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Teilung der Mittelmeerinsel: Zyprische Konfliktparteien suchen UN-Hilfe

Teilung der Mittelmeerinsel  

Zyprische Konfliktparteien suchen UN-Hilfe

09.08.2019, 15:00 Uhr | dpa

Teilung der Mittelmeerinsel: Zyprische Konfliktparteien suchen UN-Hilfe. Durch eine Öffnung in einer Mauer ist der türkische Teil der geteilten Stadt zu sehen.

Durch eine Öffnung in einer Mauer ist der türkische Teil der geteilten Stadt zu sehen. Foto: Friso Gentsch. (Quelle: dpa)

Nikosia (dpa) – Die Führer der griechischen und türkischen Zyprer haben sich darauf geeinigt, ihre Bemühungen zur Überwindung der seit 45 Jahren andauernden Teilung der Mittelmeerinsel unter UN-Schirmherrschaft wiederaufzunehmen.

Dazu wollen sie sich bei den nächsten UN-Vollversammlung mit dem UN-Generalsekretär António Guterres im September treffen. Dies erklärte ein Sprecher der Vertretung der Vereinten Nationen (UN) auf Zypern am Freitag.

Die griechischen Zyprer wurden vom Präsidenten der Republik Zypern, Nikos Anastasiades, vertreten, die türkischen Zyprer vom Präsidenten der nur von der Türkei anerkannten Türkischen Republik Nordzypern, Mustafa Akinci.

"Wir planen ein Drei-Seiten-Treffen (der zwei Konfliktparteien) mit dem UN-Generalsekretär der UN", sagte Anastasiades im zyprischen Staatsfernsehen (RIK). Ein Datum für den Wiederbeginn konkreter und intensiver Zypern-Gespräche wurde jedoch nicht genannt.

Die jüngsten UN-Bemühungen zur Überwindung des Konflikts waren 2017 hauptsächlich an der Frage des Abzugs der rund 35 000 türkischen Soldaten aus dem Norden gescheitert. Angestrebt wird ein Zusammenschluss zweier politisch gleicher Bundesstaaten auf der drittgrößten Mittelmeerinsel. Währen die türkischen Zyprer jedoch nur eine Konföderation wollen, streben die griechischen Zyprer nach einer starken Zentralregierung. 

Zypern ist seit einem griechischen Putsch und einer türkischen Militärintervention 1974 geteilt. Die Inselrepublik ist seit 2004 EU-Mitglied. Das EU-Recht gilt aber nur im griechisch-zyprischen Süden.

Zusätzliche Spannungen zwischen Nikosia und Ankara schürt derzeit ein Konflikt um unterseeische Erdgasvorkommen vor der Küste Zyperns. Ankara lehnt die Ausbeutung dieser Erdgasvorkommen ohne die Zustimmung und die Beteiligung der türkischen Zyprer an den Gewinnen ab. Die Republik Zypern will mögliche Gewinne aus der Gewinnung von Erdgas in einen Fonds zahlen. Die Gewinne sollen nach der Wiedervereinigung Zyperns beiden Volksgruppen zugute kommen. Die türkischen Zyprer fordern dagegen, dass ein gemeinsames Gremium griechischer und türkischer Zyprer die Lizenzen für Bohrungen und die Suche nach Erdgas vergeben und die Gewinne sofort und zur Hälfte an die beiden Volksgruppen gezahlt werden.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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