Menü Icont-online - Nachrichten für Deutschland
HomePolitikAuslandKrisen & Konflikte

Israelische Soldaten bekennen: "Wir sind wie die Stasi - nur effizienter"


"Wir sind wie die Stasi - nur effizienter"

von Alexandra Rojkov, dpa

Aktualisiert am 13.09.2014Lesedauer: 2 Min.
Nachrichten
Wir sind t-online

Mehr als 150 Journalistinnen und Journalisten berichten rund um die Uhr für Sie über das Geschehen in Deutschland und der Welt.

Israelische Soldaten spitzeln unverdächtige Zivilisten aus - und achten dabei besonders auf "pikante Details"
Israelische Soldaten spitzeln unverdächtige Zivilisten aus - und achten dabei besonders auf "pikante Details" (Quelle: Matan Hakimi / IDF-Handout/dpa-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild für einen TextTrump will US-Verfassung aussetzenSymbolbild für einen TextPolen: Vorwürfe gegen DeutschlandSymbolbild für einen TextUmfrage: So steht’s um die AmpelkoalitionSymbolbild für einen Text10.000 Polizisten umzingeln GroßstadtSymbolbild für einen TextVerlobung in "Promi Big Brother"-LiveshowSymbolbild für einen TextWM: So lässig feiert van Gaal den SiegSymbolbild für einen TextPrinz Harry überrascht mit VideobotschaftSymbolbild für einen TextVulkan auf Java bricht ausSymbolbild für einen TextBox-Ikone sichert sich erneut TitelSymbolbild für einen TextPelé meldet sich von PalliativstationSymbolbild für einen TextMann sprengt aus Versehen Auto in die LuftSymbolbild für einen Watson TeaserMcDonald's führt große Änderung einSymbolbild für einen TextAnzeige: Jahres-LOS kaufen und Einzel-LOS gratis dazu sichern
Anzeige
Loading...
Loading...
Loading...

Die Zweifel kamen mit einem deutschen Film. Der israelische Soldat D. sah sich "Das Leben der Anderen" an, ein Drama, in dem die Staatssicherheit der DDR ein Künstlerpaar abhört - und so zerstört. D. spürte Mitleid mit den Opfern, denen die Privatsphäre - ein fundamentales Recht - genommen wurde. Plötzlich durchfuhr es ihn: In der Rolle des Stasi-Mitarbeiters erkannte er sich selbst. "Wir tun genau dasselbe", sagte D. der israelischen Nachrichtenseite "ynet". "Nur sehr viel effizienter."

D., der nicht mit vollem Namen genannt wird, ist Reservist der Elite-Einheit 8200 der israelischen Armee, zuständig für Informationsbeschaffung. Am Freitag wandten sich 43 Mitglieder der Einheit an die Öffentlichkeit. In einem Brief kündigten Israels beste Späher an, künftig nicht mehr gegen die Palästinenser spionieren zu wollen. "Wir können nicht mit gutem Gewissen weiterhin in diesem System dienen und die Rechte von Millionen Menschen verletzten", heißt es in dem Schreiben.


NACHRICHTEN DES TAGES

Kreuzfahrtfestival Hamburg Cruise Days
Kreuzfahrtfestival Hamburg Cruise Days
+3

Die israelische Nachrichtenseite "ynet" hat mit sechs der Unterzeichner gesprochen. Ein Jahr hätten die Soldaten über den Brief nachgedacht, bevor er zu Papier kam. Aus moralischer Sicht sei es ihnen nicht möglich, ihre Arbeit weiterzuführen, sagte D. demnach.

Interesse an "pikanten" Details

In dem Interview erzählen die Soldaten offen von ihrem Dienst als Lauscher. Sie seien angehalten worden, besonders auf "pikante" Details zu achten. "Zum Beispiel auf finanzielle Probleme, die sexuelle Orientierung oder eine schwere Krankheit bei ihm oder in der Familie", sagte N., eine Reservistin, die den Brief ebenfalls unterzeichnet hat. "Wenn Du homosexuell bist und über zwei Ecken jemanden kennst, den Israel sucht, macht Israel dir das Leben zur Hölle."

N., eine Übersetzerin für Arabisch, hat auch in Teams gearbeitet, die für Informationen über militärische Ziele der Armee im Gazastreifen zuständig waren. Sie hat verfolgt, wenn Israels Luftwaffe diese Ziele schließlich angriff. In den Sekunden nach dem Einschlag der Bombe sei es in dem Raum still geworden. "Wenn wir getroffen hatten, füllten Applaus und Freudenjubel den Raum", erinnert sich N. Ob Zivilisten bei dem Angriff verletzt wurden, habe niemanden interessiert.

Wütende Reaktionen auf Veröffentlichung

Die israelische Gesellschaft, so die Soldaten, lebe in dem Glauben, dass nur potenzielle Terroristen in das Visier der Späher gerieten. Doch ein großer Teil der Abgehörten seien unschuldige Zivilisten und hätten nichts mit Gewalt gegen Israel zu tun. Davon zu erzählen, sei der Auftrag der Verweigerer.

Besonders dankbar ist man ihnen bislang nicht. Die Zeitung "Maariv" zitierte einen ehemaligen Kommandeur der Einheit mit den Worten: "Wenn das stimmt und ich ihr Kommandeur wäre, würde ich sie alle vor Gericht stellen und Gefängnis fordern." Das israelische Fernsehen berichtete, die Kollegen der Soldaten seien wütend über den Brief. Und eine rechtsgerichtete Nichtregierungsorganisation forderte Medienberichten zufolge, die Soldaten allesamt unehrenhaft zu entlassen.

Nicht nur Kollegen und Verbände kritisieren die Soldaten. Auch Menschen, die ihnen nahestehen, tun das. "Meine Familie unterstützt meinen Entschluss nicht, den Brief zu unterschreiben", sagte N. "ynet" zufolge. "Sie sehen mich an, als sei ich irgendeine Extremistin."

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingAnzeigen

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Chinas Mächtige schlagen mit aller Wucht zurück
  • Arno Wölk
  • Sophie Loelke
Von Arno Wölk, Sophie Loelke
  • Marc von Lüpke-Schwarz
Von Marc von Lüpke und Florian Harms

t-online - Nachrichten für Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagramYouTubeSpotify

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlängerung FestnetzVertragsverlängerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website