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Kultusminister-Chef will Ost-West-Schüleraustausch


Vorstoß aus Thüringen
Bildungsminister fordert Ost-West-Schüleraustausch

dpa, rew

Aktualisiert am 15.01.2018Lesedauer: 2 Min.
Die Wartburg bei Eisenach: Auch westdeutsche Schüler sollen nach Willen des thüringischen Bildungsministers historische Orte im Osten besser kennenlernen.Vergrößern des BildesDie Wartburg bei Eisenach: Auch westdeutsche Schüler sollen nach Willen des thüringischen Bildungsministers historische Orte im Osten besser kennenlernen. (Quelle: Archivbild/Martin Schutt/dpa-bilder)
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Thüringens Bildungsminister Holter will ostdeutsche Schüler in den Westen schicken und umgekehrt. Nicht jeder seiner Kollegen ist davon begeistert.

Der neue Präsident der Kultusministerkonferenz (KMK), Helmut Holter, hat einen innerdeutschen Schüleraustausch zwischen Ost- und Westdeutschland vorgeschlagen. "Wir brauchen nicht nur Schülerprojekte im Austausch mit Polen oder Frankreich, sondern auch zwischen Leipzig und Stuttgart", sagte der thüringische Bildungsminister (Linke) den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

"Ost und West reden zu wenig"

Das könne helfen, den innerdeutschen Dialog zu fördern. "Ich bin der Überzeugung, dass Ost und West viel zu wenig miteinander reden über das, was war und was heute ist", sagte Holter. "Ostdeutsche Erfahrungen müssen in den Westen gebracht werden und umgekehrt."

Sachsen-Anhalts Bildungsminister Marco Tullner (CDU) lehnt einen Schüleraustausch zwischen Ost- und Westdeutschland dagegen ab. "Im Jahr 28 nach der Deutschen Einheit sollten wir keine ideologischen Mauern konstruieren, wo keine mehr sind", sagte er zur Idee seines Thüringer Amtskollegen.

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Tullner sagte, es gebe bereits unzählige gemeinsame Projekte zwischen Schulen aus unterschiedlichen Bundesländern. Als Beispiel nannte er die gemeinsame Aufarbeitung der deutschen Teilung an der Gedenkstätte Marienborn an der Grenze zwischen Sachsen-Anhalt und Niedersachsen. "Es muss vielmehr darum gehen, Gemeinsamkeiten statt Unterschiede zu betonen", sagte Tullner. Schüler seien da den Erwachsenen sogar oft voraus.

"Der Vorschlag kommt 25 Jahre zu spät"

Ähnlich sieht das auch Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes. "Der Vorschlag kommt 25 Jahre zu spät", sagte er zu t-online.de. Inzwischen hätten sich die Erfahrungswelten von ost- und westdeutschen Jugendlichen weitestgehend angeglichen. Aufholbedarf sieht Meidinger hingegen bei dem Wissen über die deutsche Teilung: "Das Thema muss verstärkt im Geschichtsunterricht vorkommen."

Das bestätigt auch der Politikwissenschaftler und Zeithistoriker Klaus Schroeder. Er forscht zur deutschen Teilungsgeschichte und der Wiedervereinigung. "Jugendliche wissen sehr wenig über die deutsche Teilung", sagt Schroeder. In Ostdeutschland führe das dazu, dass Schüler die Geschichte der DDR verharmlosen würden, in Westdeutschland tendiere man hingegen dazu, das Thema zu ignorieren. "Lehrer müssen das Thema im Geschichtsunterricht stärker vermitteln", fordert Schroeder. Ein Austauschprogramm sei dafür aber nicht sinnvoll.

Quellen:
- dpa
- eigene Recherche

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