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Die neuen Abzocktricks der Autovermieter

Fabian von Poser/srt

Aktualisiert am 27.08.2012Lesedauer: 5 Min.
Vorsicht bei Mietwagen.
Vorsicht bei Mietwagen. (Quelle: Thorben Wengert/srt)
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Es ist diese Dreistigkeit, die Gerhard Schlegel so ├Ąrgert. Wenn er an den Tag Ende Juni zur├╝ckdenkt, kann er sich immer noch in Rage reden. Damals hatte der 32-J├Ąhrige in Jerez de la Frontera an der Costa de la Luz einen Renault M├ęgane gemietet. 300 Euro f├╝r drei Wochen. Ein Schn├Ąppchen. Obwohl Schlegel schon bei der Buchung in Deutschland alle n├Âtigen Versicherungen abgeschlossen hatte, versuchte der Vermieter in Spanien ihm ein Komplettpaket anzudrehen. "Sie haben mir regelrecht Angst gemacht", sagt der M├╝nchner. "Meine Versicherung sei nicht ausreichend. Glassch├Ąden, kaputte Reifen, fehlende Radkappen, Kratzer und Beulen: Ich h├Ątte im Schadensfall mit enormen Kosten zu rechnen." Zu seinem Gl├╝ck willigte Schlegel nicht ein - und sparte mehr als hundert Euro, die er sonst doppelt bezahlt h├Ątte.

Vorsicht vorzus├Ątzlichen Versicherungen

Es geht konkret um einen Fall des Vermieters Goldcar. "Wir sind die Nummer eins in der Vermietung von preiswerten Mietwagen in Spanien", wirbt das Unternehmen auf seiner Webseite. Und "Experten darin, Ihre Bed├╝rfnisse zu befriedigen." Man biete besten Service. Gleichzeitig betreibt Goldcar eine aggressive Preispolitik - und f├Ąllt in letzter Zeit immer h├Ąufiger durch Kundenbeschwerden auf. Und da ist das Unternehmen aus Alicante nicht alleine. Auch bei anderen Anbietern h├Ąufen sich die Klagen. Die neueste Masche ist genau die: Egal, ob der Kunde in Deutschland schon Versicherungsschutz gebucht hat oder nicht, versucht der Vermieter ihm zus├Ątzliche Policen aufs Auge zu dr├╝cken. Einige Anbieter schulen ihre Mitarbeiter regelrecht darauf, Verunsicherung beim Kunden zu sch├╝ren und so m├Âglicherweise ein und dieselbe Versicherung ein zweites Mal zu verkaufen.

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Mallorca - Insel der Mietwagen

Besonders betroffen ist Spanien, und dort vor allem Mallorca, denn die Baleareninsel ist nicht nur die Insel der Deutschen, sondern auch die der Mietwagen. Mehr als 45.000 Leihautos rollen jeden Sommer durch Palma, S├│ller, Andratx und Co. Die Ferieninsel ist ein gigantischer Markt: 2011 landeten am Flughafen von Palma 22,7 Millionen G├Ąste, damit ist Mallorca nach Madrid und Barcelona der drittgr├Â├čte Flughafen des Landes. Von diesem Kuchen will jeder etwas abhaben. Der Wettbewerb ist so hart wie an keinem anderen Ort in Europa. Es herrscht ein enormer Preiskampf. Erst im Fr├╝hjahr musste die Firma Aurigacrown den Betrieb einstellen. Dazu kommt diesen Sommer ein ├ťberangebot an Fahrzeugen. Schon in den Osterferien sanken die Preise rapide. Der Grund: Die Nachfrage besonders britischer und spanischer Kunden ist wegen der Wirtschaftskrise stark zur├╝ckgegangen.

Gro├če Firmen setzen kleine unter Druck

"Das Problem sind die Gro├čen", sagt Ram├│n Reus i Llobera, Pr├Ąsident der Vereinigung mittelst├Ąndischer Autovermieter (AEVAB) auf den Balearen. "Sie haben Flotten von 20.000 Fahrzeugen und mehr, die nur zur Sommersaison auf die Insel geschifft werden, und n├Âtigen die Kleinen dazu, mit niedrigen Preisen in den Markt zu gehen." Seit Jahren koste ein Kleinwagen im Schnitt 25 Euro am Tag. Zu wenig, wie Reus i Llobera findet, auch weil die Margen um 50 Prozent gesunken seien. Auf den Balearen gibt es derzeit etwa 340 Autovermieter. Allein in den vergangenen f├╝nf Jahren haben 70 der kleineren Firmen Pleite gemacht. Die, die ├╝berlebt haben, halten es wie die Billigflieger: Sie streichen Leistungen, um beim Preis wettbewerbsf├Ąhig zu bleiben. "Nat├╝rlich leidet darunter der Service", gibt der Verbandschef zu. Es gebe auch einige Anbieter, die ihren Kunden bewusst Informationen vorenthalten, wie Reus i Llobera es umschreibt. Diese seien bekannt. "Aber eine ganze Branche unter Generalverdacht zu nehmen, ist nicht angebracht."

Transfer zum Mietwagen

Ein gro├čer Teil der Mietwagen-Buchungen in Deutschland l├Ąuft heute ├╝ber Broker wie Auto Europe, Sunny Cars, Holiday Autos, Drive FTI und Car del Mar. Oder aber ├╝ber Portale wie Billiger-Mietwagen.de, Mietwagenmarkt.de, Mietwagen-Check.de und Mietwagen-Auskunft.de. Sie versuchen ihre Kunden schon bei der Buchung zu warnen, aber nicht immer mit Erfolg. "Es gibt zwei Arten von Autovermietern", sagt Frieder Bechtel vom Internet-Preisvergleicher Billiger-Mietwagen.de. "Diejenigen, die h├Âhere Preise haben und damit auch h├Âhere Margen. Und die, die auf Masse setzen und niedrigere Raten anbieten." Durchforstet man die Kundenkommentare auf den Buchungsseiten, so ist das beliebteste Zubrot der Vermieter der Verkauf von Doppelversicherungen, dicht gefolgt vom verpflichtenden Kauf einer kompletten Tankf├╝llung. Grund f├╝r Beschwerden sind immer ├Âfter auch veraltete Fahrzeuge. Und selbst davon wird berichtet: Einige Billiganbieter sparen sich mittlerweile das B├╝ro am Flughafen und fahren ihre Kunden per Shuttle zu einer billigen Mietwagenstation im Industriegebiet. Das kann den Gast dann schnell zwei Stunden kosten, wenn der Transfer schlecht organisiert ist.

In Portalen vergleichen

Nat├╝rlich: Nicht alle Vermieter versuchen ihre Kunden auszutricksen. Doch das Hauptproblem wird offensichtlich: Auf Mallorca tummeln sich unz├Ąhlige Anbieter, da ist es f├╝r den Kunden schwer, den ├ťberblick zu behalten. So gibt es neben bekannten Marken wie Sixt, Hertz, Avis, Budget, Europcar und Alamo/National Dutzende hierzulande weitgehend unbekannte Namen wie Goldcar, Record, Hiper, BK Rent a Car und Marbenjo. Selbst einige Gro├če haben mittlerweile Billigmarken gegr├╝ndet, zum Beispiel Hertz mit Advatage und Europcar mit Interrent. Wer sich nicht durch die Bewertungsportale klicken m├Âchte, um herauszufinden, welcher Vermieter vertrauensw├╝rdig ist, dem r├Ąt Frieder Bechtel dazu, nicht nur nach dem Preis, sondern nach der Anzahl der Sterne zu gehen. Denn die Mietwagenportale nennen oft nicht explizit den Namen des Anbieters, zeigen aber immer die Kundenbewertungen an: "Ein paar Euro mehr k├Ânnen eine Menge ├ärger ersparen", sagt Bechtel. Bei den internationalen Marken gelte zum Beispiel immer die Tankregelung "vollgetankt ├╝bernehmen, voll zur├╝ckgeben". Die Billigmarken dagegen kassierten h├Ąufig saftige Geb├╝hren f├╝r den ersten Tank. Dazu k├Ąmen weitere Stolpersteine, die den Kunden Geld und Nerven kosteten.

Nichts aufzwingen lassen

Um Kunden davor zu sch├╝tzen, kl├Ąrt Bechtels Unternehmen Urlauber, die ├╝ber sein Portal buchen, neuerdings vor Reiseantritt ├╝ber die Risiken vor Ort auf. So erhalten sie ein Infopaket, das individuell auf die Mietwagen-Buchung abgestimmt ist, sowie einen Handzettel, auf dem sowohl in deutscher als auch in der Landessprache die gebuchten Versicherungen aufgelistet sind. Auch andere Anbieter versuchen ihre Kunden ├╝ber die Risiken an der Mietstation aufzukl├Ąren. Gerhard Schlegel hilft das nichts mehr. Zwar konnte der M├╝nchner das Versicherungspaket bei Abholung des Wagens noch abwimmeln. Bei der Abgabe in Bilbao gelang es dem Vermieter aber doch noch, ihm zus├Ątzliches Geld abzukn├Âpfen: 100 Euro f├╝r einen nicht gef├╝llten Tank. Au├čerdem berechnete er Schlegel 40 Euro f├╝r die Reinigung des Autos, obwohl er es vorher gr├╝ndlich sauber gemacht hatte. "Viel Geld f├╝r ein paar Sandk├Ârner", sagt der M├╝nchner. Statt dem vermeintlichen Schn├Ąppchen von 300 Euro plus 100 Euro R├╝ckf├╝hrungsgeb├╝hr zahlte er am Ende 540 Euro. Schlegels n├╝chternes Fazit: "Den Wagen h├Ątte ich woanders wohl billiger bekommen."

(Erstmals ver├Âffentlicht am 27. August 2012)

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