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Wegen Max Otte: Werte-Union bröckelt in Bayern und Baden-Württemberg


"Völkisch und nationalistisch"
Wegen Otte: Werte-Union bröckelt in drei Bundesländern

Von dpa
Aktualisiert am 04.07.2021Lesedauer: 2 Min.
Max Otte: Nach seiner Wahl zum Bundesvorsitzenden der Werteunion kündigte der Landesvorstand fast geschlossen seinen Rücktritt an. (Archivfoto)Vergrößern des BildesMax Otte: Nach seiner Wahl zum Bundesvorsitzenden der Werteunion kündigte der Landesvorstand fast geschlossen seinen Rücktritt an. (Archivfoto) (Quelle: Karlheinz Schindler/dpa-bilder)
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Nach der Wahl von Max Otte zum Bundesvorsitzenden der Werte-Union scheint sich die

In der Werte-Union konservativer CDU- und CSU-Mitglieder zeigen sich Spaltungstendenzen. Die bayerische Werte-Union trat am Samstag aus dem Bundesverband aus, wie die bei einer Mitgliederversammlung in Pöttmes neu gewählte Landesvorsitzende Juliane Ried sagte.

In Baden-Württemberg kündigte der Landesvorstand aus Protest gegen die Wahl des Ökonomen Max Otte zum neuen Bundesvorsitzenden fast geschlossen seinen Rücktritt an, wie Vizelandeschef Oliver Kämpf der Deutschen Presse-Agentur sagte.

In der rheinland-pfälzischen Werte-Union konservativer CDU-Mitglieder hat der Landesvorstand am Samstagabend mit sofortiger Wirkung seine Ämter niedergelegt. "Unsere Austritte aus dem Verein WerteUnion e.V. werden zeitnah folgen", teilte der bisherige Vorsitzende Peter Scholze mit. Grund sei die "toxische" Wirkung des neuen Vorsitzenden Max Otte auf die Wahrnehmung und Akzeptanz der Werte-Union. Zu befürchten sei überdies eine um sich greifende "Bunkermentalität" und eine Radikalisierung. "Eine zielführende politische Arbeit im Sinne unseres Gründungsgedankens ist aus unserer Sicht unter diesen Vorzeichen unmöglich geworden", heißt es in der Erklärung Scholzes, seiner beiden Stellvertreter und dreier Beisitzer.

"Völkische und nationalistische Themen"

In einem Schreiben an den Bundesvorstand heißt es: "Die Ziele der Werte-Union werden mit dem aktuellen Bundesvorstand nicht mehr erreicht." Hintergrund sei eine "Annäherung an völkische und nationalistische Themen". Das laufe dem wertkonservativen und wirtschaftsliberalen Kurs der Landesvorstandsmitglieder zuwider.

Die Werte-Union sieht sich als Vertretung der konservativen Strömung in der Union, ist aber keine offizielle Parteigliederung. Otte war Ende Mai im Amt des Vorsitzenden auf den Heidelberger Alexander Mitsch gefolgt, der vorher seinen Rückzug angekündigt hatte. Innerhalb der Werte-Union löste die knappe Wahl Ottes großen Streit aus. Der Fondsmanager war noch bis Januar 2021 Kuratoriumsvorsitzender der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung.

Unzählige Austritte

Nach Kämpfs Worten löst sich die Werte-Union langsam auf, vor allem im Süden Deutschlands habe es zahlreiche Rück- und Austritte gegeben. "Die Werte-Union ist wie ein totes Pferd, von dem man absteigen muss", sagte er. In Bayern nennt sie sich nun – wie bei ihrer Gründung 2014 – wieder "Konservativer Aufbruch für Werte und Freiheit", wie Ried sagte. 2019 hatte sich der Verein ihren Angaben nach mit der Werte-Union zusammengeschlossen.

"Wir wollen uns wieder auf die CSU konzentrieren", sagte Ried der dpa zur Begründung des Austritts. Sie verfolgten aber weiterhin gemeinsame Ziele mit der Werte-Union. Jedoch: Die Politik der CSU-Führung sei "derzeit noch problematischer als die der CDU, so dass man sich mit ganzer Kraft auf Bayern und die Basis der CSU konzentrieren müsse", schrieb Ried auf der Facebook-Seite des Vereins.

"Name ist zerstört"

Baden-Württembergs Vize Kämpf sagte weiter, die von Mitsch gegründete Werte-Union gebe es praktisch nicht mehr. "Der Name ist zerstört." Es sei nicht hinnehmbar, dass sich die Werte-Union gegenüber anderen Gruppierungen oder Parteien öffne. Im Landesverband im Südwesten seien "sehr viele treue CDU-Mitglieder", die Einfluss auf den Kurs der Partei nehmen wollten, was über die Werte-Union aber nicht mehr gehe.

Bundesweit hat die Organisation nach Kämpfs Angaben etwa 3.700 Mitglieder. Die CDU hat insgesamt rund 400.000 Mitglieder, die CSU rund 140.000.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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