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Umfrage: Bürger nennen Klimawandel und Armut als drängendste Aufgaben

Umfrage  

Bürger nennen Klimawandel und Armut als drängendste Aufgaben

02.04.2019, 14:06 Uhr | dpa

Umfrage: Bürger nennen Klimawandel und Armut als drängendste Aufgaben. "Fridays for Future"-Demonstration in Berlin. (Quelle: dpa/Christoph Soeder)

"Fridays for Future"-Demonstration in Berlin. Foto: Christoph Soeder. (Quelle: Christoph Soeder/dpa)

Gütersloh (dpa) - Soziale und ökologische Probleme in den Kommunen brennen einer Umfrage zufolge immer mehr Menschen besonders unter den Nägeln.

Einem von der Bertelsmann Stiftung vorgelegten Bericht zufolge gaben in der repräsentativen Studie neun von zehn Befragten den Klimaschutz als besonders dringliche Aufgabe an, die vor Ort angegangen werden müsse - 13 Prozentpunkte mehr als noch im Jahr zuvor. Weitere häufig genannte lokale Herausforderungen waren die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum (84 Prozent), Müllreduzierung und Armutsbekämpfung (jeweils 83 Prozent).

Einen Schwerpunkt legt die Bertelsmann Stiftung auf die Entwicklung von Armut in Deutschland: Die Experten betonen, dass gerade in Großstädten die Armutsquote über dem Bundesdurchschnitt liege. Allerdings bilden die in der Studie genannten Zahlen nur die Entwicklung bis 2016 ab. In dem Jahr erhielten in den großen Städten von mehr als 100.000 Einwohnern 14 Prozent der Bevölkerung Sozialleistungen. Bundesweit lag die Quote 2016 bei 10 Prozent.

In knapp der Hälfte der bundesdeutschen Großstädte hat sie in den vergangenen zehn Jahren zugenommen, darunter alle 13 Ruhrgebietskommunen. Dort mache sich der Strukturwandel bemerkbar. In den elf ostdeutschen Großstädten dagegen ging die Armutsquote in den vergangenen Jahren zurück in Richtung West-Niveau. Insgesamt schwanken die Werte sehr stark von Stadt zu Stadt, von fünf Prozent in Heidelberg oder Fürth bis 26 Prozent in Gelsenkirchen.

Diese ungleiche Entwicklung spiegelt sich auch in der nun veröffentlichten Umfrage, die im September 2018 telefonisch geführt wurde. Insgesamt hält jeder Vierte Armut am eigenen Wohnort für ein "großes" oder sogar "sehr großes Problem" (27 Prozent). In Großstädten lag dieser Wert mit 52 Prozent fast doppelt so hoch.

Großstädter gehen zudem deutlich häufiger davon aus, dass die Armut in den letzten zehn Jahren zugenommen hat: Mit 46 Prozent sagen dies deutlich mehr Bürger von Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern als in kleineren Städten. Im Bundesdurchschnitt geht ein gutes Drittel von einer Steigerung der Armut im letzten Jahrzehnt aus.

Insgesamt fällt auf, dass die subjektive Wahrnehmung mitunter von messbaren Faktoren, wie der Entwicklung der Zahl der Sozialleistungsempfänger abweicht. So bewegt sich der Anteil der Empfänger von Grundsicherung oder Sozialhilfe seit Jahren im Bundesdurchschnitt mit rund 10 Prozent auf ähnlichem Niveau. "Der subjektive Blick zeigt, dass die Bürger dennoch deutlichen Handlungsbedarf sehen. Von der Politik erwarten sie größere Anstrengungen beim Kampf gegen Armut in einem so reichen Land wie Deutschland", sagte Henrik Riedel von der Bertelsmann Stiftung. In der Umfrage fanden zwei Drittel der Befragten, dass die Politik vor Ort mehr gegen Armut tun sollte.

Der Deutsche Städtetag forderte mehr Unterstützung von Bund und Ländern für klamme Kommunen bei der Bewältigung des Armutsproblems. "Die eigentlichen Ursachen für Armut können vielfach in den Kommunen nicht gelöst werden", sagte Städtetagspräsident Markus Lewe der "Welt". Gerade Langzeitarbeitslosigkeit und hohe Wohnkosten konzentrierten sich in Großstädten. Auch die Linke im Bundestag forderte mehr Anstrengungen zur Unterstützung klammer Kommunen: "Die Bundespolitik muss die Kommunen im Kampf gegen Armut dringend stärker unterstützen", teilte der Fraktionsvorsitzende Dietmar Bartsch mit.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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