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Corona in den USA: Donald Trump will Maßnahmen noch vor Ostern lockern

"Unser Land will zurück an die Arbeit"  

Trump will Maßnahmen noch vor Ostern lockern

25.03.2020, 09:12 Uhr | AFP, dpa, AFP

US-Regierung: Hilfspaket im Senat steht

Um Ostern herum, so sagt er, möchte US-Präsident Donald Trump die Wirtschaft in den USA wieder hochfahren lassen. Das werde auf Fakten basierend geschehen. (Quelle: Reuters)

Scholz fassungslos über diese Aussage: Donald Trump will bis Ostern die Corona-Maßnahmen lockern. (Quelle: Reuters)


Die Coronavirus-Krise setzt den USA schwer zu. Doch Präsident Trump verspricht bereits Besserung und eine Rückkehr zur Normalität innerhalb weniger Wochen. Das sorgt auch für Kritik.

US-Präsident Donald Trump will die strikten Maßnahmen im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie möglichst noch vor Ostern lockern. "Man kann ein Land zerstören, indem man es dicht macht", sagte Trump am Dienstag dem konservativen Nachrichtensender Fox News. Durch eine "massive Rezession oder Depression" drohten "mehr" Menschen zu sterben als durch die "Grippe", womit der Präsident vermutlich das Coronavirus meinte.

"Ich würde es lieben, das Land bis Ostern wieder geöffnet und in den Startlöchern zu haben", sagte Trump auf Fox News. Der Ostersonntag ist dieses Jahr am 12. April – und damit in rund zweieinhalb Wochen. Ein solcher Zeitplan sei "absolut möglich", sagte der Präsident. "Unser Land will zurück an die Arbeit." Die Menschen müssten dann aber selbstverständlich weiterhin das "social distancing" praktizieren und sich beispielsweise nicht die Hand geben.

Trump hatte sich zuletzt zunehmend frustriert über die wirtschaftlichen Auswirkungen der Maßnahmen im Anti-Coronavirus-Kampf gezeigt. Um eine Ausbreitung der Pandemie zu verhindern, wurden in zahlreichen US-Bundesstaaten Ausgangsbeschränkungen verhängt und nicht dringend benötigte Geschäfte geschlossen. Die wirtschaftliche Aktivität ist teilweise zum Erliegen gekommen. Trump hat zuletzt wiederholt erklärt, die Maßnahmen dürften nicht gravierendere Folgen haben als die Coronavirus-Pandemie selbst.

Trump: Würden mehr Menschen durch eine massive Rezession verlieren

"Dieses Heilmittel ist schlimmer als das Problem", sagte er nun dem Sender Fox. "Wir verlieren jedes Jahr tausende Menschen durch die Grippe. Wir machen das Land nicht deswegen dicht." Auch durch Autounfälle würden viel mehr Menschen uns Leben kommen - trotzdem werde die Autoindustrie nicht aufgefordert, keine Autos mehr zu bauen.

Durch die "Grippe" werde eine bestimmte Zahl an Menschen sterben, sagte Trump mutmaßlich mit Blick auf das Coronavirus. "Aber wir werden mehr Menschen verlieren, wenn wir das Land in eine massive Rezession oder Depression stürzen." Sollten US-Unternehmen wie der Flugzeugbauer Boeing Pleite gehen, könnten "Millionen Jobs" verloren gehen. Es könnte dann allein durch Suizide "Tausende" Tote geben.

In den USA breitet sich das Virus rasant aus

Das Coronavirus breitet sich derzeit in den USA rasant aus. Inzwischen wurden bislang fast 50.000 Infektionen und mindestens 600 Todesfälle bestätigt. Experten warnen, dass den USA das Schlimmste noch bevorstehen dürfte.


Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärte am Dienstag, die USA könnten Europa bald als neues Epizentrum der Pandemie ablösen. "Wir sehen jetzt eine sehr starke Beschleunigung der Fallzahlen", sagte WHO-Sprecherin Margaret Harris. Die USA hätten "einen sehr großen Ausbruch und einen Ausbruch, der an Intensität zunimmt".

New York ist besonders stark betroffen

Der Gouverneur des besonders betroffenen Bundesstaates New York, Andrew Cuomo, schlug angesichts der dramatischen Zunahme der Infektionszahlen Alarm. "Wir haben die Kurve nicht abgeflacht, die Kurve wächst an", sagte der Demokrat und sprach von "beunruhigenden und astronomischen Zahlen".

Zu Trumps Versprechen einer baldigen Erholung und zu einem möglichen Ende der geltenden Beschränkungen sagte Cuomo: "Kein Amerikaner wird sagen: "Bring die Wirtschaft für den Verlust von Menschenleben in Gang"."

Interessieren Sie sich für US-Politik? Unser Washington-Korrespondent Fabian Reinbold schreibt über seine Arbeit im Weißen Haus und seine Eindrücke aus den USA unter Donald Trump einen Newsletter. Hier können Sie die "Post aus Washington" kostenlos abonnieren, die dann einmal pro Woche direkt in Ihrem Postfach landet.

Verhandlungen über 2 Billionen-Dollar-Paket

Trumps Regierung und seine Republikaner verhandeln derzeit mit den Demokraten im US-Kongress über ein billionenschweres Konjunkturpaket als Antwort auf die Corona-Krise. 

Das Konjunkturpaket hat nach Angaben von Trump ein Volumen von rund 2 Billionen Dollar (1,9 Billionen Euro). Mit diesem "größten und mutigsten" Paket der US-Geschichte könnten die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Epidemie abgefedert werden, sagte Trump am Dienstag im Weißen Haus. Das von beiden großen Parteien ausgehandelte Konjunkturpaket sollte noch am Dienstag (Ortszeit) vom Senat verabschiedet werden. Danach muss das Repräsentantenhaus zustimmen.

Der US-Präsident hat zudem bereits signalisiert, dass er auch zu weiteren Konjunkturpaketen bereit sei, falls das aktuelle nicht ausreichen sollte. In den USA wird im November gewählt, und Trump bewirbt sich um eine Wiederwahl – eine Rezession käme ihm da wohl höchst ungelegen.

Sie bemängeln unzureichende Schutzmaßnahmen für Beschäftigte und eine fehlende Kontrolle darüber, wie Hilfen an in Not geratene Großkonzerne vergeben werden. Sie verlangen außerdem mehr Geld für Krankenhäuser, denen wegen der Pandemie eine dramatische Überlastung droht.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen dpa und afp

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