• Home
  • Politik
  • Kolumne - Gerhard Sp├Ârl
  • Nach Kritik von Meuthen: Hoffentlich zerlegt sich die AfD weiter selbst


Meinung
Was ist eine Meinung?

Die subjektive Sicht des Autors auf das Thema. Niemand muss diese Meinung ├╝bernehmen, aber sie kann zum Nachdenken anregen.

Hoffentlich zerlegt sich die AfD weiter selbst

Eine Kolumne von Gerhard Sp├Ârl

Aktualisiert am 30.11.2020Lesedauer: 3 Min.
J├Ârg Meuthen: Der AfD-Chef l├Âste beim Parteitag in Kalkar eine Kontroverse aus.
J├Ârg Meuthen: Der AfD-Chef l├Âste beim Parteitag in Kalkar eine Kontroverse aus. (Quelle: Rolf Vennenbernd/dpa-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild f├╝r einen Text"Querdenker" attackieren Drosten im UrlaubSymbolbild f├╝r einen TextSch├╝sse bei Geldtransporter-├ťberfallSymbolbild f├╝r ein VideoScholz erntet Shitstorm nach PKSymbolbild f├╝r einen TextKomiker sollen Giffey reingelegt habenSymbolbild f├╝r ein VideoAbgetrennter Kopf in Bonn: neue DetailsSymbolbild f├╝r einen TextGeringverdiener m├╝ssen beim Essen sparenSymbolbild f├╝r ein VideoBis zu 50 Liter Regen pro QuadratmeterSymbolbild f├╝r einen TextSensationstransfer vor AbschlussSymbolbild f├╝r einen TextSch├╝lerin fehlt Punkt zum perfekten AbiSymbolbild f├╝r einen TextUngewohnt privat: neues Foto von MeghanSymbolbild f├╝r einen TextFrau wochenlang an See misshandeltSymbolbild f├╝r einen Watson TeaserPrinz William ausgerastet: Palast reagiertSymbolbild f├╝r einen TextSchlechtes H├Âren erh├Âht das Demenzrisiko

Den Machtkampf in der AfD verscha╠łrft Jo╠łrg Meuthen mit einem Rundumschlag an Gauland, Ho╠łcke & Co. Nur weiter so, denn jetzt schon sackt die Partei in den Umfragen kra╠łftig ab.

Auf dem AfD-Parteitag fiel ein Wort, das ich viele Jahre lang vermissen durfte. Bisher dachte ich, es sei ein Monopol der Linken, die sich mit diesem Schimpfwort von jeher frenetisch u╠łberzog. Als Leute wie Ju╠łrgen Trittin noch in linken Splittergruppen von der Revolution tra╠łumten, als sich Maoisten mit Stalinisten bis aufs Messer um die reine Lehre stritten, da spien sie es so vera╠łchtlich aus, wie es einige AfDler am Wochenende ausspien.


Sieben wichtige Verhaltensregeln in der Corona-Zeit

Nies- und Hustetikette beachten
H├Ąnde waschen
+5

Das omino╠łse Wort hei├čt: spalterisch.

A╠łsthetisch gesehen ist es eher eine Peinlichkeit. Weder spricht es sich flu╠łssig aus noch wird es jenseits des Politischen benutzt. Aber so, wie Alexander Gauland und die anderen das Wort ins Mikrofon spuckten, im Ton ho╠łchster Verachtung, war es mit Wut aufgeladen und der na╠łchste Schritt mu╠łsste konsequenterweise ko╠łrperliche Gewalt sein.

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
BBC-Moderatorin Deborah James ist tot
Deborah James: Die krebskranke Moderatorin verabschiedete sich in einem emotionalen Post von ihren Fans.


Die Tiraden galten Jo╠łrg Meuthen, der ja kein Sonderling oder notorischer Aufru╠łhrer ist, sondern eher das Gegenteil, ein bu╠łrgerlicher Rechter mit ansta╠łndigem Beruf und unhetzerischer Rhetorik. Er ist auch kein Au├čenseiter, vielmehr ist er einer von zwei Vorsitzenden dieser Partei. Richtig am Vorwurf ist allerdings, dass er seit einiger Zeit die AfD neu ordnen will, wobei er ein Intimfeind der vo╠łlkischen Rechten ist, die in Bjo╠łrn Ho╠łcke ihren Propheten verehrt.

Man kann sich daru╠łber streiten, wie viel Erfolg Meuthen beschieden ist. Nun gut, offiziell lo╠łste sich der "Flu╠łgel" (auch so ein komisches Wort) auf, aber natu╠łrlich existiert er weiterhin, weil ja nun einmal Ho╠łcke & Co noch da sind und ungebrochen Einfluss ausu╠łben, wie sich in Kalkar zeigte. Stimmt schon, Andreas Kalbitz ist aus der AfD ausgeschlossen worden, doch was sollÔÇÖs, Tino Chrupalla etwa, Meuthens Co-Vorsitzender, unterscheidet sich nur unwesentlich vom abgespaltenen Kalbitz.

Schwebt Meuthen eine Art rechte CDU vor?

Ironischerweise mu╠łssen wir Meuthen Glu╠łck wu╠łnschen beim Versuch, Ballast abzuwerfen. Ihm schwebt anscheinend eine rechte CDU vor, die dann eines Tages mit der richtigen CDU eine Koalitionsregierung eingehen ko╠łnnte. Ganz rechts bliebe somit ein vo╠łlkischer Landsknechtshaufen u╠łbrig, der auf dem Kyffha╠łuser von der konservativen Revolution tra╠łumen du╠łrfte.

Alexander Gauland hat auch mal so angefangen wie Jo╠łrg Meuthen. Aus der CDU ausgetreten, wollte er sie von rechts aufmischen. Seine AfD trug anfangs die Insignien der fru╠łheren CDU: national, wei├č, deutsch, schwarzrotgolden die Seele. Irgendwie muss den Melancholiker aber der Altersradikalismus u╠łberkommen sein, sodass er die Orientierung verlor. So ergeht es Menschen, die Zeitlebens im Hintergrund blieben und dann plo╠łtzlich zu umjubelten Anfu╠łhrern aufsteigen. Weil Meuthen ihn an seinen Ursprung erinnert, geht Gauland besonders ehrabschneiderisch mit ihm um.

Die Rede in Kalkar la╠łsst sich als Zwiegespra╠łch zwischen Meuthen und Gauland verstehen. Meuthen mokiert sich u╠łber den Bismarckkult, den Gauland zelebriert. Meuthen ha╠łlt es fu╠łr vo╠łllig unangemessen, dass im Bundestag von der "Corona-Diktatur" herum schwadroniert wird, und meint auch Gauland damit, wobei der Parteitag in Kalkar als Dementi gegen die blo╠łdsinnige Polemik dient.

Meuthen als Kronzeuge seiner eigenen Partei

Von jetzt an du╠łrfen wir Meuthen als Kronzeugen seiner eigenen Partei zitieren. Er polemisiert gegen die Vorliebe fu╠łr durchgeknallte "Querdenker", "deren skurrile, zum Teil auch offen systemfeindlichen Positionen und Ansichten den Verdacht nahelegen, dass bei ihnen noch nicht einmal das Geradeausdenken richtig funktioniert, geschweige denn echtes Querdenken". Gut gebru╠łllt, oder?
Oder die Ru╠łge fu╠łr AfD-Bundestagsabgeordnete, die das Infektionsschutzgesetz mit Hitlers Erma╠łchtigungsgesetz verglichen hatten. Meuthen fragt, ganz Staatsmann, ob sich solche Vergleiche wegen "der allgemein bekannten Monstrosita╠łt und in dieser Dimension auch Singularita╠łt der Nazi-Barbarei nicht selbst verbieten?" Gauland nannte die zw├Âlf Jahre Hitler bekanntlich einen "Vogelschiss" in der deutschen Geschichte.

In Kalkar beschloss Meuthen seine Rede mit dieser Alternative: "Entweder wir kriegen hier die Kurve, und zwar sehr entschlossen und sehr bald, oder wir werden als Partei in keineswegs ferner Zukunft ein grandioses Scheitern erleben."

Das B├╝rgerliche soll bleiben, das V├Âlkische ausscheiden

Ja, da will jemand eine andere Partei haben, als die AfD geworden ist. Jo╠łrg Meuthen mo╠łchte das Bu╠łrgerliche retten und das Vo╠łlkische ausscheiden. Die La╠łmmer von den Wo╠łlfen trennen, so sieht er das. Das CDU-hafte von den Systemsprengern. Der Vorwurf, Meuthen sei spalterisch, trifft schon zu, jedenfalls dann, wenn man Gauland, Ho╠łcke oder Chrupalla hei├čt.

So wie es aussieht, steht Meuthen zwar nicht allein da, hat aber keine Mehrheit hinter sich. Vielleicht a╠łndert sich das. Seine Gegner laufen der "Querdenker"- Bewegung hinterher und o╠łffnen ihnen Tor und Tu╠łr. Die Quittung ist das Absinken der AfD bundesweit auf sieben Prozent. Daru╠łber du╠łrften einige unsichere Gemu╠łter ins Gru╠łbeln geraten. Die Rechte jenseits von CDU und CSU hat sich schon fru╠łher am liebsten selber zerlegt. Wa╠łre ganz scho╠łn, wenn die AfD dieser Tradition treu bliebe.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
AfDAlexander GaulandCDUQuerdenker
Aktuelles zu den Parteien

Politik international




t-online - Nachrichten f├╝r Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Str├Âer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverl├Ąngerung FestnetzVertragsverl├Ąngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website