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Klimaproteste: Bis einer stirbt


Es reicht!

Von Miriam Hollstein

Aktualisiert am 24.11.2022Lesedauer: 2 Min.
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"Letzte Generation" besetzt BER: Ein Video zeigt, wie die Aktivisten das Rollfeld stürmen. (Quelle: t-online)
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Aktivisten der "Letzten Generation" haben am Donnerstag den Flughafen Berlin-Brandenburg lahmgelegt. Damit überschreiten sie eine rote Linie.

Sie haben es schon wieder getan. Drei Wochen ist es her, dass Aktivisten der "Letzten Generation" mit einer Straßenblockade in Berlin (unabsichtlich) die Rettung einer verunfallten Radfahrerin behindert haben. Nun haben sie wieder eine Aktion gestartet, die potenziell Menschen in Gefahr bringt. Am Donnerstag blockierten Mitglieder Berichten zufolge an zwei Stellen den Flughafen BER, einmal am stillgelegten Terminal 5, einmal am Südteil. Der Flugverkehr musste vorübergehend ausgesetzt beziehungsweise eingeschränkt werden.

Protest muss radikal sein, um Dinge zu verändern. Nur wer die Abläufe stört, rüttelt die Gesellschaft auf. Es gibt aber eine rote Linie: Wenn man Leben in Gefahr bringt, sowohl das eigene als auch andere. Auf einem Flughafen-Rollfeld herumzulaufen, ist nicht nur für die eigene Gesundheit nicht empfehlenswert. Es ist auch ein großes Risiko für alle ankommenden Flugzeuge, von denen einige nur mit knapp bemessenem Sprit unterwegs sind und nicht unbegrenzt kreisen oder problemlos auf einen anderen Flughafen ausweichen können.

Um es ganz klar zu sagen: Solche Aktionen haben nichts mehr mit dem Bewerfen von Gemälden mit Tomatensaft oder Kartoffelbrei zu tun. Wer behauptet, die Menschheit retten zu wollen und dafür zugleich bereit ist, die Sicherheit anderer zu riskieren, führt sein eigenes Ziel ad absurdum.

Mit Gewalt wird kein positiver Wandel erreicht. Das zeigt das Beispiel der "Roten Armee Fraktion" (mit der die "Letzte Generation" hier nicht verglichen werden soll) in den Siebzigerjahren. Zu Beginn ihrer Protestaktionen konnte sie an eine in Teilen der Gesellschaft verbreitete Stimmung anknüpfen. Als sie sich radikalisierte, Menschen gezielt ermordete und den Tod von Zivilisten als "Kollateralschaden" billigend in Kauf nahm, verlor sie den Rückhalt.

Die Liste derer, die mit konsequentem, aber friedlichem Protest zum Wandel beigetragen haben, ist lang. Angefangen von Ghandi über die Friedensbewegung in den achtziger Jahren bis hin zur Klimaaktivistin Greta Thunberg, die zunächst mit Schulstreiks dafür sorgte, dass der Klimawandel plötzlich auch von den Vereinten Nationen und auf dem Weltwirtschaftsforum diskutiert wurde.

Wer Veränderung will, braucht die Mehrheit der Gesellschaft

Die "Letzte Generation" nimmt die Dringlichkeit des Klimawandels für sich in Anspruch, um ihre Radikalität zu rechtfertigen. Wenn jetzt nichts geschähe, dann sei das Ende der Welt besiegelt und sie die letzte Generation. Man möchte ihr zurufen, dass dies jeder denkt, der mit Leidenschaft für eine Veränderung der Gesellschaft kämpft. Wer in den Achtzigerjahren gegen das Wettrüsten der Atommächte auf die Straße ging, war überzeugt, dass ein dritter Weltkrieg den Globus vernichten würde.

Wer Veränderung will, muss dafür die Mehrheit der Gesellschaft für sich und seine Sache gewinnen. Das wird in einer Demokratie niemals geschehen, indem man das Leben anderer in Gefahr bringt oder Gewalt anwendet.

Man fragt sich, wann die Aktivisten und Aktivistinnen der "Letzten Generation" dies verstehen werden. Und man kann nur hoffen und beten, dass es geschieht, bevor jemand stirbt.

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Verwendete Quellen
  • Eigene Recherchen
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  • Sophie Loelke
  • Nicolas Lindken
Von Sophie Loelke, Nicolas Lindken
BER

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