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Proteste in Hongkong: Polizei schießt einem Demonstranten in die Brust

Gewalteskalation bei Protesten  

Polizei schießt einem Demonstranten in Hongkong in die Brust

01.10.2019, 16:45 Uhr | dpa , job, t-online.de

Hongkong: Polizist schießt offenbar Demonstranten in die Brust

In Hongkong ist es zu den schwersten Ausschreitungen seit Beginn der Demokratie-Proteste. gekommen. Ein Polizist schoss offenbar einen Demonstranten in die Brust. (Quelle: Reuters)

Gewalt in Hongkong eskaliert: Erst vor wenigen Tagen erschütterten diese Aufnahmen von einem Schuss auf einen Demonstranten die Welt. (Quelle: Reuters)


China feiert 70 Jahre Volksrepublik. In Hongkong gehen Zehntausende für Demokratie auf die Straße. Radikale werfen Brandsätze. Die Polizei feuert Schüsse ab.

In Hongkong ist laut einem Bericht ein Demonstrant von der Polizei mit scharfer Munition angeschossen worden. Wie die Hongkonger Zeitung "South China Morning Post" unter Berufung auf eine nicht näher genannte Quelle berichtet, wurde der Mann im Stadtteil Tsuen Wan an der Brust getroffen. Sein Zustand soll kritisch sein.

Auf einem auf der Website der Zeitung veröffentlichten Foto war ein blutender Mann zu erkennen, der von Rettungskräften versorgt wird. Ein auf Twitter verbreitetes Video soll die Szene zeigen. Ein Polizist feuert dort aus kurzer Distanz:

Wie die "South China Morning Post" berichtete, feuerte die Polizei am Dienstag mindestens fünf Pistolenschüsse ab. Zwei Warnschüsse wurden demnach abgegeben, nachdem Polizisten von einer Gruppe Demonstranten angegriffen worden waren. Insgesamt wurden der Zeitung zufolge bislang 15 Verletzte in Krankenhäuser eingeliefert.

Erneut Zehntausende auf der Straße

Zehntausende waren in Hongkong erneut für Demokratie und Menschenrechte auf die Straße gegangen. Anlass waren die Feierlichkeiten zu Chinas 70. Geburtstag. Bei den Protesten kam es auch an mehreren Orten zu Zusammenstößen radikaler Demonstranten mit der Polizei. Aktivisten blockierten Straßen, warfen Pflastersteine, legten Feuer und warfen Brandsätze. Die Beamten setzen Tränengas, Schlagstöcke und Wasserwerfer ein.

Die Demonstranten zogen trotz eines Verbots der Behörden durch die Straßen der chinesischen Sonderverwaltungszone. "Freiheit für Hongkong" riefen die zumeist schwarz gekleideten Demonstranten und stimmten die Hymne der Protestbewegung an. Auch an anderen Orten in der früheren britischen Kronkolonie mit ihren rund sieben Millionen Einwohnern kamen Demonstranten zu zunächst friedlichen Protestaktionen zusammen.

Die Demonstranten fordern eine unabhängige Untersuchung von Polizeigewalt bei den seit fünf Monaten andauernden Protesten, eine Amnestierung der mehr als 1.500 bisher Festgenommenen, eine Rücknahme der Einstufung ihrer Proteste als Aufruhr sowie freie Wahlen.

Einige Straßen und U-Bahn-Stationen sind gesperrt

"Wir kämpfen für Freiheit und Demokratie", sagte ein Demonstrant namens Ramon. Die Kommunistische Partei gewähre den Menschen keine freien Wahlen, zudem würden Versammlungsfreiheit und Redefreiheit immer weiter eingeschränkt.

In Erwartung der Ausschreitungen hatten die Behörden bereits am Morgen einige Straßen und U-Bahn-Stationen in der Innenstadt gesperrt. Mindestens 6.000 Polizisten hielten sich bereit, wie die "South China Morning Post" berichtete. Mehrere große Einkaufszentren und Hunderte Geschäfte in der Stadt blieben geschlossen; einige Hotels empfahlen ihren Gästen, sich in geschlossenen Räumen aufzuhalten.
 

 
Seit der Rückgabe 1997 an China wird Hongkong mit einem eigenen Grundgesetz autonom regiert. Die Hongkonger stehen unter Chinas Souveränität, genießen aber – anders als die Menschen in der kommunistischen Volksrepublik – mehr Rechte wie Meinungs- und Versammlungsfreiheit, um die sie jetzt fürchten.

Verwendete Quellen:

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