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Erster Atommüll-Tansport per Schiff auf dem Neckar gestartet


Castor-Behälter auf Neckar
Erster Atommüll-Tansport per Schiff gestartet

dpa, Wolfgang Jung, Tatjana Bojic, Wal

26.06.2017Lesedauer: 2 Min.
Auch für den Castortransport auf dem Neckar rechnet die Polizei mit erheblichen Störungen durch Atomkraftgegner. (Symbolbild)Vergrößern des BildesAuch für den Castortransport auf dem Neckar rechnet die Polizei mit erheblichen Störungen durch Atomkraftgegner. (Symbolbild) (Quelle: Stefan Sauer/dpa-bilder)
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Zum ersten Mal in Deutschland wird am Montag Atommüll auf einem Fluss transportiert. Der Energieversorger EnBW will hoch radioaktive Abfälle per Schiff von einem Kraftwerk zu einem anderen transportieren. Umweltschützer kündigten Proteste an.

Gegen 05.20 startete der sogenannte Schubverband zunächst ohne Zwischenfälle Richtung Obrigheim in Baden-Württemberg zum stillgelegten Atomkraftwerk, wie die Polizei mitteilte. Ein Polizeihubschrauber beobachtete die Lage aus der Luft. In Obrigheim soll nach aktuellen Plänen am Dienstag die Verladung der drei Castor-Behälter auf das Schiff erfolgen. Insgesamt plant der Energieversorger EnbW fünf Transporte mit je drei Castoren. Die Polizei rechnet ab Montag mit Kundgebungen von Atomkraftgegnern.

Die Beförderung von zunächst drei Castor-Behältern per Schiff auf dem unteren Neckar ist heftig umstritten. Es wäre der EnBW zufolge die erste Verfrachtung von Atommüll auf einem Fluss in Deutschland. Die Brennelemente aus Obrigheim sollen im Zwischenlager am Kernkraftwerk Neckarwestheim gelagert werden.

Polizei verhängt Badeverbot

Aus Sicherheitskreisen verlautete, die Polizei werde mit Hunderten Beamten im Einsatz sein. Der Transport werde von Booten der Wasserschutzpolizei begleitet, Polizeifahrzeuge seien an der Strecke postiert. Als mögliche kritische Punkte werden sechs Schleusen auf dem etwa 50 Kilometer langen Weg gesehen. Für die Gewährleistung der Sicherheit verhängte die Polizei zudem ein Bade- und Schwimmverbot im Neckar.

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Gegner haben Proteste angekündigt. "Konflikte entstehen nur dann, wenn das Versammlungs- und Demonstrationsrecht an den Transporttagen eingeschränkt werden soll. Und wenn die Polizei mit unverhältnismäßigen Mitteln gegen Protestierende vorgeht", sagt Herberth Würth vom Aktionsbündnis "Neckar castorfrei".

Experten kritisieren Transport

Eigentlich wäre für die Lagerung der 342 ausgedienten Brennelemente ein eigenes Zwischenlager in Obrigheim nötig. Allerdings ist in Neckarwestheim noch Platz: Von den dortigen 151 Lagerstellen sollen nur 125 für Castor-Behälter verplant sein, der Rest wäre demnach frei - etwa für die 15 Behälter mit Brennelementen aus Obrigheim. Die Genehmigung für eine Aufbewahrung der Brennelemente im Zwischenlager am Kernkraftwerk Neckarwestheim war der EnBW bereits 2016 erteilt worden.

Experten wie der Physiker Wolfgang Neumann kritisieren, dass wohl nicht geprüft wurde, ob in Obrigheim ein Zwischenlager möglich wäre, das in puncto Sicherheit besser wäre als andere Zwischenlager im Südwesten - einschließlich Neckarwestheim. "Ist das nicht so, muss eine Sicherheitsabwägung gemacht werden zwischen der Lagerung in Obrigheim und einem Transport nach Neckarwestheim", sagt der Strahlenexperte aus Hannover. "Leider hat Entsprechendes auch unter einem Grünen-Umweltminister nicht stattgefunden", sagt Neumann.

Schiffstransport soll Risiken minimieren

EnBW und Polizei argumentieren, dass eine Beförderung auf der Schiene oder auf der Straße aufwendiger sei. Die Sicherheit sieht das Unternehmen nicht gefährdet. Der Chef der Kernkraft GmbH von EnBW, Jörg Michels, nennt das Transportschiff sogar "praktisch unsinkbar". Hingegen bezeichnet die Landesvorsitzende des Umweltverbandes BUND, Brigitte Dahlbender, den Transport auf dem Neckar als "riskanteste Variante". Es wäre der EnBW zufolge die erste Verfrachtung von Atommüll auf einem Fluss in Deutschland. In der Vergangenheit waren verbrauchte Brennelemente aber auf dem Wasser etwa nach Großbritannien gebracht worden.

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