Sie sind hier: Home > Politik > Ausland >

Gerd Müller warnt vor Corona-Folgen in Afrika – "Marshall-Plan für Afrika"

Deutliche Kritik  

Entwicklungsminister warnt vor Corona-Folgen in Afrika

08.06.2020, 18:57 Uhr | AFP

Animation: Hier nimmt die Pandemie einen erstaunlichen Verlauf

Afrika erreichte die Coronavirus-Pandemie erst, als in Europa bereits Tausende Menschen erkrankt waren. Aktuelle Daten zeigen, wie die Situation heute auf dem Kontinent ist. (Quelle: t-online.de/Reuters)

Überraschende Ergebnisse: Diese Animation zeigt die aktuelle Corona-Entwicklung in Afrika auf. (Quelle: t-online.de)


Neue Fluchtbewegungen und eine Ausbreitung von Krankheiten fürchtet Entwicklungsminister Gerd Müller, wenn die Europäische Union Afrika in der Corona-Krise weiter so zaghaft hilft. Er fordert einen "Marshall-Plan für Afrika".

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat eindringlich vor den möglicherweise katastrophalen Folgen der Ausbreitung des Coronavirus in Entwicklungsländern und insbesondere in Afrika gewarnt. "Wenn wir jetzt nicht reagieren, werden die Folgen wie ein Boomerang zu uns zurückkehren", warnte Müller am Montag nach einer Ratssitzung der EU-Entwicklungsminister. Er nannte eine mögliche Zunahme von Krankheiten wie Malaria, von Unruhen sowie von Fluchtbewegungen.

Deutliche Kritik an EU-Engagement

Müller verwies auf ein inzwischen genehmigtes Sofortprogramm der EU, kritisierte aber, dass die EU vor allem in Afrika viel zu wenig in Entwicklung investiere. Nach Angaben des Bundesentwicklungsministeriums hat das Sofortprogramm einen Umfang von 33 Milliarden Euro, wobei Deutschland 5,9 Milliarden Euro beisteuert. Müller zufolge sollen die Hilfen vor allem in Flüchtlingsregionen wie Syrien, dem Libanon oder Bangladesch zum Einsatz kommen und etwa für Labore, Notfallkliniken und möglicherweise für Impfkampagnen verwendet werden.


Der Minister übte heftige Kritik daran, dass die EU in der Corona-Pandemie umfassende Hilfen für ihre Mitgliedstaaten bereitstelle, in Afrika dagegen kaum investiere. Europa selbst werde die Folgen zu spüren bekommen, etwa durch neue Fluchtbewegungen. Müller verwies auf den Zusammenbruch von Transport- und Lieferketten und damit fehlende Medikamente und Impfprogramme.

Viele afrikanische Staaten sorgten sich deshalb mehr um einen dramatischen Anstieg von Malaria- als von Corona-Toten. Es bedürfe eines "Marshall-Plans für Afrika". Es dürfe nicht China sein, das sich den Kontinent sichere. "Afrika baut auf Europa", betonte Müller.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

baurtchibo.deOTTODeichmannbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz

shopping-portal