Präsidentschaftswahl in Bolivien Interimspräsidentin Áñez kandidiert nun doch

Nach dem Sturz des ehemaligen Präsidenten Morales wird es im Mai Neuwahlen in dem südamerikanischen Land geben. Auch die amtierende Übergangspräsidentin Áñez wird sich zur Wahl stellen.
Boliviens Interimspräsidentin Jeanine Áñez wird für die vorgezogene Präsidentschaftswahl kandidieren. "Ich hatte nicht vor, mich an der Wahl zu beteiligen", sagte sie am Freitag in einer Rede. Da die Opposition zur sozialistischen Partei MAS des gestürzten Staatschefs Evo Morales jedoch zerrüttet sei, habe sie sich dann doch zu einer Kandidatur entschieden.
Ex-Präsident Morales ist geflüchtet
Áñez führt seit dem Sturz des langjährigen Staatschefs Morales im November eine Übergangsregierung in Bolivien an. Die Neuwahl am 3. Mai erfolgt mehr als sechs Monate nach der von Manipulationsvorwürfen überschatteten Präsidentschaftswahl im Oktober, aus welcher Morales als Sieger hervorgegangen war. Nach anhaltenden Massenprotesten trat der 60-jährige Linkspolitiker Anfang November schließlich zurück und flüchtete zunächst nach Mexiko. Inzwischen hält er sich in Argentinien auf.
Laut einer Anfang Januar von der Zeitung "Pagina Siete" veröffentlichten Umfrage liegt die sozialistische MAS derzeit mit 20,7 Prozent in der Wählergunst vorne. Auf dem zweiten Platz folgt Áñez mit 15,6 Prozent. Der frühere konservative Präsident Carlos Mesa liegt mit 13,8 Prozent auf Platz drei.
- Nachrichtenagentur AFP