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Schulbezirk in Missouri führt Schläge als Strafe für Schulkinder ein


Wo Schulkinder mit dem Holzpaddel geschlagen werden


Aktualisiert am 26.08.2022Lesedauer: 3 Min.
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Bis die "68er" für ein Umdenken sorgten, war die Prügelstrafe für viele Kinder Alltag.
Strafe wie in den 1960er-Jahren: Ein Schulbezirk im US-Bundesstaat Missouri führt die Prügelstrafe wieder ein. (Quelle: ARD)

In Deutschland gehören Schläge für Schulkinder der Vergangenheit an. Anders im US-Staat Missouri: Hier hat ein Schulbezirk die Prügelstrafe eingeführt.

Unartige Schulkinder in der Kleinstadt Cassville im US-Bundesstaat Missouri haben ab dem kommenden Schuljahr wenig zu lachen: Die Schulbehörde des Bezirks hat Lehrerinnen und Lehrern die Möglichkeit gegeben, Schülerinnen und Schüler mit einem Holzpaddel zu maßregeln. Die neue Regel betrifft etwa 1.900 Schulkinder in Cassville und soll ab dem kommenden Schuljahr gelten.

Bevor ein Kind mit dem Holzpaddel gezüchtigt werden kann, muss eine schriftliche Einverständniserklärung der Eltern vorliegen. Die Strafe soll als letzte Möglichkeit genutzt werden, um die Suspendierung der Kinder vom Unterricht zu vermeiden. "Eltern haben mich gefragt, warum das Lehrpersonal die Kinder nicht mit einem Paddel schlagen kann", erklärt Merlyn Johnson, der Leiter der Schulbehörde von Cassville, der Lokalzeitung "Springfield News-Leader". Zwar habe es in den sozialen Medien viel Kritik an der Einführung der Prügelstrafe gegeben, aber Johnson versichert, dass sich die meisten Eltern, mit denen er gesprochen habe, die Einführung der Strafe gewünscht hätten.

Auch Dylan Burns, ein Landwirt und Vater aus Cassville, ist für die Einführung der Strafe. "Am Ende des Tages gibt es der Schule eine weitere Möglichkeit, um ein Kind zu disziplinieren", sagt er der Nachrichtenagentur Reuters. "So muss die Schule ein Kind nicht nach Hause schicken, wo es eh nichts anderes tut, als Videospiele zu spielen."

"Cassville ist eine traditionelle Stadt"

Merlyn Johnson äußert zwar, dass er die Position als Leiter der Schulbehörde von Cassville nicht übernommen habe, um die Prügelstrafe wiedereinzuführen. "Aber es ist etwas, das unter meiner Aufsicht passiert ist. Ich habe kein Problem damit." Einige Eltern hätten sich bei ihm für die neue Züchtigungsmethode bedankt. Außerdem würden nur Kinder aus Familien bestraft, die der Methode explizit zugestimmt hätten. "Allerdings", fügt Johnson hinzu, "ist Cassville eine sehr traditionelle Stadt in Missouri. Die Eltern wollen diese Möglichkeit für die Schulen haben."

Die Entscheidung über die Legalität der Prügelstrafe liegt in den USA nach einem Urteil des Supreme Court im Jahr 1977 bei den Bundesstaaten. Neben Missouri dürfen Kinder in Arkansas, Kansas, Kentucky, Tennessee, Oklahoma, Alabama, Arizona, Colorado, Florida, Georgia, Idaho, Indiana, Louisiana, North Carolina, South Carolina, Texas und Wyoming legal.

Prügelstrafe unterliegt klaren Regeln

Cassville war bisher eine Ausnahme. Vor etwa 20 Jahren hatte die Schulbehörde den Schulen die Möglichkeit genommen, Kinder mit Schlägen zu bestrafen. In nahezu allen anderen Countys im Umkreis gebe es die Prügelstrafe noch – sie werde allerdings kaum angewandt, berichtet der "Springfield News-Leader".

Merlyn Johnson will trotzdem frühzeitig gegen Kritik vorgehen und erklärt: "Es gibt klare Regeln bei der Durchführung der körperlichen Züchtigung." So dürfe nur der Schulleiter oder die Schulleiterin die Strafe durchführen, außerdem müsse mindestens eine Zeugin oder ein Zeuge dabei sein. "Schläge ins Gesicht oder den Kopf sind streng verboten. Die einzige erlaubte Form der Züchtigung sind Schläge auf den Hintern."

Geht es nach Johnson, ist die Prügelstrafe sinnvoller, als wenn Kinder wegen ihres Fehlverhaltens vom Unterricht ausgeschlossen werden. "So bleibt ein unartiges Kind wenigstens im Klassenzimmer und lernt. Wenn wir Kinder vom Unterricht ausschließen, haben sie oft nicht die Möglichkeit, den verpassten Stoff nachzuholen. Dann bekommen sie schlechte Noten – und das wollen wir nicht."

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