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Autonome greifen Polizei an – weitere Demo angekündigt

Von dpa, afp, jmt

Aktualisiert am 05.09.2020Lesedauer: 2 Min.
Ein Beamter sichert Steine als Beweismittel: Eine von der Polizei beendete Hausbesetzung ist Ausgangspunkt der Auseinandersetzungen.
Ein Beamter sichert Steine als Beweismittel: Eine von der Polizei beendete Hausbesetzung ist Ausgangspunkt der Auseinandersetzungen. (Quelle: Jan Woitas/dpa-bilder)
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Steine und Feuerwerkskörper, brennende Barrikaden: In Leipzig-Connewitz liefern sich Vermummte seit Tagen Straßenschlachten mit der Polizei. Am Abend wird eine erneute Eskalation befürchtet.

Nach zwei Krawallnächten in Folge bereitet sich die Polizei in Leipzig auf einen weiteren Einsatz vor. Für den Samstagabend sei im Stadtteil Connewitz eine Demonstration unter dem Motto "Kämpfe verbinden – Für eine solidarische Nachbar*innenschaft" angemeldet, teilte die Polizei mit. Nach Angaben der Stadt wurden dafür 100 Teilnehmer angekündigt. In Leipzig war zuletzt am Freitagabend erneut eine Spontandemo im linksalternativen Stadtteil Connewitz eskaliert.

Vermummte schmissen dabei laut Polizei Pflaster- und Ziegelsteine auf einen Polizeiposten und eintreffende Einsatzkräfte, Mülltonnen wurden angezündet und brennende Barrikaden auf die Schienen der Straßenbahn gelegt. Ersten Erkenntnissen nach wurden acht Beamte leicht verletzt und sechs Polizeifahrzeuge beschädigt. Festnahmen gab es zunächst keine. Die Polizei setzte Tränengas ein. Eindrücke aus Leipzig sehen Sie oben im Video oder hier.

Ein beschädigtes Polizeiauto: Bei den Ausschreitungen in Leipzig kollidierten zwei Einsatzfahrzeuge miteinander kollidiert.
Ein beschädigtes Polizeiauto: Bei den Ausschreitungen in Leipzig kollidierten zwei Einsatzfahrzeuge miteinander kollidiert. (Quelle: Jan Woitas/dpa-bilder)

Der Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung verurteilte die Krawalle "aufs Schärfste". Die Debatte um bezahlbaren Wohnraum habe mit den Besetzungen und gewalttätigen Auseinandersetzungen einen schweren Rückschlag erlitten, erklärte der SPD-Politiker. "Man schafft keinen Wohnraum, indem man Polizisten angreift und Barrikaden anzündet." Die wichtige Wohnraumdebatte werde nun deutlich schwerer.

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Auslöser war Räumung am Mittwoch

Hintergrund der nicht angemeldeten Demo waren Hausbesetzungen. Am Mittwoch war eine Besetzung eines leerstehenden Hauses im Leipziger Osten durch die Polizei beendet worden. In Online-Netzwerken wurde anschlieĂźend in der Szene zu Protesten aufgerufen. Am Freitagnachmittag meldeten Aktivisten ĂĽber Twitter dann eine weitere Besetzung im Stadtteil Connewitz. Auch dort war die Polizei am Nachmittag im Einsatz. Bereits am Donnerstag hatte es eine Demo gegeben, aus der heraus Polizisten attackiert wurden.

Vermummte attackieren die Polizei: Aktivisten der Gruppe "Leipzig besetzen" hatten ein leerstehendes Haus besetzt, am Mittwoch wurde geräumt. Nun kommt es zu Ausschreitungen.
Vermummte attackieren die Polizei: Aktivisten der Gruppe "Leipzig besetzen" hatten ein leerstehendes Haus besetzt, am Mittwoch wurde geräumt. Nun kommt es zu Ausschreitungen. (Quelle: Jan Woitas/dpa-bilder)

Zu der Spontandemo hatten sich ungefähr 100 Menschen versammelt – nahezu alle schwarz gekleidet und vermummt. Die Polizei sprach von 200 bis 300 Teilnehmern. Es flogen zunächst Böller und Raketen, dann setzte sich der Aufzug in schnellem Schritt in Richtung einer Polizeistation in Bewegung. Dabei wurden Anti-Polizei-Parolen gerufen. Gegen die Scheiben des Polizeipostens flogen Steine.

Polizeiwagen kollidierten miteinander

Die Polizei verstärkte daraufhin die Zahl ihrer Einsatzkräfte. Die Beamten wurden in mehreren Straßen mit Steinen und Flaschen beworfen. Zwei Polizeiwagen fuhren aufeinander auf, was von den Steinewerfern mit höhnischem Gejohle quittiert wurde. Der heftige Gewaltausbruch dauerte etwa eine Dreiviertelstunde. Danach beruhigte sich die Lage. Die Polizei setzte auch einen Hubschrauber ein.

Die Feuerwehr musste mehrere kleinere Brände löschen. Anwohner halfen zum Teil dabei, die Barrikaden aus Verkehrsschildern und brennenden Mülltonnen von den Straßen zu räumen. Einige riefen den Randalierern zu, dass sie aus Connewitz verschwinden sollen. Noch am Abend begann die Polizei mit der Spurensicherung.

In dem Stadtteil gibt es immer wieder Ausschreitungen. Schon in der Nacht zu Freitag waren Beamte bei einer Demonstration mit Flaschen beworfen worden. Auch da wurden Barrikaden errichtet und Müllcontainer angezündet. Über das gesamte Wochenende könnte es weitere Unruhe geben. Für Samstagabend war eine weitere Demonstration angemeldet worden.

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