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Aung San Suu Kyi zu weiteren vier Jahren Haft verurteilt

Von dpa
Aktualisiert am 10.01.2022Lesedauer: 2 Min.
War bereits Anfang Dezember in zwei anderen Anklagepunkten schuldig gesprochen worden: Aung San Suu Kyi.
War bereits Anfang Dezember in zwei anderen Anklagepunkten schuldig gesprochen worden: Aung San Suu Kyi. (Quelle: Peter Dejong/AP/dpa./dpa)
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Naypyidaw (dpa) - In Myanmar hat ein Gericht die entmachtete faktische Regierungschefin Aung San Suu Kyi zu weiteren vier Jahren Haft verurteilt.

Der 76-J├Ąhrigen waren der Import und Besitz eines Funkger├Ątes und ein Versto├č gegen Corona-Bestimmungen vorgeworfen worden, wie mit dem Gerichtsverfahren vertraute Quellen berichteten. Im Zusammenhang mit dem Funkger├Ąt soll sie Telekommunikations- sowie Import-Export-Gesetze missachtet haben.

Da der Prozess unter Ausschluss der ├ľffentlichkeit stattfindet, ist Suu Kyis Reaktion auf die Urteile nicht bekannt. Es ist auch unklar, ob sie tats├Ąchlich eine Haftstrafe antreten muss oder unter Hausarrest bleiben wird. Suu Kyi wurde Anfang Februar festgenommen. Der Prozess hatte Mitte Juni in der Hauptstadt Naypyidaw begonnen.

Die 76-J├Ąhrige war bereits Anfang Dezember in zwei anderen Anklagepunkten schuldig gesprochen und zun├Ąchst zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Wenige Stunden sp├Ąter gab die Milit├Ąrjunta aber bekannt, das Strafma├č auf zwei Jahre zu verk├╝rzen. Die Justiz wirft Suu Kyi weitere Vergehen vor, darunter Korruption. Insgesamt drohen ihr laut Experten bis zu 100 Jahre Haft.

"Die Milit├Ąrjunta von Myanmar setzt sich r├╝cksichtslos ├╝ber die Menschenrechte aller hinweg", teilte Phil Robertson von der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch mit. Wieder einmal sei Suu Kyi "in die Rolle einer politischen Geisel des Milit├Ąrs zur├╝ckr├╝ckversetzt worden, das sich unerbittlich durch Einsch├╝chterung und Gewalt an der Macht halten will". Suu Kyi hatte bereits in der Vergangenheit insgesamt 15 Jahre unter Hausarrest gestanden. 2016 wurde sie faktische Regierungschefin.

Seit dem Umsturz versinkt das s├╝dostasiatische Land im Chaos. Die Junta unterdr├╝ckt jeden Widerstand mit brutaler Gewalt. Nach Angaben der Gefangenenhilfsorganisation AAPP sind bereits mehr als 1400 Menschen get├Âtet und rund 11.000 festgenommen worden.

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