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Taner Kilic: Türkischer Amnesty-Chef ist wieder frei

Nach über einem Jahr in U-Haft  

Türkischer Amnesty-Chef Taner Kilic ist wieder frei

15.08.2018, 19:24 Uhr | dpa, dru

Taner Kilic: Türkischer Amnesty-Chef ist wieder frei. Rechtsanwalt Taner Kilic: Der Ehrenvorsitzende von Amnesty International in der Türkei saß seit mehr als einem Jahr in U-Haft. (Quelle: AP/dpa/Amnesty International Turkey)

Rechtsanwalt Taner Kilic: Der Ehrenvorsitzende von Amnesty International in der Türkei saß seit mehr als einem Jahr in U-Haft. (Quelle: Amnesty International Turkey/AP/dpa)

Das juritische Tauziehen um den türkischen Amnesty-Chef Taner Kilic nähert sich dem Ende. Der im Juni 2017 wegen Terrorvorwürfen inhaftierte Rechtsanwalt kam am Mittwoch frei. Das Verfahren gegen ihn läuft aber weiter.

Der seit mehr als einem Jahr in der Türkei inhaftierte Amnesty-Ehrenvorsitzende, Taner Kilic, ist am Mittwoch aus der Haft entlassen worden. Der Türkeiexperte von Amnesty International, Andrew Gardner, veröffentlichte am Abend ein Foto von Kilic auf Twitter, das den Rechtsanwalt in den Armen seiner Familie zeigt.

Zuvor hatte ein Gericht in Istanbul die Freilassung von Kilic aus der Untersuchungshaft im westtürkischen Izmir angeordnet. Der 49-Jährige war am 6. Juni 2017 unter dem Vorwurf festgenommen worden, zur verbotenen Gülen-Bewegung zu gehören. Die Organisation wird von der Regierung des Terrorismus bezichtigt und für den Putschversuch vom Juli 2016 verantwortlich gemacht.

Mit Kilic kamen damals zehn weitere Menschenrechtler in Gewahrsam. Unter ihnen war auch der Deutsche Peter Steudtner. Im Januar hatte schon einmal ein Gericht Kilic' Freilassung unter Auflagen verfügt. Die türkische Justiz ging jedoch dagegen vor und nahm Kilic unmittelbar nach der Entlassung erneut in Haft.

Mutmaßliche Terrorunterstützung: Bis zu 15 Jahre Haft

Gegen Kilic und die zehn anderen Menschenrechtler läuft derzeit in Istanbul ein Verfahren. Auf die Vorwürfe "Mitgliedschaft in einer bewaffneten Terrororganisation" beziehungsweise Terrorunterstützung stehen bis zu 15 Jahre Haft.

Zum Prozessauftakt am 25. Oktober hatte das Gericht alle Angeklagten bis auf Kilic aus der U-Haft entlassen. Steudtner und sein schwedischer Kollege Ali Gharavi reisten daraufhin aus und nehmen nicht mehr an der Fortsetzung des Verfahrens teil.

Amnestys Generalsekretär Kumi Naidoo zeigte sich nach der Gerichtsentscheidung am Mittwoch "überwältigt von Freude", betonte aber, dass sie erst feiern würden, wenn Kilic tatsächlich zurück bei seiner Frau und seinen Kindern sei. Amnesty hatte immer wieder betont, dass es keinen Beweis für die Vorwürfe gegen Kilic gebe. Der Rechtsanwalt soll angeblich den Messenger-App ByLock auf seinem Handy gehabt haben, die von den Gülen-Anhängern zur Kommunikation benutzt worden sein soll.

Verwendete Quellen:
  • dpa

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