. (Quelle: Diy13/getty-images-bilder)

Korean Air verwendete für den gleichen Reinigungsvorgang MD-125, das vorzugsweise in der Gesundheitsbranche sowie auf Hühnerfarmen eingesetzt wird. Der Hersteller wirbt damit, dass MD-125 allein 124 unterschiedliche Bakterien und Viren vernichtet, darunter auch Salmonellen, Geflügelpest, Aids und Masern. Erst nach einer staatlichen Kontrolle durfte das Flugzeug, ebenfalls eine Boeing 747, wieder im kommerziellen Passagierverkehr eingesetzt werden.

Maßnahmen von Lufthansa

Doch nicht nur Airlines, deren Jets direkt an den Ursprungsort des Coronavirus geflogen waren, achten genau auf die Hygiene ihrer Flugzeuge. Singapore Airlines teilt auf bestimmten Strecken keine heißen Handtücher mehr vor den Mahlzeiten aus und hat Zeitschriften zur allgemeinen Verwendung erst einmal entfernt. Außerdem werden nach jedem Flug Tabletts und Bildschirme desinfiziert sowie Kopfhörer, Kopfbezüge, Kissenbezüge und Decke komplett ausgetauscht.

Bei Verdacht auf Coronavirus lässt die Lufthansa ebenfalls ihre Flugzeuge desinfizieren. In so einem Fall hält sie sich an einen Standardablauf für sogenannte hochinfektiöse Krankheiten, die sowohl den Richtlinien der Behörden als auch der Iata (International Air Transport Association) entsprechen, und die bis ins Detail auflisten, was zu reinigen beziehungsweise zu desinfizieren ist.

Auch Cathay Pacific desinfiziert nach jedem Flug die Maschinen, und falls ein Passagier mit bestätigten Covid-19 an Bord war, wird der Vorgang wiederholt. Zudem gibt es auf allen China-Flügen weder heiße Handtücher, Kissen, Decken noch Zeitschriften sowie keinen Verkauf von zollfreien Waren. Ähnlich verfährt auch Korean Air auf innerasiatischen Strecken.

Emirates hat ebenfalls die Desinfektionsmaßnahmen intensiviert. Alle Flieger ab Dubai werden vorsorglich gründlich desinfiziert. Flugzeuge mit bestätigten Covid-19-Fällen werden einer achtstündigen Tiefenreinigung und Desinfektion unterzogen. Zudem werden alle HEPA-Luftfilter (High-Efficiency Particulate Air) ausgetauscht und vor allem Stoffpolster und -bezüge mit entsprechenden desinfizierenden Reinigern behandelt.

Auch US-Airlines nehmen Sauberkeit ihrer Flotte ernst

American Airlines lässt auf Fernstrecken nach Asien sowie Italien Flugzeuge, die über Nacht stehen, nach einer 30-Punkte-Liste gründlich putzen, darunter vor allem harte Oberflächen wie Armlehnen und Klapptische. Zudem werden Stellen, die besonders oft berührt werden, regelmäßig desinfiziert.
Zusätzlich betont die Airline, dass die HEPA-Filter sowieso alle 15 bis 30 Minuten die Luft an Bord vollständig austauschen und dem Krankenhausstandard genügen. Die Crews erhalten zusätzlich Desinfektionsmittel, alle Selbstbedienungsangebote wie Obst und Snacks wurden eingestellt.

Delta Air Lines wiederum lässt mit einem speziellen "Nebelverfahren" ihre Flugzeuge mit einem von der US-Behörde EPA zugelassenen Desinfektionsmittel einsprühen. Zudem werden nach Asien- und Italien-Flügen alle nicht verzehrten Mahlzeiten vernichtet, das wiederverwendbare Equipment wie Geschirr, Besteck oder Kopfhörer werde sofort desinfiziert. Zusätzlich erhalten die Passagiere in ihren Amenity Kits Handdesinfektion und feuchte Tücher.

Was das Robert Koch-Institut für Flugreisen empfiehlt

Zusätzlich zu den Vorkehrungen der einzelnen Fluggesellschaften hat auch das Robert Koch-Institut Empfehlungen für Flugreisen herausgegeben. Die Wissenschaftler raten:

  • Im Flugzeug müssen Klimatisierung und Belüftung gewährleistet werden.
  • Beim Ein- und Aussteigen sind Abstandsregeln zu beachten, gleichzeitig ist währenddessen sowie während des gesamten Fluges ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen.
  • Ausnahmen für die Maskenpflicht gelten nur für Kinder unter sechs Jahren, Menschen mit einem medizinischen Attest sowie während des Essens und Trinkens.
  • Gibt es einen Verdachtsfall an Bord eines Flugzeugs, gibt es eine Beurteilung durch einen Arzt oder eine Gesundheitsbehörde an Bord oder im Flughafenbereich. Schließlich sollte schnellstmöglich ein Corona-Test gemacht werden.
  • Auch im gesamten Flughafengebäude sollte die Belüftung ausreichend sein.
  • Sie sollten auch hier Abstände einhalten und einen Mund-Nasen-Schutz tragen.
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Verwendete Quellen
  • Reiseredaktion srt
  • Robert Koch-Institut
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