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In Washington Post: Romney wirft Trump charakterliche Schwächen vor

Herausforderer bringt sich in Stellung  

Romney wirft Trump charakterliche Schwächen vor

02.01.2019, 06:38 Uhr | js, t-online.de

In Washington Post: Romney wirft Trump charakterliche Schwächen vor. Mitt Romney nach einem Gespräch mit Trump im Jahr 2016: Romney wird am Donnerstag als Senator vereidigt. (Quelle: Drew Angerer/Getty Images)

Mitt Romney nach einem Gespräch mit Trump im Jahr 2016: Romney wird am Donnerstag als Senator vereidigt. (Quelle: Drew Angerer/Getty Images)

Der frühere Präsidentschaftskandidat Mitt Romney greift Donald Trump scharf an. Beobachter gehen davon aus, dass er größere Pläne hat.

Der frühere republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney hat den US-Präsidenten Donald Trump in einem Zeitungsartikel scharf kritisiert. Ein Präsident müsse vor allem auch charakterliches Vorbild sein, weil er zu einem gewissen Grad den Charakter einer Nation präge. "Genau auf diesem Gebiet wurden die Defizite des Amtsinhabers besonders deutlich", schreibt Romney in dem Text, den die "Washington Post" in der Nacht zum Mittwoch deutscher Zeit veröffentlichte, also am Abend des Neujahrstages in den USA.

"Ein Präsident sollte die grundlegenden Qualitäten wie Ehrlichkeit und Integrität vorleben", schreibt Romney. Er habe gehofft, Trump werde sich im Amt entwickeln und anpassen, diese Hoffnung sei aber enttäuscht worden. "Alles in allem beweist sein Verhalten über die vergangenen zwei Jahre, vor allem im vergangenen Monat", dass der Präsident das Amt nicht angemessen ausfülle.

Spekulationen über größere Pläne

Trump, sein erster Stabschef Reince Priebus und Romney beim Abendessen: Romney sprach als Außenminister vor. Später versuchte Trump, ihn öffentlich lächerlich zu machen. (Quelle: Reuters/Lucas Jackson)Trump, sein erster Stabschef Reince Priebus und Romney beim Abendessen: Romney sprach als Außenminister vor. Später versuchte Trump, ihn öffentlich lächerlich zu machen. (Quelle: Lucas Jackson/Reuters)

Der Text hat bereits Spekulationen darüber ausgelöst, dass Romney sich in Stellung bringen könnte, um Trump vor den Wahlen 2020 als Kandidat der republikanischen Partei herauszufordern. Romney war lange Gouverneur von Massachusetts und wird am Donnerstag als neu gewählter Senator von Utah vereidigt werden. Im Jahr 2012 war er als republikanischer Kandidat gegen Barack Obama angetreten, hatte die Wahl aber verloren.

Vor der Wahl 2016, die Trump gewann, hatte sich Romney wiederholt sehr kritisch Trump gegenüber geäußert, ihn etwa als "verlogen" und "Betrüger" bezeichnet. Er zählte zu denjenigen, die US-Medien "Never Trumper" nannten, also Leute, die Trump nie unterstützen würden. Allerdings sprach Romney später bei Trump für das Amt des Außenministers vor; ein Foto vom gemeinsamen Abendessen, auf dem Trump lächelt und Romney eher gequält wirkt, ging durch die Öffentlichkeit. Trump entschied sich für Rex Tillerson als Außenminister, sagte öffentlich, Romney habe das Amt "verzweifelt" gewollt. Romney wurde für seine Anbiederung an Trump stark kritisiert.

"Werde nicht jeden Tweet oder Fehler kommentieren"

Mit seinem Gastbeitrag positioniert sich Romney nun erneut als Kritiker. Er werde mit dem Präsidenten zusammenarbeiten, schreibt er, er werde Politiken unterstützen, die er für richtig halte. "Ich werde nicht jeden Tweet oder Fehler kommentieren", schreibt er in Anspielung auf Trumps Vielzahl von Tweets. "Aber ich werde gegen bedeutsame Statements oder Handlungen Stellung beziehen, die spalten, rassistisch, sexistisch, einwandererfeindlich oder unehrlich sind oder demokratische Institutionen beschädigen".

Aus dem Senat sind mit dem an Krebs verstorbenen John McCain oder Jeff Flake einige der wenigen Republikaner ausgeschieden, die Trump überhaupt öffentlich und deutlich kritisiert haben, auch wenn sie in fast allen Fällen dessen Politik dann doch in Abstimmungen mittrugen. Romney könnte jetzt deren Rolle als parteiinterner Kritiker übernehmen.

 

 
Beobachter gehen davon aus, dass der 71-Jährige nach seinen Kandidaturen 2008 und 2012 noch einmal Interesse daran hat, für das Amt des US-Präsidenten anzutreten, auch wenn es extrem unüblich ist, dass eine Partei den amtierenden Präsidenten nicht mehr als ihren Kandidaten aufstellt. 

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