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Galeria Karstadt Kaufhof: Mitarbeiter prügeln ihren Chef René Benko – als Pappfigur

Prügel für Pappfigur  

Galeria-Mitarbeiter lassen Wut auf ihren Chef ab

17.10.2020, 17:10 Uhr | dpa

Galeria Karstadt Kaufhof: Mitarbeiter prügeln ihren Chef René Benko – als Pappfigur. Renè Benko eins auf die Nase: Der bekannte Karnevalswagenbauer Jacques Tilly hat die Pappfigur des Eigentümers von Galeria Karstadt Kaufhof gestaltet. (Quelle: dpa/Roland Weihrauch)

Renè Benko eins auf die Nase: Der bekannte Karnevalswagenbauer Jacques Tilly hat die Pappfigur des Eigentümers von Galeria Karstadt Kaufhof gestaltet. (Quelle: Roland Weihrauch/dpa)

Bis Ende des Monats will Galeria Karstadt Kaufhof bundesweit 35 Filialen schließen. In Düsseldorf haben jetzt streikende Mitarbeiter ihrem Frust Ausdruck verliehen – mit Unterstützung aus der Karnevalsszene.

Hunderte Mitarbeiter der Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof haben am Samstag nach Gewerkschaftsangaben in ganz Nordrhein-Westfalen gegen die Schließung ihrer Filialen protestiert. In Düsseldorf konnten sie ihrem Unmut dank der Unterstützung des bekannten Karnevalswagenbauers Jacques Tilly besonders plakativ Luft machen: Mit Boxhandschuhen schlugen Mitarbeiter auf eine überlebensgroße Papp-Figur ein, die Firmeneigner René Benko darstellte, bis die Skulptur auseinanderfiel.

Teile der Belegschaft trugen schwarze T-Shirts oder Trauer-Sticker und trugen das Warenhaus symbolisch zu Grabe. Bis zum Ende des Monats sollen bundesweit rund 35 Galeria-Kaufhof- und Karstadt-Filialen schließen. Für die meisten war nach Angaben der Gewerkschaft Verdi Samstag der letzte Tag. In Bonn und Essen waren die Lichter schon früher ausgegangen, nachdem die Regale leergekauft waren. Im Januar sollen sechs weitere Schließungen folgen.

Gewerkschaft Verdi spricht von Missmanagement

Besonders für kleine Städte, darunter Gummersbach, Neumünster und Witten, sind die Filialschließungen ein herber Rückschlag im Kampf um Publikumsverkehr in ihren Innenstädten. Mit den rund 130 verbleibenden Warenhäusern hofft der angeschlagene Konzern, schnell wieder in die schwarzen Zahlen zurückzukehren.

Die Gewerkschaft Verdi warf der Geschäftsführung Missmanagement vor. "Viele sind nicht nur unendlich traurig über ihren Jobverlust, sie empfinden auch berechtigte Wut auf die derzeitige Unternehmensleitung", sagte Gewerkschaftssekretärin Miriam Jürgens. Bundesweit verlieren laut Verdi rund 2500 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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