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Sechs Intensivmediziner: So schlimm wird Corona-Weihnachten wirklich


Sechs Intensiv-Mediziner: So schlimm wird unser Weihnachten

  • Lars Wienand
Von Lars Wienand

Aktualisiert am 23.12.2020Lesedauer: 3 Min.
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Immer mehr Covid-19-Patienten werden auf Intensivstationen behandelt. Und Experten rechnen mit einer Zunahme.
Immer mehr Covid-19-Patienten werden auf Intensivstationen behandelt. Und Experten rechnen mit einer Zunahme. (Quelle: Bodo Schackow/dpa-zentralbild/dpa./dpa)
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Sie haben den Überblick, was jetzt durch Covid-19 auf die Intensivstationen zukommt: Sechs Chefärzte und Klinik-Direktoren erklären, wie schlimm es über Weihnachten wohl bei ihnen wird – und wann es besser werden könnte.

Es war eine sehr kurzfristig angesetzte Pressekonferenz – angetrieben von der Sorge: Die Intensivmediziner-Vereinigung DIVI fürchtet, dass wegen Sorglosigkeit über Weihnachten noch mehr schwer- und schwerstkranke Covid-19-Patienten in die Kliniken müssen. Dabei stehen die Krankenhäuser schon jetzt vor einer enormen Belastungsprobe und müssen sich teils über große Entfernungen aushelfen, weil es in manchen Regionen keine Intensivplätze mehr gibt.

Sechs Intensivmediziner aus ganz Deutschland sagen, was sie erwarten. In ihren Häusern ist die Lage unterschiedlich dramatisch – aber alle bitten: Macht es nicht über Weihnachten noch schlimmer!

Uwe Janssens.
Uwe Janssens. (Quelle: Kay Nietfeld/dpa-bilder)

Der Präsident der Intensivmediziner, Chefarzt aus Eschweiler: Prof. Uwe Janssens steht an der Spitze der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, ist Chefarzt der Klinik für Intensivmedizin am St.-Antonius-Hospital in Eschweiler. "Es wird ein sehr hartes Weihnachtsfest in den Kliniken werden für das Personal, mit sehr schweren Stunden. Es braucht große Anstrengungen, aber wir werden alle Patienten versorgt bekommen. Es ist nicht hoffnungslos."

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Trotzdem fordert Janssens vorsorglich klare Regeln: Ärzte sollen ohne Risiko von Strafen in der Not entscheiden können, für einen Patienten mit guten Chancen den Beatmungsplatz eines Patienten mit ganz schlechten Aussichten freizumachen: "Wir wollen, dass möglichst viele Menschen leben, und Ärzte sollten sich da nicht strafbar machen."

Christian Karagiannidis.
Christian Karagiannidis. (Quelle: Kliniken Köln/ B. Fürst-Farstré)

Der Kölner Klinik-Chef, Leiter des DIVI-Intensivregisters: Prof. Christian Karagiannidis ist Chef des ECMO-Zentrums (Abteilung mit Herz-Lungen-Maschinen) der Lungenklinik Köln-Merheim und leitet das DIVI-Intensivregister: "An Weihnachten ist der Höhepunkt leider noch nicht erreicht. Es wird in ganz Deutschland eng werden. Den Höhepunkt in den Kliniken werden wir erst Mitte, Ende Januar erleben. Ich glaube, dass jeder Patient ein Bett bekommen wird – aber er muss unter Umständen über viele Kilometer hinweg transportiert werden."

Karagiannidis hat das Konzept dahinter mitentwickelt: Mehrere Bundesländer bilden jeweils ein Kleeblatt. Kliniken helfen sich zunächst innerhalb dieser Kleeblätter, wenn innerhalb eines Bundeslandes keine Kapazitäten mehr vorhanden sind. Innerhalb des Kleeblatts Ost mit Brandenburg, Berlin, Thüringen, Sachsen-Anhalt wurden 30 Patienten verlegt.

Steffen Weber-Carstens.
Steffen Weber-Carstens. (Quelle: Charité)

Der Intensivmediziner aus Europas größter Uni-Klinik in Berlin: Prof. Steffen Weber-Carstens gehört zur Leitung der Klinik für Anästhesiologie mit Schwerpunkt operative Intensivmedizin an der Charité Berlin: "Wir richten uns auf eine dramatische Zunahme ein, wir haben zusätzliche Schichten vorgesehen." Weil das Ost-Kleeblatt bereits stark belastet ist, gab es aus Sachsen sogar bereits Verlegungen ins Kleeblatt Nord: Zehn Patienten aus Sachsen liegen jetzt in Mecklenburg-Vorpommern.

Jan-Thorsten Gräsner.
Jan-Thorsten Gräsner. (Quelle: UKSH)
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Der Klinik-Direktor aus Kiel: Prof. Jan-Thorsten Gräsner ist Direktor des Instituts für Rettungs- und Notfallmedizin der Uni-Klinik Kiel, wo die Lage noch nicht so dramatisch ist: "Wir erwarten vermehrt Transporte zu uns. Wir müssen zusätzliche Kapazitäten einsetzen, um den Druck aus überlasteten Regionen zu nehmen."

Stefan Kluge.
Stefan Kluge. (Quelle: imago-images-bilder)

Der Klinik-Chef aus Hamburg: Prof. Stefan Kluge, Direktor der Klinik für Intensivmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf: "Mir macht große Sorge wegen des Danachs. Ich sehe es sogar in meinem Bekanntenkreis. Da wollen viele reisen, suchen Kontakte über Weihnachten. Quarantäne und Schnelltests bieten aber trügerische Sicherheit. Der Lockdown wird nicht am 10. Januar vorbei sein, das kann nach den Daten, die wir sehen, nicht sein. Und wir hatten im Frühjahr Patienten, die dann ein halbes Jahr beatmet wurden."

Gernot Marx.
Gernot Marx. (Quelle: imago-images-bilder)

Der künftige Intensivmediziner-Präsident, Klinik-Direktor in Aachen: Prof. Gernot Marx, steht an der Spitze der Klinik für Operative Intensivmedizin und Intermediate Care des Uniklinik Aachen, wird 2021 DIVI-Präsident: "Bei uns machen wir weitere Betten auf und greifen nötigenfalls auch zu Plan B und Plan C. Ich bin den Teams in Deutschland sehr dankbar. Für die wird das kein Fest der Besinnlichkeit." Deshalb bittet er: "Wer dem Personal Wertschätzung zeigt, trifft sich wirklich nur im engsten Kreis."

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Verwendete Quellen
  • Pressegespräch der DIVI
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