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Auf dieser Insel gab es bislang nur eine Coronainfektion

Abschottung half  

Auf dieser Insel gab es bislang nur eine Corona-Infektion

23.03.2021, 14:47 Uhr | AFP

 (Quelle: AFP)
Urlaubsparadies: Auf dieser Insel gibt's kein Corona

Die kleine portugiesische Azoren-Insel Corvo sei das Paradies, sagt eine Lehrerin, die dort unterrichtet. Das gilt aktuell mehr denn je, denn Corona-Fälle gibt es hier nicht. (Quelle: AFP)

Ein Leben ohne Corona: Auf dieser Insel spielt die Pandemie überhaupt keine Rolle. (Quelle: AFP)


Die Azoren-Insel Corvo im Nordatlantik wird häufig von schweren Stürmen heimgesucht. Vom Corona-Sturm, der seit gut einem Jahr in aller Welt wütet, ist das abgelegene Eiland aber weitgehend verschont geblieben. 

Die Azoren kennen viele nur aus der Wettervorhersage. Corvo ist die kleinste und abgelegenste Insel der Azoren, die mitten im Atlantik liegt. Während der Corona-Pandemie haben sich die Bewohner so gut wie abgeschottet von der Außenwelt. Nur eine einzige Corona-Infektion wurde auf Corvo registriert. Das war im Januar dieses Jahres. Knapp zwei Monate später sind nun schon fast alle der etwa 400 Inselbewohner gegen den Covid-19-Erreger geimpft. 

Auf einen Schlag alle geimpft

"Wir haben schon ein Leben sehr nahe an der Normalität gelebt", schildert António Salgado, der einzige Inselarzt, das Leben auf Corvo in den vergangenen Monaten. "Und jetzt wird es noch besser", fügt er mit Blick auf die Impfkampagne hinzu, während er die Namen der Inselbewohner abhakt, die zur zweiten Spritze mit dem Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer in eine Sporthalle kommen.

Die 17 Quadratkilometer kleine Insel Corvo ist das einzige Gebiet Portugals, in dem alle Erwachsenen auf einen Schlag Corona-Impfungen bekommen. In Salgados Augen haben die Inselbewohner sich das auch verdient. "Das ist ein Ausgleich für die Schwierigkeiten, denen wir im Alltag begegnen", sagt der 62-jährige Mediziner. Er selbst lebt erst seit knapp einem Jahr auf Corvo, kennt aber schon die Versorgungsengpässe bei Treibstoff und Obst.

Leben wie in der Blase

Während die Portugiesen auf dem Festland bis Anfang März einen erneuten strikten Lockdown ertragen mussten, können sich die "Corvinos" sorglos in den Cafés und Restaurants ihrer Insel treffen. Dort plaudern sie beispielsweise über die Nebenwirkungen, die die Corona-Impfung bei einigen von ihnen auslöste.

Schon vor der Impfkampagne lebten die Inselbewohner "ein bisschen wie in einer Blase", sagt die 57-jährige Lehrerin Elisabete Barradas, die seit drei Jahren auf Corvo lebt. Allerdings hätten sie "mit viel Sorge" beobachtet, wie sich das Coronavirus im Rest der Welt mit verheerenden Folgen immer weiter ausbreitete.

Heimkehr mit symptomloser Corona-Infektion

Näher an die Corvinos heran kam die Pandemie, als ein Insulaner nach einem Weihnachtsurlaub auf dem europäischen Festland mit einer symptomlosen Corona-Infektion heimkam. Doch es blieb bei dem einen Fall. "Ich fühle mich sehr privilegiert", sagt Barradas, die gerade ihre zweite Corona-Impfdosis bekommen hat.

Für den 67 Jahre alten Fremdenführer Fernando Câmara bedeutet die Impfkampagne "ein Licht am Ende des Tunnels". Er hofft, dass er dank der Impfungen bald endlich wieder seinen Beruf ausüben kann. Schließlich ist der Tourismus neben Fischerei und Landwirtschaft eine der wenigen Einnahmequellen für die Menschen auf Corvo.

Die Insel vulkanischen Ursprungs lockt mit ihrem imposanten Krater mit mehreren Seen sowie seltenen Tier- und Pflanzenarten. Das Auswärtige Amt in Berlin rät derzeit allerdings weiter von allen nicht notwendigen, touristischen Reisen nach Portugal inklusive den Azoren ab.

Erst Abschottung, dann Impfung

Und auch Corvo schottete sich vor der Impfkampagne lieber ab. "Wir haben große Angst gehabt, dass hier jemand ankommt und alle ansteckt wie auf einem Schiff", sagt die 60-jährige Inselkrankenschwester Goreti Melo. Schließlich hätte die Insel einem Corona-Massenausbruch nur wenig entgegensetzen können. Auf Corvo gibt es zwar ein Beatmungsgerät, aber kein einziges Krankenhausbett.

Auch Inselbürgermeister José Manuel Silva hebt hervor, wie "katastrophal" und rasend schnell das Coronavirus sich auf Corvo hätte ausbreiten können. "Wir haben hier nur eine Bäckerei, also suchen wir zwangsläufig alle dieselben Orte auf."

Insel ist "immunisiertes Gebiet"

Es sei daher "die einzige verantwortungsvolle Entscheidung" gewesen, allen erwachsenen Bewohnern von Corvo gleichzeitig eine Corona-Impfung anzubieten, sagt Clélio Meneses, der in der Regierung der autonomen Region Azoren für Gesundheit zuständig ist. Auf diese Weise sei 500 Kilometer von der Azoren-Hauptstadt Ponta Delgada und fast 2.000 Kilometer vom Festland entfernt "ein immunisiertes Gebiet" geschaffen worden. 

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP

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