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Mali: Haben Russlands Söldner ein Massaker verübt?


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Russische Söldner sollen Massaker in Mali begangen haben

Von dpa
06.08.2022Lesedauer: 2 Min.
Die Waffe im Anschlag: Mali gilt als äußerst instabil.
Die Waffe im Anschlag: Mali gilt als äußerst instabil. (Quelle: Tanguy Vabatte/dpa)
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Die Gruppe Wagner ist im krisengebeutelten Mali aktiv. Ein UN-Bericht legt nun nahe, dass die Ex-Soldaten 30 Menschen gefoltert und getötet haben.

Soldaten haben im Auftrag der malischen Regierung einem vertraulichen UN-Bericht zufolge im Krisenstaat Mali offensichtlich ein Massaker an mehr als 30 Zivilisten angerichtet. Das von Experten der Vereinten Nationen verfasste und dem UN-Sicherheitsrat übergebene 78-seitige Dokument liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Darin werden die Täter als "weiße Soldaten" beschrieben.

Die im Dienste der malischen Militärjunta stehende russische Söldnergruppe Wagner wird dabei zwar nicht direkt genannt, dpa-Informationen zufolge besteht aber kein Zweifel, dass die Fachleute die durch Zeugen beschriebenen Soldaten für Wagner-Angehörige halten. Nicht zuletzt, weil die Art der bei der Tat benutzten Stricke aus russischen Militärbeständen bekannt ist.

Seit dem jüngsten Putsch im Mai 2021 regiert im höchst instabilen westafrikanischen Mali eine Militärjunta, die enge Beziehungen zu Russland pflegt und Kämpfer der Söldnergruppe Wagner angeheuert hat. In UN-Kreisen gilt Wagner als kremlnah und ihr Einsatz in Mali als unbestritten. Wachsende Spannungen mit der Regierung und stärker werdende extremistische Gruppierungen beeinträchtigen den Einsatz der UN-Friedenmission Minusma in dem Land zunehmend. Die Bundeswehr ist an Minusma derzeit mit mehr als 1.000 Soldaten beteiligt.

"Sie konnten nur die Schreie hören"

Der nun im UN-Bericht dargestellte Vorfall fand demnach Anfang März in Zentralmali an der Grenze zu Mauretanien statt. An diesen beiden Tagen seien in der Region sechs Orte durch malische Streitkräfte angegriffen worden. Nahe eines gut besuchten Brunnens seien die "weißen Soldaten" am Morgen des 5. März aufgetaucht: "Die Soldaten trieben die Männer und älteren Jungen zusammen, fesselten ihnen die Hände auf den Rücken und verbanden ihnen die Augen."

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Die umstehenden Häuser in dem Dorfzentrum wurden geplündert, wie es unter Berufung auf Zeugenaussagen weiter heißt. Danach hätten die Soldaten angefangen, die Gefesselten mit schweren Stöcken zu schlagen, derweil hätten andere Männer die Türen der Häuser für die darin befindlichen Frauen und Kinder blockiert. "Sie konnten nur die Schreie der Männer hören, als sie geschlagen wurden." 33 oder 34 von ihnen, darunter 29 Mauretanier und vier Malier, seien verschleppt worden. Sie wurden einen Tag später erschossen und verbrannt vier Kilometer entfernt gefunden.

Plünderungen in mehreren Gemeinden

Ähnliche Plünderungen hätten auch in den anderen betroffenen Orten der Region stattgefunden. An zwei von ihnen seien "weiße Soldaten" zunächst mit einem Hubschrauber gelandet. Die Zeuginnen und Zeugen hätten aber keinen der Täter identifizieren können.

Die volatile Situation in Mali, wo sich zuletzt auch Angriffe in der Hauptstadt Bamako häuften, hat dem UN-Bericht zufolge ein Sicherheitsvakuum geschaffen, das schwere Menschenrechtsverletzungen ermöglicht. Es gebe einen alarmierenden Anstieg getöteter Zivilisten. Alleine vom 1. Januar bis zum 31. März seien 543 Unbeteiligte umgebracht worden.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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