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Kiel: Katharina K. studiert weiter mit Nikab

Diskussion an der Uni Kiel  

Katharina K. studiert weiter mit Nikab

13.05.2019, 17:56 Uhr | t-online.de, sth

Kiel: Katharina K. studiert weiter mit Nikab. Absolventinnen im Jemen: Nur wenige Musliminnen tragen einen Nikab. (Symbolbild) (Quelle: Reuters/Khaled Abdullah Ali Al Mahdi)

Absolventinnen im Jemen: Nur wenige Musliminnen tragen einen Nikab. (Symbolbild) (Quelle: Khaled Abdullah Ali Al Mahdi/Reuters)

Eine Richtlinie verbietet Vollverschleierung an der Universität Kiel. Trotzdem besucht eine Studentin im Nikab weiterhin Seminare. Das darf sie auch, denn eine Richtlinie ist kein Gesetz.

Katharina K. ist eine von mehr als 25.000 Studenten an der Universität Kiel. Dort würde sie wahrscheinlich kaum auffallen. Doch ihr Kleidungsstil wurde zum Politikum. Die deutsche Muslimin trägt Vollverschleierung – und die will sie auch nicht ablegen.

Das Präsidium der Uni Kiel findet aber, ein Ganzkörperschleier hat an einer Universität nichts zu suchen. Kleidungsstücke wie Nikab und Burka verhüllen Körper und Gesicht. Das behindere die offene Kommunikation. Darum Ende beschloss das Präsidium Ende Januar eine Richtlinie gegen Vollverschleierung.

In einem Interview mit t-online.de betonte Katharina K.: Sie trägt den Nikab gerne und sie will auch nicht nachgeben, obwohl sie gerne studiert. Das wolle sie nicht nur für sich erreichen, sondern auch für ihre Glaubensschwestern.


Ihre Familie und einige Dozenten an der Uni haben damit auch kein Problem. 




Der Nikab ist ein Schleier, der Körper und Gesicht verhüllt. Mehr als einmal betonte Katharina K.: Sie trägt den Nikab gerne. Ihre Familie und viele ihrer Lehrer haben damit auch kein Problem. 

Sie will aber auch an der Universität Kiel studieren. Die Universität Kiel findet indes, der Nikab habe . Trotzdem erscheint die deutsche Muslimin weiter zu den Seminaren.



Als einzige Studentin trägt sie einen Nikab, der 




 

Eine Studentin an der Universität Kiel trägt den Nikab.  

Präsidium erst morgen dazu besprechen.

Der Pressesprecher der Uni, Boris Pawlowski, sagte dem SPIEGEL, der Dozent habe sich anschließend an die Diversitätsbeauftragte der Hochschule gewandt. Zudem sei mit der Studentin, ihrem Mann und der Vizepräsidentin der Uni, Anja Pistor-Hatam, gesprochen worden. Pistor-Hatam ist auch Islamwissenschaftlerin. Sie habe sich dafür ausgesprochen, Nikabs an der Universität nicht zu tolerieren.
Spiegel: https://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/nikab-verbot-an-uni-kiel-ein-schleier-der-spaltet-a-1255039.html


Anti-Diskriminierungsbeauftragte: Nikab-Verbot nicht haltbar

Das Vollverschleierungsverbot in Lehrveranstaltungen an der Kieler Universität ist nach Auffassung der Anti-Diskriminierungsbeauftragten des Landes ohne Rechtsgrundlage. "Das vorliegende Verbot per Richtlinie ist nach meiner Bewertung so nicht haltbar", sagte Samiah El Samadoni am Freitag in Kiel. "Rechtlich ist ein Verschleierungsverbot als Eingriff in die Religionsfreiheit nach Artikel 4 Grundgesetz tatsächlich nur durch oder aufgrund eines Gesetzes möglich." Beispielsweise enthalte das bayerische Hochschulgesetz eine solche Regelung, erläuterte El Samadoni.

Sie betonte außerdem, sie könne die Argumentation der Uni für das nach einem Einzelfall erlassene Verbot nicht nachvollziehen. Begründet wurde die Richtlinie mit der Einschränkung der für die Lehre erforderlichen offenen Kommunikation durch den Gesichtsschleier. Nach Ansicht des Uni-Präsidiums beruht diese nicht nur auf dem gesprochenen Wort, sondern auch auf Mimik und Gestik. Gerade in Vorlesungen sei die Kommunikation aber fast immer frontal und einseitig, sagte El Samadoni. Eine mündliche Leistung der Studierenden werde auch ­ anders als in der Schule ­ nicht benotet.

Fraglich sei auch, ob ein Einzelfall wie an der Kieler Uni Anlass für eine gesetzliche Regelung sein sollte oder ob nicht andere Lösungswege durch den Dialog gefunden werden könnten. Eine zum Islam konvertierte Studentin hatte in einer Lehrveranstaltung einen Nikab getragen, bei dem lediglich die Augen der Trägerin sichtbar bleiben. El Samadoni kritisierte, der Streit um ein Verbot biete eine öffentliche Plattform für unterschiedlichste Interessengruppen, denen es lediglich um eine Eskalation der Auseinandersetzung gehe.

Verwendete Quellen:

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