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Nach Korruptionsanklage - Israel: Gantz fordert Regierungs-Pause für Netanjahu

Nach Korruptionsanklage  

Israel: Gantz fordert Regierungs-Pause für Netanjahu

23.11.2019, 21:05 Uhr | dpa

Nach Korruptionsanklage - Israel: Gantz fordert Regierungs-Pause für Netanjahu. Benny Gantz, Vorsitzender des Mitte-Bündnisses Blau-Weiß.

Benny Gantz, Vorsitzender des Mitte-Bündnisses Blau-Weiß. Foto: Ilia Yefimovich/dpa. (Quelle: dpa)

Tel Aviv (dpa) - Der mit einer Regierungsbildung in Israel gescheiterte Benny Gantz hat eine "breite Einheitsregierung" mit dem rechten Likud gefordert. "Ich werde in den ersten zwei Jahren Premierminister sein", sagte Gantz vom Mitte-Bündnis Blau-Weiß am Abend in Tel Aviv.

In dieser Zeit könnte der rechtskonservative Ministerpräsident Benjamin Netanjahu seine juristischen Probleme klären. Der Regierungschef soll wegen Korruption vor Gericht. Das Justizministerium hatte am Donnerstag mitgeteilt, Netanjahu solle wegen Betrugs und Untreue sowie Bestechlichkeit angeklagt werden.

Sollte Netanjahu freigesprochen werden, könnte er wieder in das Amt des Regierungschefs zurückkehren, sagte Gantz. "Das ist die einzige Möglichkeit, um eine Neuwahl zu verhindern", erklärte Ex-Militärchef Gantz. Nach der Parlamentswahl im September verfügt Israel immer noch nicht über eine neue Regierung, weil sich die Parteien nicht auf eine Koalition einigen konnten. Am Donnerstag begann eine letzte dreiwöchige Frist, innerhalb derer eine dritte Neuwahl binnen eines Jahres noch abgewendet werden könnte.

Die Regierungsbildung gestaltet sich schwierig, weil weder das rechts-religiöse noch das Mitte-Links-Lager über eine Mehrheit verfügt. Blau-Weiß war mit 33 von 120 Mandaten als stärkste Kraft aus der Wahl am 17. September hervorgegangen. Netanjahus Likud kam auf 32 Mandate. Vor Gantz war bereits Netanjahu mit der Regierungsbildung gescheitert.

Nach israelischem Recht muss Netanjahu nicht vom Amt des Ministerpräsidenten zurücktreten, wenn er angeklagt wird. Das gesamte Verfahren einer Anklage und eines Prozesses kann zwei Jahre dauern. Als Regierungschef wäre er nur gezwungen, sein Amt niederzulegen, wenn er schließlich verurteilt wird.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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