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Corona-Krise: Deutschlands Intensivmediziner fordern harten Lockdown

Intensivbetten werden knapp  

"Wir sind kurz davor, unser Gesundheitssystem zu überlasten"

09.04.2021, 12:39 Uhr | Von David Schafbuch

Corona-Krise: Deutschlands Intensivmediziner fordern harten Lockdown. Freies Intensivbett am Uniklinikum Dresden: Seit Mitte März steigt die Zahl der Menschen, die auf Intensivstationen wegen einer Covid-Infektion behandelt werden, wieder kontinuierlich an. (Quelle: imago images/Max Stein)

Freies Intensivbett am Uniklinikum Dresden: Seit Mitte März steigt die Zahl der Menschen, die auf Intensivstationen wegen einer Covid-Infektion behandelt werden, wieder kontinuierlich an. (Quelle: Max Stein/imago images)

Deutschlands Intensivmediziner schlagen Alarm: Sie rechnen mit einem massiven Anstieg der Corona-Patienten im April. Ein harter Lockdown für mindestens zwei Wochen müsse nun die Krankenhäuser entlasten. 

Freie Intensivbetten werden in Deutschland immer knapper. "Wir sind kurz davor, unser Gesundheitssystem zu überlasten", warnte Gernot Marx, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi).

Marx fordert deswegen einen bundesweiten harten Lockdown für die kommenden zwei bis drei Wochen. Mobilität und Kontakte müsse deutlich reduziert werden, das öffentliche Leben müsse zum Stillstand kommen, ähnlich wie im Lockdown im Frühjahr 2020. "Die Lage spitzt sich zu, die Zeit drängt, wirklich jeder Tag zählt", warnte Marx. 

Zahlen steigen immer weiter

Der bisherige Höchststand an Covid-Intensivpatienten war Anfang Januar mit 5.762 erreicht worden. Danach sank die Zahl bis Mitte März, seitdem steigt sie wieder kontinuierlich. Frei sind deutschlandweit aktuell noch knapp 3.000 Betten, im Schnitt zwei Plätze pro Krankenhaus. Marx betonte aber, dass rund 2.000 davon für weitere Notfälle gedacht sind, etwa bei Verkehrsunfällen oder Herzinfarkten.

Die Politik habe laut der Mediziner aber schon jetzt zu lange gewartet, um Maßnahmen zu ergreifen. Auch eine sofortiger Lockdown würde erst mit Verzögerung Wirkung zeigen. Bis Ende April rechne man rund 5.000 Menschen wegen Covid-Infektionen intensiv zu behandeln. Im Extremfall seien aber auch mehr als 7.000 Patienten denkbar. Davor warnte bereits Christian Karagiannidis, Leiter des Intensivregisters, am Mittwoch auf Twitter. Die Berliner Charité hatte angekündigt, in der kommenden Woche alle Mitarbeiter wieder vermehrt in Corona-Bereichen einzusetzen. So werden etwa Operationen verschoben, wo es möglich ist.

Enttäuscht zeigte sich Marx darüber, dass die geplante Ministerpräsidentenkonferenz am Montag abgesagt wurde. Er hoffe allerdings, dass auf einem anderen Weg nun weitere Corona-Maßnahmen beschlossen werden: „Wir brauchen jetzt Entscheidungen von den politischen Verantwortlichen.“

Verwendete Quellen:
  • Pressekonferenz der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin am 9.4.2021

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