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USA: Vorwahl der Republikaner – Nikki Haley kämpfte bis zur Aussichtslosigkeit


Nikki Haley
Sie kämpfte bis zur Aussichtslosigkeit

Von dpa, das, cck, lex

Aktualisiert am 06.03.2024Lesedauer: 3 Min.
UN-ASSEMBLY/TRUMPVergrößern des BildesNikki Haley und Donald Trump: Die beiden Republikaner sind nun nicht mehr Konkurrenten im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur ihrer Partei. (Quelle: Kevin Lamarque/reuters)
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Nikki Haley wurden im Kampf um die US-Präsidentschaft keine Chancen eingeräumt. Trotzdem blieb sie lange im Rennen – bis Donald Trump endgültig als uneinholbar erschien.

In den Debatten um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner musste sich Nikki Haley einiges von ihren männlichen Konkurrenten anhören: Als "Dick Cheney in sieben Zentimeter hohen Stöckelschuhen" wurde sie etwa vom mittlerweile ausgeschiedenen Kandidaten Vivek Ramaswamy verspottet. Doch Haley konterte kühl, dass ihre Absätze zwölf Zentimeter hoch seien und sie diese nicht aus Modegründen, sondern als Waffe nutze.

Als Haley im Februar 2023 verkündete, sich um das Amt des republikanischen Präsidentschaftskandidaten zu bewerben, wurden ihr so gut wie keine Chancen eingeräumt. Während Floridas Gouverneur Ron DeSantis bereits nach der ersten Vorwahl in Iowa ausschied, blieb Haley noch lange im Rennen.

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Nach dem "Super Tuesday" steht sie vor dem Aus

Doch nach dem "Super Tuesday" am 6. März stand auch sie vor dem Aus. Das "Wall Street Journal" berichtete tags darauf, dass Haley ihre Kandidatur zurückziehen werde. Haley gewann am "Super Tuesday" lediglich in Vermont. In allen anderen der 15 Staaten, in denen an diesem Tag republikanische Vorwahlen stattfanden, lag sie klar hinter Trump – einschließlich der beiden bevölkerungsreichsten Staaten Kalifornien und Texas.

Video | Karte zeigt Donald Trumps Siegeszug
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Quelle: t-online

In den Wochen davor hatte sie bereits in zahlreichen anderen Bundesstaaten gegen Trump verloren. In ihrem Heimatstaat South Carolina etwa hatten die Republikaner Ende Februar abgestimmt. Wenn überhaupt, dann hätte sie hier eine Chance, Trump zu schlagen, hatte es vor der Abstimmung geheißen. Es kam anders. Trump gewann deutlich vor Haley (t-online berichtete). Das einflussreiche und finanzstarke Netzwerk des konservativen Milliardärs Charles Koch kündigte daraufhin an, die 52-jährige Präsidentschaftsbewerberin nicht länger aktiv zu unterstützen.

Der politische Arm des Netzwerks, die Organisation Americans for Prosperity Action (Amerikaner für Wohlstand), erklärte, zwar weiter hinter Haley zu stehen; sie sei "die beste Kandidatin". Aber angesichts "der Herausforderungen in den nächsten Vorwahl-Bundesstaaten glauben wir nicht, dass eine Gruppe von außen einen Unterschied ausmachen kann, um ihren Weg zu einem Sieg zu verbreitern." Die Organisation wolle ihre Ressourcen deswegen dort einsetzen, "wo wir einen Unterschied machen können", hieß es in einem Memo. Das seien die Wahlen für den US-Senat und das Repräsentantenhaus.

Anfang März gelang Haley dann ihr erster Erfolg. Bei den Vorwahlen im Hauptstadtdistrikt Washington hatte sie gegenüber Trump die Nase vorn. Allerdings hat dieses Ergebnis nur geringe Aussagekraft, denn bei der Präsidentschaftswahl 2020 hatten dort letztlich mehr als 90 Prozent der Wähler für die Demokraten gestimmt. Zudem war in der US-Hauptstadt mit 19 Delegierten nur eine geringe Zahl an Stimmen zu gewinnen. Mehr zu Haleys Wahlerfolg lesen Sie hier.

Haley kämpfte weiter. Bis es endgültig als aussichtslos erschien. Nach dem "Super Tuesday" kam Trump laut Berechnungen der "New York Times" auf 995 Parteitagsdelegierte, Haley auf 89. Damit fehlten Trump nur noch 220 Delegierte, um auf dem Parteitag der Republikaner im Juli 2024 zum Präsidentschaftskandidaten gekürt zu werden.

Wofür steht Haley politisch?

Obwohl sich Haley im Wahlkampf 2016 nicht für ihren Konkurrenten Donald Trump ausgesprochen hatte, wurde sie nach dessen Wahlsieg neue US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen. Damals wurde ihre geringe Erfahrung in der Außenpolitik kritisiert. Zuvor war Haley bereits Abgeordnete im Repräsentantenhaus und zwischen 2011 und 2017 Gouverneurin ihres Heimatstaates South Carolina gewesen.

Im Kampf um den Kandidatenposten der Republikaner versuchte Haley, außenpolitische Akzente zu setzen. Dabei setzte sie sich, anders als ihre Konkurrenten Donald Trump oder Ron DeSantis, dafür ein, die Ukraine militärisch zu unterstützen. Daneben positionierte sie sich klar im Nahostkonflikt auf der Seite Israels und plädierte für eine Unterstützung Taiwans gegen China.

Kampf um die Kandidatur
US-Wahlen2024
Stand:Trump:Haley:
  • Trump
  • Haley

Donald Trump (77)

Der umstrittene Ex-Präsident will das Weiße Haus zurückerobern.

Nikki Haley (52)

Pragmatikerin, will Konservative gewinnen, denen Trump suspekt ist.

Die prozentualen Zustimmungswerte der Kandidaten beziehen sich auf die Wählerschaft innerhalb der eigenen Partei, nicht auf alle Wähler. Quelle: RealClearPolling (13.03.2024, ausgewählte Bewerber, Ergebnisse auf ganze Zahlen gerundet)

Auch innenpolitisch setzte sich Haley von ihren Konkurrenten ab: In der Frage um Schwangerschaftsabbrüche sagte sie Anfang November, dass sie sich zwar dagegen ausspreche, allerdings auch die Positionen der Befürworter respektiere. Darüber hinaus sei ein bundesweites Verbot aus ihrer Sicht nicht durchsetzbar. Stattdessen müsse man parteiübergreifend nach Kompromissen suchen. Dennoch vermeidet sie wie ihr ehemaliger Konkurrent Ron DeSantis allzu harte Kritik an Trump.

Das ist privat über Haley bekannt

Haleys Eltern stammen ursprünglich aus Indien. Ihre Eltern bauten in den USA ein erfolgreiches Bekleidungsunternehmen auf, in dem Haley schon zu Teenagerzeiten mitarbeitete. Später studierte sie Buchhaltung an der Clemson University und war danach wieder im Geschäft der Familie tätig, ehe sie 2004 die politische Laufbahn einschlug.

1996 heiratete sie ihren Mann Michael Haley, der später als Soldat im Krieg in Afghanistan diente. Haley konvertierte 1997 zum Christentum; ursprünglich gehörten sie und ihre Familie dem Sikhismus an.

Verwendete Quellen
  • Mit Material der Nachrichtenagentur dpa
  • nikkihaley.com: "About Nikki" (englisch)
  • britannica.com: "Nikki Haley" (englisch)
  • wsj.com: "Nikki Haley to exit Republican Presidential Race" (englisch, kostfenpflichtig)
  • nytimes.com: "Super Tuesday Results" (englisch)
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