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Nordkorea: Hinweise auf nächtliche Militärparade

Von afp, dpa
Aktualisiert am 25.04.2022Lesedauer: 2 Min.
Pjöngjang, 15. April: Die Militärparade war ursprünglich schon zum 110. Geburtstag von Republikgründer Kim Il Sung anstelle der abgebildeten Feierlichkeiten erwartet worden.
Pjöngjang, 15. April: Die Militärparade war ursprünglich schon zum 110. Geburtstag von Republikgründer Kim Il Sung anstelle der abgebildeten Feierlichkeiten erwartet worden. (Quelle: Kyodo News/imago-images-bilder)
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Im weitgehend isolierten Nordkorea hat offenbar eine große Militärparade stattgefunden. Beobachter hatten befürchtet, dass die Führung in Pjöngjang die Feierlichkeiten für neue Raketentests nutzen könnte.

Nordkorea hat am Montag eine Militärparade abgehalten. Wie aus südkoreanischen Militärkreisen verlautete, wurde mit der abendlichen Parade auf dem Kim-Il-Sung-Platz in der Hauptstadt Pjöngjang der 90. Jahrestag der Gründung der Koreanischen Volksarmee gefeiert.

Die nordkoreanischen Staatsmedien berichteten zunächst nicht über die Parade. Nordkorea hatte in den vergangenen Jahren drei abendliche Militärparaden abgehalten, über welche die staatlichen Medien jeweils erst am nächsten Tag berichteten. Laut der spezialisierten Website "NK News" wurden am Montagabend mindestens ein Dutzend "leuchtende Objekte" am Nachthimmel über Pjöngjang gesichtet, was auf eine Militärparade hindeutet.

Raketentests zum Jubiläum erwartet

Anlass der Parade war den Berichten in südkoreanischen Medien zufolge der 90. Gründungstag der Koreanischen Revolutionären Volksarmee (KPRA). So nennt Nordkorea ehemalige Guerilla-Einheiten, die einst gegen die japanische Kolonialmacht kämpften. Die koreanische Halbinsel befand sich von 1910 bis 1945 unter der Kolonialherrschaft Japans.

Pjöngjang, Nordkorea: Plakate mit der Aufschrift "Historische Wurzeln unserer Revolution" werben für die Feierlichkeiten zum 90. Jahrestag der Gründung der Koreanischen Revolutionären Volksarmee.
Pjöngjang, Nordkorea: Plakate mit der Aufschrift "Historische Wurzeln unserer Revolution" werben für die Feierlichkeiten zum 90. Jahrestag der Gründung der Koreanischen Revolutionären Volksarmee. (Quelle: Jon Chol Jin/AP/dpa-bilder)
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Die Militärparade war ursprünglich schon am 15. April, dem 110. Geburtstag von Republikgründer Kim Il Sung, erwartet worden. Beobachter waren davon ausgegangen, dass Pjöngjang an dem Jahrestag seine modernsten Waffen präsentieren würde, darunter die als "Monster-Rakete" bezeichnete Interkontinentalrakete Hwasong-17 sowie Hyperschall- und U-Boot-gestützte Raketen.

Ob bei der Parade tatsächlich Interkontinentalraketen und andere strategische Waffen vorgeführt wurden, war zunächst unklar. Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hatte zuletzt eine ganze Reihe von Raketen testen lassen. Das Militär feuerte dabei auch erstmals seit 2017 wieder eine Interkontinentalrakete ab. Vor gut einer Woche gab Pjöngjang zudem den Test eines neuen Waffensystems für taktische Atomwaffen bekannt.

Pjöngjang hat seit 2017 keine Atomwaffen mehr getestet. Auf Satellitenbildern waren zuletzt jedoch Anzeichen für neue Aktivitäten auf dem nordkoreanischen Atomtestgelände Punggye-ri zu sehen. Nordkorea unterliegt wegen seines Atom- und Raketenprogramms massiven internationalen Sanktionen und ist weitgehend isoliert.

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