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Falscher Raketenalarm auf Hawaii: So reagierten die Bewohner


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"Lieber Gott, lass diese Raketenwarnung nicht echt sein"

dpa, mvl, t-online.de

Aktualisiert am 14.01.2018Lesedauer: 3 Min.
Honolulu auf O'ahu: In der Stadt brach aufgrund eines Fehlalarms Panik aus.
Honolulu auf O'ahu: In der Stadt brach aufgrund eines Fehlalarms Panik aus. (Quelle: Audrey McAvoy/ap-bilder)
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Eine angeblich heranrasende Rakete versetzte die Bewohner Hawaiis in Panik. Erst nach mehr als einer halben Stunde war klar: Entwarnung. Wie reagierten die Menschen?

"Unter der Matratze in der Badewanne mit meiner Frau, Baby und Schwiegereltern", twitterte der Golfprofi John Peterson gestern. "Lieber Gott, lass diese Raketenwarnung nicht echt sein."

F├╝r 38 Minuten hatte ein irrt├╝mlicher Raketenalarm am Samstag den US-Bundesstaat Hawaii im Pazifik in Todesangst versetzt. Die Katastrophenschutzbeh├Ârde des Bundesstaats hatte SMS-Nachrichten versandt, in denen vor einer Rakete gewarnt wurde, die im Anflug sei. Seit Monaten bef├╝rchtet Hawaii einen m├Âglichen Angriff des nordkoreanischen Diktators Kim Jong-Un, die Inselkette liegt in der Reichweite seiner Raketen.

"Wir haben 15 Minuten"

Die Kongressabgeordnete Tulsi Gabbard aus Hawaii sagte hinterher, viele Menschen h├Ątten Todesangst gehabt. "Die Leute bekamen die Nachricht und dachten: 15 Minuten. Wir haben 15 Minuten, dann k├Ânnen wir und unsere Familien tot sein."

ÔÇ×Ich bin von mehreren Nachrichten und Anrufen auf meinem Handy geweckt worden", berichtete Matt Lopresti, Mitglied des hawaiianischen Parlaments, dem Sender CNN. "Wir bekamen die Warnung, dass eine Rakete auf uns zukam." Wie John Peterson suchte der Politker Zuflucht: "Ich sa├č in der Badewanne mit meinen Kindern."

Denis Salle, der Honorarkonsul f├╝r die Bundesrepublik Deutschland in Hawaii, schilderte gegen├╝ber der Deutschen Presse-Agentur, wie er die Situation erlebte: "Ich habe meinem Sohn sofort gesagt, 'Schuhe anziehen und raus zur n├Ąchsten Tiefgarage". Der hat sich noch eine lange Hose angezogen und gem├╝tlich Socken ausgesucht. Ich fing an die Minuten zu z├Ąhlen, da wir nur zehn bis 15 Minuten haben, um unter Tage zu kommen."

"Im Hotel brach sofort Panik aus"

In einem Video auf den sozialen Netzwerken war sogar zu sehen, wie eine Familie in einem Kanalisationsschacht Unterschlupf suchte.

Raketenwarnung des hawaiianischen Katastrophenschutzes: Die Falschmeldung versetzte die Bewohner der Inseln in Furcht.
Raketenwarnung des hawaiianischen Katastrophenschutzes: Die Falschmeldung versetzte die Bewohner der Inseln in Furcht. (Quelle: Marco Garcia/ap-bilder)

Die deutsche Reporterin Katharina Kerzd├Ârfer, die im Urlaub auf Hawaii den Fehlalarm miterlebte, berichtete im Bayerischen Rundfunk: "Im Hotel brach sofort Panik aus, Leute rannten ├╝ber die G├Ąnge und schrien im Innenhof. Aus der Ferne h├Ârte man Sirenen. Nur mit dem Allern├Âtigsten (Handy...) liefen die meisten in den Keller, wo ein Hotelangestellter einen Technikraum spontan zum Bunker f├╝r etwa zwei Dutzend Menschen erkl├Ąrte. Niemand hatte Handynetz, es herrschte also f├╝r einige Minuten v├Âllige Ungewissheit."

"Mehr als diese bew├Ąltigen konnten"

F├╝r Besucher der Pearl-Harbor-Gedenkst├Ątte war die Falschmeldung ein besonders emotionaler Moment. Sie mussten in einem Vorf├╝hrraum ausharren, in dem ein Film die Ereignisse des 7. Dezembers 1941 schildert. Damals wurde der US-Milit├Ąrst├╝tzpunkt auf Hawaii von japanischen Kampfflugzeugen angegriffen.

In der Zeit zwischen dem Ausl├Âsen des Fehlalarms und der sp├Ąteren Korrektur verzeichneten die Beh├Ârden in der Landeshauptstadt Honolulu mehr als 5 000 Notrufe, erkl├Ąrte B├╝rgermeister Kirk Caldwell auf einer Pressekonferenz: "Mehr als diese bew├Ąltigen konnten."

Nach 38 Minuten korrigierte die Katastrophenschutzbeh├Ârde ihren Fehler ebenfalls per SMS. Kurz zuvor hatte sie bereits auf Twitter und Facebook Entwarnung gegeben: "Keine Raketenbedrohung f├╝r Hawaii". Ein Mitarbeiter habe beim Feierabend auf den falschen Knopf gedr├╝ckt.

Frust ├╝ber Twitter entladen

Der Golfer John Peterson machte nach der Entwarnung seinem Ärger ebenfalls auf Twitter Luft: "Oh Mann, wie kann man nur so auf den falschen Knopf drücken."

Ein anderer Twitter-Nutzer karikierte die Situation:

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Nach Angaben des Wei├čen Hauses wurde der Pr├Ąsident ├╝ber den Fehlalarm auf Hawaii unterrichtet - mit dem Hinweis, dass es sich um eine ├Ârtliche ├ťbung handele. Auch auf der Pazifikinsel Guam, einem US-Au├čengebiet, hatte es im vergangenen August einen falschen Raketenalarm gegeben.

Trump sei ein "Ein-Mann-Gomorra"

Auf Twitter wurde Trump nach dem Fehlalarm scharf angegriffen. Schauspieler Jim Carrey, der sich am Samstag in Hawaii aufhielt, schrieb: "Wenn wir es diesem Ein-Mann-Gomorra und seinem korrupten republikanischen Kongress weiterhin erlauben, die Welt zu verprellen, dann bewegen wir uns in Richtung Leid, das ├╝ber unser Vorstellungsverm├Âgen geht."

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Seine Kollegin Jamie Lee Curtis warf dem Pr├Ąsidenten vor: "F├╝r die Raketenangst sind Sie verantwortlich, Herr Trump. F├╝r die echte Angst, die M├╝tter und V├Ąter und Kinder hatten, sind Sie verantwortlich."

Quelle:
- dpa
- CNN

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Von Niclas Staritz
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Justiz & Kriminalit├Ąt




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