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Trump: Friedengespräche "tot": Taliban erobern zwei Bezirke in Nordafghanistan

Trump: Friedengespräche "tot"  

Taliban erobern zwei Bezirke in Nordafghanistan

10.09.2019, 13:44 Uhr | dpa

Trump: Friedengespräche "tot": Taliban erobern zwei Bezirke in Nordafghanistan. Ein Mitglied der Sicherheitskräfte während einer Militäroperation in Ostafghanistan.

Ein Mitglied der Sicherheitskräfte während einer Militäroperation in Ostafghanistan. Foto: Saifurahman Safi/XinHua. (Quelle: dpa)

Kabul (dpa) - Nach dem Abbruch der Gespräche der USA mit den Taliban über Wege zu Frieden in Afghanistan setzen radikalislamische Kämpfer und Regierungskräfte ihre Gefechte fort.

In der nördlichen Provinz Tachar seien binnen weniger Stunden die beiden Bezirke Jangi Kalah und Darkad an die Taliban gefallen, erklärten mehrere Provinzräte. Es sei unklar, wie viele Opfer es bei den zweitägigen Kämpfen gegeben habe.

Der Großteil der beiden Bezirke sei bereits davor von den Islamisten kontrolliert worden, hieß es von den Provinzräten. Die Regierungskräfte hätten sich aus beiden Bezirkszentren zurückziehen müssen, nachdem trotz einer Zusage aus Kabul keine Verstärkung gekommen war. Sicherheitskräfte kämpften nach ihrem Rückzug aus dem Zentrum von Darkad weiter mit Taliban an der Bezirksgrenze. Einen Angriff auf einen dritten Bezirk in der Provinz Tachar, Chowtscha Ghar, konnten die Sicherheitskräfte abwehren.

Erst am Wochenende eroberten die Taliban den Bezirk Dascht-e Artschi im nördlichen Kundus. Gleichzeitig erzielten die Regierungskräfte Fortschritte im nordöstlichen Badachschan im Bezirk Wardutsch, der mehr als vier Jahre von den Taliban gehalten wurde. In dem Bezirk hatten Behördenangaben zufolge über die Jahre mehrere Hundert ausländische Dschihadisten Unterschlupf gefunden. Angriffe der Regierungstruppen liefen auch im Bezirk Jamgan.

Dem Afghanistan-Experten Thomas Ruttig von der Denkfabrik Afghanistan Analysts Network zufolge ist als Folge des Abbruchs der USA-Taliban-Gespräche mit einem Anstieg der Gewalt zu rechnen. "Die Alternative zu Verhandlungen ist Krieg", sagte Ruttig. Es sei zu befürchten, dass beide Seiten die Gewalt weiter eskalierten. Einen Neuansatz für Verhandlungen zu entwickeln, dürfte dauern.

US-Präsident Donald Trump hatte kurz vor einem erwarteten USA-Taliban-Abkommen am Samstag überraschend erklärt, er habe weitere Gespräche mit den Taliban wegen eines tödlichen Anschlags in Kabul abgebrochen. Die USA und die Taliban hatten seit Juli 2018 über eine politische Lösung des bald 18 Jahre dauernden Konflikts in Afghanistan gesprochen. Beide Seiten zeigten sich bis zuletzt zuversichtlich, bald ein Abkommen zu unterzeichnen.

Am Montag (Ortszeit) erklärte Trump die Verhandlungen für gescheitert. "Sie sind tot", sagte er vor Reportern im Weißen Haus. Er machte gleichzeitig deutlich, dass er weiterhin einen Abzug der US-Truppen aus Afghanistan anstrebt, dies aber nicht vorschnell machen möchte. "Wir würden gerne gehen, aber wir werden zur richtigen Zeit gehen."

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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