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Russland: Präsident Wladimir Putin fürchtet Verwüstungen durch Klimawandel

Jährliche Presserunde  

Putin fürchtet Verwüstungen in Russland durch Klimawandel

07.01.2020, 14:29 Uhr
Russland: Präsident Wladimir Putin fürchtet Verwüstungen durch Klimawandel. Wladimir Putin gibt Antworten: Der russische Präsident zu Beginn seiner auf mehrere Stunden angesetzten Pressekonferenz. (Quelle: imago images/ITAR-TASS)

Wladimir Putin gibt Antworten: Der russische Präsident zu Beginn seiner auf mehrere Stunden angesetzten Pressekonferenz. (Quelle: ITAR-TASS/imago images)

Russlands Präsident Wladimir Putin hat sich zum Kampf gegen den Klimawandel bekannt. Er skizzierte in seiner jährlichen Fragerunde dramatische Folgen für Teile Russlands.

Wladimir Putin hat in seiner jährlichen Pressekonferenz für Journalisten aus aller Welt den Kampf gegen den Klimawandel zur wichtigen Aufgabe erklärt. "Wir dürfen nicht untätig bleiben, wir müssen alles tun, was wir können, um den Klimawandel zu stoppen", sagt der russische Präsident vor fast 1.900 Journalisten. Gleich die erste Frage in der mehrstündigen Fragerunde zielte auf das Thema. 

Putin sagte, Russland sei von der Erderwärmung deutlich stärker betroffen als die Erde im Durchschnitt. "Unsere Temperaturen steigen um den Faktor 2,5 schneller als im Durchschnitt auf dem Planeten." Ganze Städte seien auf Permafrostböden gebaut, "wenn die auftauen, können Sie sich vorstellen, was für Folgen das haben kann. Das kann zur Verwüstung einiger Regionen führen, das betrifft uns alle."

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In Teilen des Landes sei die Lage "weit davon entfernt, in Ordnung zu sein". Es sei bei weitem nicht normal, wie viele Waldbrände es in Sibirien gegeben habe, was die Luft auch in Großstädten belastet habe. Die Feuer könnten im Zusammenhang mit dem Klimawandel stehen. Verursacht seien sie aber in der Regel vom Menschen, es sei mehr Aufklärung nötig. 

"Ob wir das schaffen, weiß ich nicht"

Das Land sei für sechs Prozent des globalen CO2-Ausstoßes verantwortlich. Russland bekenne sich zum Ziel, den CO2-Ausstoß gegenüber 1990 um 25 bis 30 Prozent zu senken, um die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, sagte Putin. "Ob wir das alle gemeinsam schaffen, weiß ich nicht." Russische Journalisten werteten Putins Statement als wichtiges Signal an die russische Gesellschaft. Er sagte allerdings auch, die Neigung der Erdachse oder die Veränderung der Erdumlaufbahn könnten zur Klimaveränderung beitragen.

Für die Pressekonferenz sind 1.895 Journalisten akkreditiert – so viele wie noch nie. Der traditionell im Dezember angesetzte Termin dauert mehrere Stunden. Zugelassen sind auch unabhängige und Kreml-kritische Medien. Es dürften alle Fragen gestellt werden, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow.

Erwartet werden Antworten zu dem von Menschenrechtlern beklagten Druck auf Andersdenkende und auf die Opposition in Russland. Kritiker werfen dem Kreml totalitäre Tendenzen vor. Putin wurde in der Pressekonferenz allerdings mit Beifall empfangen. Beobachter gehen davon aus, dass dem Präsidenten auch abgesprochene Fragen gestellt werden.

Innenpolitische Themen im Fokus

Putin dürfte sich wohl nicht zuletzt zu dem in der russischen Gesellschaft viel diskutierten Thema der häuslichen Gewalt äußern. Tausende Frauen und Kinder sterben jedes Jahr durch Angriffe von Männern zu Hause. Gegen ein erstmals nach westlichem Vorbild geplantes Gesetz gegen die Gewaltexzesse gibt es allerdings massive Proteste von orthodoxen Christen und ultrakonservativen Kräften.

Mann schnitt ihre Hände ab: Ein Fall aus 2018 zeigt die Brutalität von häuslicher Gewalt in Russland. (Quelle: t-online.de)

Nach Kreml-Angaben bereitet sich der russische Präsident schon seit Tagen auf das weltweit beachtete Ereignis vor. Übertragen wird die Frage-Antwort-Runde live im Rundfunk und im Internet.

Politologen hatten zuletzt immer wieder deutlich gemacht, dass die Sehnsucht in Russland nach politischen Veränderungen groß sei. Umfragen zufolge sind viele Menschen zudem mit der wirtschaftlichen Lage unzufrieden. Sie beklagen etwa Stagnation und geringe Einkommen.

Präsident Putin ist in diesem Jahr seit 20 Jahren an der Macht – zeitweilig auch in der Funktion des Regierungschefs. Seine laut Verfassung vorerst letzte mögliche Amtszeit als Präsident dauert bis 2024. 

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