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Einigung auf UN-Klimakonferenz: Das ist blanker Hohn!


Das ist blanker Hohn

  • Sonja Eichert
Ein Kommentar von Sonja Eichert

Aktualisiert am 21.11.2022Lesedauer: 3 Min.
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Annalena Baerbock: "Schlimmer als kein Ergebnis wäre ein Ergebnis, den Konsens von Glasgow und von Paris aufzuweichen, zu verwässern oder gar zurückzudrehen."
Annalena Baerbock: "Schlimmer als kein Ergebnis wäre ein Ergebnis, den Konsens von Glasgow und von Paris aufzuweichen, zu verwässern oder gar zurückzudrehen." (Quelle: Christophe Gateau/dpa-bilder)
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Die Klimakonferenz in Ägypten ist mit einem Ergebnis zu Ende gegangen. Das ist die gute Nachricht. Zufrieden sein kann damit trotzdem niemand.

Es war nicht alles schlecht bei der diesjährigen Klimakonferenz in Scharm el Scheich – auch wenn die Erwartungen von Beginn an niedrig waren. Ob die Energiekrise, die viele Länder zurück zu fossilen Brennstoffen trieb, oder die diplomatische Eiszeit zwischen den USA und China: Die Voraussetzungen für erfolgreiche Verhandlungen waren denkbar schwierig.

Dass es überhaupt ein Ergebnis gibt, ist somit keine Selbstverständlichkeit. Die wichtigsten Punkte der Abschlusserklärung können Sie hier nachlesen. Doch ernsthaft zufrieden sein kann damit niemand.

Vorangegangen ist es vor allem im Bereich der Finanzen. Anpassungs- und Entschädigungszahlungen an die Entwicklungsländer sind wichtig – sparen allerdings keine Treibhausgase.

Geld allein rettet das Klima nicht

Dabei ist es allerhöchste Eisenbahn: Mit der aktuellen Politik steuert die Menschheit auf eine durchschnittliche Erwärmung von 2,7 Grad Celsius zu. Hungersnöte durch Dürren, Zerstörung durch Überschwemmungen, Tote durch Hitzewellen: Mit jedem Zehntelgrad werden die Folgen der Klimakrise katastrophaler.


Die dramatischen Folgen der Klimakrise

Die Erde heizt sich immer weiter auf. Die Veränderungen im globalen Klima haben Auswirkungen auf Menschen, Tieren und Pflanzen. Zehn Bilder zeigen die dramatischen Folgen der Klimakrise.
Eine der sichtbarsten Folgen der Klimakrise ist die Eisschmelze und diese hat wiederum Auswirkungen auf Eisbären. Die Tiere müssen schon jetzt längere Strecken schwimmen, um festes Eis zu finden, von dem aus sie Robben jagen können.
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"Wir werden dann auf der ganzen Welt nicht mehr genug Geld finden, um all die Kosten für klimabedingte Verluste und Schäden abzudecken", stellte Annalena Baerbock, Deutschlands oberste Verhandlungsführerin, richtig fest.

Ein Bekenntnis zum 1,5-Grad-Ziel – immerhin

Bekannt ist all das schon lange. Wirklich angekommen ist es offensichtlich nicht. 2015 hatte sich die Weltgemeinschaft in Paris geeinigt, die Erderhitzung auf 1,5 Grad begrenzen zu wollen. Dass sieben Jahre später in Ägypten nun darüber verhandelt wurde, ob es das 1,5-Grad-Ziel überhaupt in die Abschlusserklärung schafft, ist blanker Hohn. Unter anderem Saudi-Arabien, China und Russland hatten sich dagegengestellt – vergebens. Immerhin. Die Staatengemeinschaft bekennt sich zum Pariser Klimaziel.

Doch nachbessern bei den nationalen Klimaplänen, um überhaupt noch den Hauch einer Chance zu haben, das Ziel tatsächlich zu erreichen? So ernst ist es den meisten Staaten dann doch nicht. Auch Deutschland hatte bei der UN zuletzt nicht einmal pro forma neue Klimapläne eingereicht.

Dass Olaf Scholz sich zu Beginn der COP zu den nationalen Klimazielen bekannte? Geschenkt, reichen sie doch selbst für das 2-Grad-Ziel, den Pariser Plan B, nicht aus.

Taten sagen mehr als Worte – vor allem, wenn sie fehlen

Echte Fortschritte zur Eindämmung der Erderhitzung oder gar konkrete Verpflichtungen zu verbindlich einzuhaltenden Klimaschutzzielen fehlen also. Stattdessen nur ein weiteres wachsweiches Bekenntnis: zum schrittweisen Kohleausstieg. Dieser war im vergangenen Jahr in Glasgow beschlossen worden. Hier muss man angesichts des klimapolitischen Rollbacks aufgrund des Ukraine-Krieges fast schon sagen: immerhin.

Doch "immerhin" ist eben nicht genug. Es muss Schluss gemacht werden mit allen fossilen Energieträgern, Gas und Öl aber kommen in der Erklärung nicht vor. Chance vertan. Wieder einmal.

Kleine Schritte reichen nicht
Kleine Schritte reichen nicht (Quelle: Heike Aßmann)

Bekenntnisse werden die Klimakatastrophe nicht aufhalten. Es bleibt keine Zeit mehr, sich hinter Worten zu verstecken. Taten sind gefragt – doch diese lässt die Klimakonferenz schmerzlich vermissen.

Das ist nicht nur enttäuschend, sondern schlicht verantwortungslos. Es geht nicht nur um die Rettung der Erde. Es geht vor allem um die Rettung der Menschen. Diese Katastrophe ist längst nichts mehr, was lediglich "die anderen" betrifft. Kein Staat, kein Regierungschef, kein Mensch kann sich ihr länger entziehen.

Es wird Zeit, dass die Mächtigen der Welt das endlich verstehen und es in ihr Handeln übertragen. Denn schon bald könnte es dafür zu spät sein.

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Verwendete Quellen
  • Eigene Recherche
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