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Denis Cuspert alias Deso Dogg: Deutscher IS-Kämpfer stirbt in Syrien

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Denis Cuspert alias Deso Dogg  

Deutscher IS-Kämpfer zum fünften Mal tot

19.01.2018, 15:58 Uhr | Lars Wienand

Denis Cuspert alias Deso Dogg: Deutscher IS-Kämpfer stirbt in Syrien. Denis Cuspert alias Deso Dogg alias Abu Talha al-Almani war schon oft in Propagandamaterial der Dschihadisten zu sehen.  (Quelle: Screenshot)

Denis Cuspert alias Deso Dogg alias Abu Talha al-Almani war schon oft in Propagandamaterial der Dschihadisten zu sehen. (Quelle: Screenshot)

Ist er diesmal wirklich tot? Bereits viermal wurde das Denis Cuspert alias Rapper Deso Dogg alias IS-Terrorkämpfer Abu Talha al-Almani nachgesagt. Und erneut gibt es Zweifel.

Sein Gesicht wurde zu einem der wichtigsten Gesichter der Terrormiliz, die sich (hochtrabend) "Islamischer Staat" genannt hat. In etlichen Propagandavideos war der Kreuzberger Ex-Rapper zu sehen und schwärmte vom „Abenteuer“, Menschen zu töten und davon, in einer "Villa am Rande des Schlachtfelds" zu leben. Er ließ sich filmen, als ein Gefangener enthauptet wurde und trug den Kopf anschließend umher.

Nun gibt es Fotos, die seinen Kopf zeigen sollen. Noch am Körper, aber das Gesicht blutig, ein Auge offen – und mit Verletzungen, die keinen Zweifel lassen: Wenn das Cuspert ist, dann ist er tot. Und der Tote ähnelt einem Bild sehr, das von dem Sohn einer Deutschen und eines Ghanaers vor Kurzem aufgenommen worden sein soll. Doch ist er das? Mindestens vier Mal zogen Meldungen über seinen Tod bereits größere Kreise.

Wo ist das Tattoo? 

Auf den aktuellen Fotos der Leiche fehlt ein Tattoo, das Cuspert auf früheren Fotos auf der linken Hand hat, merkt "Spiegel"-Nahost-Experte Christoph Sydow auf Twitter an. Und auch Claudia Dantschke ist skeptisch, Leiterin der Hayat-Deutschland Beratungsstelle für Deradikalisierung. Die erste Quelle für die Todesnachricht war das "Al-Wafaa"-Medienzentrum, und vor dem warnten andere Pro-IS-Sprachrohre, schrieb sie auf Twitter.

Doch mehrere deutsche IS-Kanäle auf dem Messenging-Dienst Telegram haben Nachrufe veröffentlicht, berichtet Erasmus-Monitor, der die deutsche Szene in sozialen Medien intensiv verfolgt. Auch dort ist Thema, wie oft Cuspert bereits für tot erklärt wurde. Selbst jetzt könnten die „Ungläubigen“ es nicht glauben und unterstellten einen Propaganda-Trick.

Tot hätte der in Berlin groß gewordene frühere Rapper 2013 bereits sein sollen, 2014 wieder und 2015 auch. Da hatte sogar das US-Militär die Nachricht verbreitet. Lediglich deutsche Stellen waren auch danach noch vorsichtig gewesen – zu Recht.

Erste Todesmeldung von 2013

Zum ersten Mal war der 1975 geborene Deutsche am 19. November 2013 für tot erklärt worden, in Tweets von IS-Unterstützern. Der später verbotene Verein "Tauhid Germany" von Cuspert-Weggefährten betrauerte ihn als Märtyrer, der leblos in einem Video zu sehen war. Eine von Zehntausenden Menschen abonnierte inoffizielle Facebook-Seite der syrischen Armee vermeldete einige Tage später, er sei bei Kämpfen getötet worden. Da waren die Zweifel daran aber schon laut geworden. Am 8. Dezember feierte er Auferstehung in einem Video der “Global Islamic Media Front“. Er habe im Koma gelegen, sei nach Kopfverletzungen leicht gelähmt. Und wolle im Kampf sterben.

Ein lebloser Denis Cuspert in einem Video von 2013. Da hieß es bereits, er sei gestorben. (Quelle: Screenshot)Ein lebloser Denis Cuspert in einem Video von 2013. Da hieß es bereits, er sei gestorben. (Quelle: Screenshot)

Zweite Todesmeldung im April 2014

Zum nächsten Mal tot war Cuspert im April 2014, kurz nachdem er offiziell dem IS Treue geschworen hatte: Zwei Kämpfer der rivalisierenden dschihadistischen Al-Nusra-Front hatten sich in die Luft gesprengt und 16 IS-Kämpfer getötet. Das bestätigte auch die in der Regel als verlässlich geltende Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Abu Talha al-Almani war darunter, hieß es in Foren und Tweets von Terrorunterstützern. Cuspert wurde betrauert, die iranische Agentur Fars vermeldete die Nachricht als Fakt. Doch schnell gab es auch Fragen: Cuspert sei in einer anderen Region gewesen. Und dann stellte sich heraus: Der Tote war ein Marokkaner gleichen Namens, auch eine Absurdität – al-Almani heißt "der Deutsche".

Der Berliner auf Terrorpfaden hatte aber nicht den Tod gefunden, er brachte ihn. Ein Video aus dem November 2014 zeigt ihn bei einer Köpfungsszene. Verbreitet hatte es die Seite "Deir ez-Zor is beeing slaughtered silently" von Aktivisten aus der Region Deir ez-Zor in Syrien, die auf das Schicksal der Bewohner aufmerksam machen wollten.

USA meldeten Tod im Oktober 2015 

Im Jahr 2015 ist Cuspert zweimal großes Thema von Veröffentlichungen von US-Behörden. Im Februar 2015 landet sein Name auf der Liste gesuchter Terroristen. Ende Oktober meldet das Verteidigungsministerium: "Denis Cuspert wurde bei einem Luftschlag am 16. Oktober getötet." Ein Konvoi wurde angegriffen, der Ex-Rapper habe in einem zerstörten Fahrzeug gesessen. Sein dritter Tod hat Bestand bis zum August 2016. Das Ministerium korrigiert sich: "Es scheint jetzt, dass diese Einschätzung inkorrekt war und Denis Cuspert den Luftangriff überlebt hat."

Diese Botschaft vermittelt er auch selbst, als am 31. Januar 2017 ein fünf Minuten langes Video auftaucht, in dem er zu hören ist. Anders als in früheren Videos finden sich darin wenige Drohungen und Terroraufrufe, es sind Aufforderungen, die Familien der Kämpfer zu unterstützen.

2016 sollte Foto toten Cuspert zeigen

Im Juli 2016 tauchte dann auf Twitter ein Foto auf, das Cuspert tot zeigen sollte. Wieder gab es in der Szene Nachrufe. Aber auch berechtigte Skepsis – das Bild war versehen mit dem Schriftzug "Millatu Ibrahim". Doch diese Gruppierung war zu dem Zeitpunkt bereits lange im IS aufgegangen. Das Erasmus-Blog bekam aus Sympathisantenkreise Hinweise, Cuspert selbst habe das Bild gestellt und lancieren lassen, ein Scherz.

Nun angeblich bei Angriff getötet worden

Angeblich ist er nun in dem Städtchen Gharanij in einem Haus durch eine Granate ums Leben gekommen. Als Inghimasi, als Eindringling ins Lager des Feindes mit dem Ziel, möglichst viele Menschen in den Tod zu reißen, soll er dort unterwegs gewesen sein. So heißt es. Bis es vielleicht dann doch wieder ein Lebenszeichen gibt. Strahlkraft für die Szene hat aber eingebüßt, so Expertin Claudia Dantschke. Und das nicht wegen der Todesmeldungen. 

Quellen und weiterführende Informationen:
Portrait über Cuspert des Middle East Media Research Instituts
Cusperts Terror-Einstufung des US-Außenministeriums 
Erasmus-Monitor über Cusperts „Spiel mit dem Tod“ 

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