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Kremlkritiker Alexej Nawalny teilt rührende Liebesbotschaft an Frau Julia

Bewegende Worte  

Nawalny teilt rührende Liebesbotschaft

21.09.2020, 17:41 Uhr | t-online, rew, dpa

Kremlkritiker Alexej Nawalny teilt rührende Liebesbotschaft an Frau Julia. Alexej Nawalny und seine Frau im Krankenbett: Nach seinem Erwachen postete Nawalny dieses Foto aus der Klinik, mittlerweile geht es dem Politiker schon deutlich besser. (Quelle: dpa/Daria Nawalny/privat/Instagram/dpa)

Alexej Nawalny und seine Frau im Krankenbett: Nach seinem Erwachen postete Nawalny dieses Foto aus der Klinik, mittlerweile geht es dem Politiker schon deutlich besser. (Quelle: Daria Nawalny/privat/Instagram/dpa/dpa)

Über Wochen lag der vergiftete Kreml-Kritiker Alexej Nawalny im Koma. Inzwischen ist er wieder aufgewacht. Nun schreibt er auf Instagram über diese Zeit – und über die Liebe.

Der russische Kreml-Kritiker Alexej Nawalny hat einen emotionalen Beitrag auf Instagram veröffentlicht, in dem er über die Zeit im Koma und die Liebe zu seiner Ehefrau Julia schreibt. Darin bedankt er sich mit emotionalen Worten bei seiner Frau, die ihn mit ihrer Liebe aus dem Koma geholt habe: "Julia, du hast mich gerettet und sie sollten darüber in den neurobiologischen Lehrbüchern schreiben."

Ihren 20. Hochzeitstag am 26. August habe er verpasst, schreibt Nawalny weiter, doch er sei gewissermaßen froh darüber, weil er nun viel mehr über die Liebe wisse als noch zuvor. Er wisse keine Details mehr aus seiner Zeit im Koma, gesteht Nawalny zunächst: "Julia ist gekommen, hat mit mir gesprochen, hat mir Lieder vorgesungen, Musik angemacht. Ehrlich gesagt: Ich erinnere mich an nichts davon."

Dafür trage er aber eine andere Form der Erinnerung in sich, die sich eher als "Sammlung erster Eindrücke und Emotionen" beschreiben ließe: "Ich liege da. Ich wurde schon aus dem Koma aufgeweckt, aber ich erkenne niemanden und verstehe nicht, was passiert. Ich spreche nicht und weiß nicht, was Sprechen bedeutet."

"Sie ist anders"

In dieser Zeit habe es nur ein Ziel in seinem Leben gegeben: auf "sie" zu warten. "Wer sie ist, weiß ich nicht. Wie sie aussieht, weiß ich auch nicht. Selbst wenn es mir gelingt, etwas mit dem Blick zu fokussieren, bin ich nicht in der Lage, mir dieses Bild zu merken", erinnerte Nawalny, "aber sie ist anders, das begreife ich und deshalb liege ich die ganze Zeit da und warte auf sie."

Weiter schreibt er: "Sie kommt und wird das Wichtigste im Krankenzimmer. Sie rückt mir das Kissen sehr bequem zurecht. Sie schlägt keinen leisen, mitfühlenden Ton an. Sie klingt fröhlich und lacht. Sie erzählt mir etwas. Dann geht sie hinaus und mir wird traurig zumute und ich beginne wieder zu warten."

Der Kreml-Kritiker ist sich sicher, dass es wissenschaftliche Erklärungen dafür gibt, wie ihn die Liebe in diesen Tagen geheilt habe und fügt hinzu: "Wie toll diese wissenschaftlich-medizinische Erklärung auch klingen mag, aus eigener Erfahrung weiß ich nun: Liebe heilt und holt einen ins Leben zurück." Er endet mit einem Dank an seine Frau: "Julia, du hast mich gerettet und sie sollten darüber in den neurobiologischen Lehrbüchern schreiben."

Nawalny drängt auf die Rückgabe seiner Kleidung

Derweil geht der Kampf um die Aufklärung von Nawalnys Vergiftung weiter. Der Kreml-Kritiker forderte Russland auf, ihm die Kleidung zurückzugeben, die er vor mehr als einem Monat am Tag seiner Vergiftung trug. "Meine Kleidung ist ein sehr wichtiger Beweis", schrieb Nawalny auf seiner Webseite. Die russischen Ermittler würden dieses entscheidende Beweisstück verbergen. Die behandelnden Krankenhaus-Ärzte in der sibirischen Stadt Omsk sagten der Nachrichtenagentur Interfax zufolge, dass Ermittler die Kleidung aus der Klinik mitgenommen hätten.

Nawalny schrieb weiter, die russischen Behörden behaupteten, dass kein Nervenkampfstoff gefunden worden sei. Unabhängige Labore hatten das Gift jedoch in seinem Körper festgestellt. "Nichts davon existiert in der politischen und rechtlichen Realität Russlands."

Nawalny ist auf dem Weg der Besserung

Seit dem 22. August befindet sich Nawalny in Behandlung in dem Berliner Universitätskrankenhaus Charité. Zwei Tage zuvor war er während eines Fluges von Tomsk nach Moskau zusammengebrochen. Er wurde nach Angaben von Speziallaboren mit einem Nervenkampfstoff der Nowitschok-Gruppe vergiftet. Wochenlang lag er in künstlichem Koma. Mittlerweile geht es ihm besser.

Nawalny und sein Team vermuten, dass der Kreml den Oppositionspolitiker mit dem Anschlag aus dem Weg schaffen wollte. Die russische Regierung streitet die Vorwürfe jedoch ab.

Verwendete Quellen:
  • Instagram-Post vom 21. September von Alexej Nawalny (russisch)
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Eigene Recherchen
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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