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US-Klimagipfel: Aktivisten und Verbände kritisieren Merkels Rede

Virtueller Gipfel  

Klimaschützer sind enttäuscht von Merkel-Rede

22.04.2021, 19:06 Uhr | dpa

US-Klimagipfel: Aktivisten und Verbände kritisieren Merkels Rede. Angela Merkel beim virtuellen US-Klimagipfel: Klima-Aktivisten und Umweltverbände konnte die Kanzlerin mit ihrer Rede nicht begeistern. (Quelle: Reuters/Kay Nietfeld)

Angela Merkel beim virtuellen US-Klimagipfel: Klima-Aktivisten und Umweltverbände konnte die Kanzlerin mit ihrer Rede nicht begeistern. (Quelle: Kay Nietfeld/Reuters)

Die Rede von Angela Merkel beim virtuellen Klimagipfel wurde von Klimaschützer negativ aufgenommen. Gegen den Beitrag US-Präsident Joe Biden habe die Kanzlerin müde gewirkt. 

Klima-Aktivisten und Umweltschutzverbände haben am Donnerstag enttäuscht auf die Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel beim virtuellen US-Klimagipfel reagiert. Die Organisationen Germanwatch und Greenpeace kritisierten, dass die Kanzlerin keine neuen Botschaften zum Kampf gegen den Klimawandel gesendet habe.

"Während der neue US-Präsident mit glänzenden Augen seine Vision von Klimaschutz als Jobmotor präsentiert, spult Angela Merkel müde Altbekanntes ab. Am Ende von 16 Jahren Merkel ist die Pandemie die beste Klimaschützerin in Deutschland", sagte Greenpeace-Chef Martin Kaiser.

Dynamik blieb aus

Germanwatch erklärte, dass die Kanzlerin die "Chance verpasst" habe, für mehr Dynamik im internationalen Klimaschutz zu sorgen. Nun bleibe zu hoffen, dass der für Anfang Mai geplante Petersberger Klimadialog neue Zusagen bringen werde, schrieb die Organisation.

Die Klimaaktivisten von Fridays for Future (FFF) forderten von den Staats- und Regierungschefs ein Ende staatlicher Subventionen für fossile Energieträger wie Kohle und Öl. Dass im Jahr 2021 überhaupt noch über die Notwendigkeit einer Verringerung der Emissionen diskutiert werde und fossile Brennstoffe weiter direkt oder indirekt bezuschusst würden, sei "eine Schande", sagte die schwedische FFF-Aktivistin Greta Thunberg am Donnerstag.

Früherer Ausstieg aus der Kohleverstromung gefordert

Die deutsche Aktivistin Luisa Neubauer kritisierte auf Twitter Merkels Aussage, wonach Deutschland bis 2038 spätestens aus der Kohleverstromung aussteigen werde. Die Aktivisten halten dieses Zieldatum für viel zu spät.

Die Bundeskanzlerin hatte sich am Donnerstagnachmittag zum virtuellen Klimagipfel zugeschaltet, zu dem US-Präsident Joe Biden 40 Staats- und Regierungschefs aus aller Welt geladen hatte. In ihrer Rede begrüßte Merkel das neue nationale Klimaschutz-Ziel der Vereinigten Staaten und betonte, dass sich Deutschland weiter im Kampf gegen die globale Erderwärmung engagieren werde. Neue finanzielle Zusagen, etwa für ärmere Staaten, die besonders unter den Folgen des Klimawandels zu leiden haben, machte sie nicht.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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