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Neuer "Bild"-Chef Johannes Boie will "Kultur des Respekts stärken"

Nach Reichelts Entlassung  

Neuer "Bild"-Chef will "Kultur des Respekts stärken"

27.10.2021, 21:36 Uhr | dpa, mk

Neuer "Bild"-Chef Johannes Boie will "Kultur des Respekts stärken". Das Verlagshaus Axel Springer in Berlin: "Wir werden keinen Millimeter Machtmissbrauch und Drangsalierung dulden." (Quelle: imago images/Jürgen Ritter)

Das Verlagshaus Axel Springer in Berlin: "Wir werden keinen Millimeter Machtmissbrauch und Drangsalierung dulden." (Quelle: Jürgen Ritter/imago images)

Nach den Enthüllungen über Machtmissbrauch in der "Bild"-Redaktion soll Johannes Boie das Boulevardblatt wieder auf Kurs bringen. Der neue Chefredakteur will auch früheren Hinweisen nachgehen.

Der neue "Bild"-Chefredakteur Johannes Boie will den nach eigenen Angaben bei der Boulevardzeitung eingeleiteten Kulturveränderungsprozess vorantreiben. "Wir wollen eine Kultur des Respekts stärken", sagte der 37-Jährige der "Süddeutschen Zeitung". "Wir werden keinen Millimeter Machtmissbrauch und Drangsalierung, Einschüchterung oder Schlimmeres dulden."

Johannes Boie ist neuer Chefredakteur der "Bild". (Quelle: dpa/Susanne Schmidt)Johannes Boie ist neuer Chefredakteur der "Bild". (Quelle: Susanne Schmidt/dpa)

Nach einer Veröffentlichung in der "New York Times" vorige Woche hatte der Springer-Verlag den bisherigen "Bild"-Chef Julian Reichelt abgesetzt und Boie an dessen Stelle gesetzt. Der Verlag begründete den Schritt so: "Als Folge von Presserecherchen hatte das Unternehmen in den letzten Tagen neue Erkenntnisse über das aktuelle Verhalten von Julian Reichelt gewonnen. Diesen Informationen ist das Unternehmen nachgegangen. Dabei hat der Vorstand erfahren, dass Julian Reichelt auch nach Abschluss des Compliance-Verfahrens im Frühjahr 2021 Privates und Berufliches nicht klar getrennt und dem Vorstand darüber die Unwahrheit gesagt hat."

Reichelt soll Machtposition ausgenutzt haben

Mehrere Frauen werfen Reichelt vor, seine Machtposition bei der Zeitung ausgenutzt zu haben. Die Arbeitsplatzkultur vermische "Sex, Journalismus und Firmengeld", heißt es in dem Bericht der "New York Times". Im Frühjahr musste Reichelt sich bereits nach ähnlichen Enthüllungen von "Spiegel" und "Zeit" einem Compliance-Verfahren stellen. Im Anschluss an die Untersuchung durch eine externe Anwaltskanzlei kehrte er nach einer kurzen Pause jedoch wieder in seinen Job zurück.

Auf die Frage, ob es über den Fall Reichelt hinaus weitere Mitarbeiter gebe, gegen die Untersuchungen laufen, sagte Boie der "Süddeutschen Zeitung" arbeitete: "Nein. Ich mache mir jedoch gerade ein Bild über etwaige Compliance-Meldungen, die es in den letzten Jahren möglicherweise gab und die noch Auswirkungen haben könnten, emotional wie arbeitspsychologisch. Ich muss herausfinden, wie die Stimmung ist, welche Sorgen die Leute haben." Boie arbeitete vor seiner Zeit bei Springer selbst mehrere Jahre für die "Süddeutsche".

Boie war bislang Chefredakteur der ebenfalls zu Springer gehörenden "Welt am Sonntag". "Bild" und "Welt" sind die journalistischen Flaggschiffe des Medienkonzerns in Berlin. Die Nachfolge Boies für den Chefredakteursposten bei der "Welt am Sonntag" steht noch nicht fest. Ein Sprecher des Springer-Verlags teilte am Mittwoch auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Berlin mit: "Eine Nachfolgeregelung für die Chefredaktion der WAMS werden wir beizeiten bekannt geben."

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