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TV-Debatte in Brasilien: Bolsonaro und Lula liefern sich hitziges Duell


Vor Präsidentschaftswahl in Brasilien
Bolsonaro und Lula liefern sich hitzige TV-Debatte

Von dpa, afp
Aktualisiert am 29.08.2022Lesedauer: 2 Min.
Amtsinhaber Jair Bolsonaro: Im Oktober wählt Brasilien einen neuen Präsidenten.Vergrößern des BildesAmtsinhaber Jair Bolsonaro: Im Oktober wählt Brasilien einen neuen Präsidenten. (Quelle: Antonio Molina/imago images)
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Anfang Oktober wählt Brasilien einen neuen Präsidenten. In ihrer ersten Fernsehdebatte haben sich die beiden Favoriten gegenseitig der Lüge bezichtigt.

Wenige Wochen vor der Präsidentenwahl in Brasilien haben sich Amtsinhaber Jair Bolsonaro und der gegen ihn antretende Ex-Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva in einer Fernsehdebatte gegenseitig schwer beschuldigt. Beide Kandidaten bezichtigten sich der Lüge.

Bolsonaro sagte, die Lula-Regierung sei die korrupteste in der Geschichte Brasiliens gewesen und nannte den Ex-Präsidenten einen "Dieb", wie im brasilianischen Sender Band am Sonntagabend (Ortszeit) zu sehen war. "Wozu wollen Sie zurückkehren? Um weiter das Gleiche zu machen wie bei Petrobras?", fragte er Lula mit Blick auf die Schmiergeldaffäre um den halbstaatlichen Ölkonzern.

Lula widmete sich lange dem Umweltschutz

Der Politiker der Arbeiterpartei (PT) wies die Anschuldigung des rechtsextremen Amtsinhabers zurück und zählte die Antikorruptionsmaßnahmen während seiner Amtszeit auf. Lula verwies zudem auf seinen Kampf gegen die Armut und Arbeitslosigkeit. "Dieses Land, das ich regiert habe, ist ein Land, das der derzeitige Präsident zerstört."

Im ersten Teil der Debatte widmete sich Lula lange dem Schutz der Umwelt – insbesondere des Amazonas-Regenwaldes, dessen Zerstörung nach Daten der brasilianischen Weltraumbehörde INPE im ersten Halbjahr einen Rekordwert erreicht hatte.

Bolsonaro sorgte mit Vorwürfen gegen Journalisten für Eklat

Amtsinhaber Bolsonaro sorgte in der Debatte für einen Eklat, als er auf eine Frage von Journalistin Vera Magalhaes mit massiven Vorwürfen gegen sie reagierte. Magalhaes hatte in ihrer Frage gesagt, Bolsonaro habe Falschinformationen über Impfungen gegen Covid-19 verbreitet.

Bolsonaro sagte darauf, an sie gerichtet, "Vera, du schläfst mit den Gedanken an mich ein, du hast eine Art Schwärmerei." Er warf ihr "falsche Anschuldigungen" vor und sagte: "Du bist eine Schande für den brasilianischen Journalismus." Den späteren Vorwurf der Frauenfeindlichkeit durch eine andere Kandidatin wischte Bolsonaro beiseite.

In Umfragen deutlich vor Bolsonaro

Außer Bolsonaro und Lula beteiligten sich noch vier weitere der insgesamt zwölf Präsidentschaftskandidaten an der dreistündigen Debatte, unter ihnen Ex-Finanzminister Ciro Gomes von der Mitte-Links-Partei PDT und die Senatorin Simone Tebet von der Mitte-Partei MDB.

Brasilien wählt am 2. Oktober den nächsten Präsidenten, der rechte Amtsinhaber Bolsonaro tritt gegen den linken Ex-Staatschef Lula an. In den Umfragen liegt Bolsonaro allerdings deutlich zurück. Laut einer Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Datafolha kann der Ex-Präsident mit 47 Prozent der Stimmen rechnen, der 67-jährige Amtsinhaber hingegen nur mit 32 Prozent.

Lula konnte 2018 nicht antreten

Lula regierte Brasilien von Anfang 2003 bis Ende 2010. Mit Sozialprogrammen holte er Millionen Menschen aus der Armut. Auch wirtschaftlich boomte Brasilien. Allerdings verbreitete sich in der größten Volkswirtschaft der Region auch die Korruption weiter. 2018 wurde Lula wegen Korruption und Geldwäsche zu einer gut zwölfjährigen Haftstrafe verurteilt. Wegen der Anklage konnte er damals nicht als Kandidat zur Präsidentschaftswahl antreten.

Im vergangenen Jahr hob der oberste Gerichtshof das Urteil wegen fehlender Zuständigkeit des Gerichts auf. Lula erhielt seine politischen Rechte zurück und ging wieder in die Politik.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagenturen dpa und AFP
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