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U-Boot auf Weg zur "Titanic" verschollen: Ihnen bleiben nur noch wenige Stunden


U-Boot im Atlantik verschollen
Es bleiben nur noch wenige Stunden

Von t-online, cli, cry, aj

Aktualisiert am 20.06.2023Lesedauer: 3 Min.
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Such- und Rettungsaktion läuft: Ein Tauchboot, mit dem Touristen das Wrack der "Titanic" besichtigen können, ist im Atlantik verschwunden. (Quelle: t-online)
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Ein Tauchboot ist auf dem Weg zum Wrack der gesunkenen "Titanic" verschwunden. An Bord sind mehrere Touristen.

Ein Tauchboot, mit dem Touristen das Wrack der "Titanic" besichtigen können, ist im Atlantik verschwunden. Derzeit läuft eine Such- und Rettungsaktion. Dabei sind nach Angaben der US-Küstenwache auch mindestens zwei Flugzeuge im Einsatz, darunter eines, das in der Lage ist, Gegenstände unter Wasser aufzuspüren. Das Tauchboot wird seit mehr als 24 Stunden vermisst.

Für die Rettung dürften der US-Küstenwache zufolge nur noch rund 70 Stunden Zeit bleiben. Da der Sauerstoff in der Kapsel nach Betreiberangaben für 96 Stunden reiche, "gehen wir davon aus, dass derzeit zwischen 70 und 96 Stunden verfügbar sind", sagte Kommandant John Mauger in Boston.

Nach Angaben der Küstenwache war das Boot mit einer fünfköpfigen Besatzung am Sonntag unterwegs und hatte am selben Morgen den Tauchgang gestartet. Nach etwa einer Stunde und 45 Minuten habe das Tauchboot den Kontakt zum kanadischen Forschungs- und Mutterschiff "Polar Prince" (Polarprinz) verloren.

Experte skizziert düstere Szenarien

U-Boot-Experte Alistair Greig vom University College London hat im Gespräch mit BBC mehrere mögliche Szenarien für das Verschwinden des U-Boots skizziert. Entweder habe die Crew wegen eines Signal-Notfalls ein Gewicht losgelöst, um zurück an die Meeresoberfläche aufzusteigen. In diesem Fall würden sie dort wohl nun treiben und auf Rettung warten. Deutlich schlechter wäre die Lage, sollte der Rumpf beschädigt worden sein und es ein Leck geben. "Dann ist die Prognose nicht gut", sagte Greig.

Schwierig wäre es auch, wenn das Tauchboot nicht mehr aus eigener Kraft vom Meeresboden aufsteigen könne. "Auch wenn das Tauchboot möglicherweise noch intakt ist, gibt es, wenn es tiefer als 200 Meter ist, nur sehr wenige Schiffe, die so tief vordringen können, und schon gar keine Taucher", sagte der Experte. "Die für die U-Boot-Rettung der Marine konzipierten Fahrzeuge können sicherlich nicht annähernd in die Tiefe der 'Titanic' vordringen. Und selbst wenn sie es könnten, bezweifle ich sehr, dass sie an der Luke des Touristentauchboots fest machen könnten."

Der Ozean-Forscher Robert Blasiak vom Stockholm Resilience Centre wies auf die schwierigen Bedingungen im Suchgebiet hin. "Der Ozean ist im Durchschnitt vier Kilometer tief, dieses U-Boot befindet sich also in großer Tiefe", sagte Blasiak der BBC. Licht dringe höchstens einen Kilometer weit in die Meeresoberfläche ein, es sei also stockfinster bei gleichzeitig erheblichem Wasserdruck. "Wir wissen, wo die 'Titanic' ist, aber wir wissen nicht, wo das Tauchboot ist. Es könnte also sein, dass es bei weitem nicht so tief ist, und darauf sollten wir alle zum jetzigen Zeitpunkt hoffen."

Britischer Unternehmer unter Touristen an Bord

Das Privatunternehmen OceanGate Expeditions hatte am Nachmittag bestätigt, dass mehrere Menschen an Bord seien. "Wir prüfen und mobilisieren alle Optionen, um die Besatzung sicher zurückzubringen", zitierte die britische BBC aus einer Mitteilung. An Bord ist auch der britische Milliardär Hamish Harding. Harding ist Vorsitzender des Unternehmens Action Aviation in Dubai und hatte am Samstag seine Reise angekündigt. Hier lesen Sie mehr zu Hamish Harding.

Auf der Internetseite von OceanGate heißt es, dass die Tauchboote eine Tiefe von 4.000 Metern erreichen. Offenbar ist in diesem Fall eine Tauchkapsel des Modells C-130 unterwegs. Diese ist 6,7 Meter lang.

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Das Unternehmen bewirbt die Fahrten mit dem Kohlefaser-Tauchboot laut BBC als Chance, "aus dem Alltag herauszutreten und etwas wirklich Außergewöhnliches zu entdecken". Zuletzt hatte das Unternehmen über die jüngsten Tauchgänge getwittert und Fotos der Crews geteilt. Die Fahrzeuge dürften eingebaute Frühwarnsysteme haben, "die es ermöglichen, den Tauchgang bei Problemen rechtzeitig abzubrechen und sicher zur Oberfläche zurückzukehren."

Mission dauert acht Tage, der Tauchgang nur acht Stunden

Die Ausflüge zum Wrack dauern in der Regel acht Tage und beinhalten Trainings, die Teilnehmende auf den Tauchgang vorbereiten sollen. Der Tauchgang selbst dauert sechs bis acht Stunden. In einem Mini-U-Boot tauchen dann ein Pilot, drei Gäste und ein "Titanic"-Experte hinab zum Schiffswrack. Die Ausflüge kosten bis zu 250.000 Dollar (etwa 229.000 Euro).

Der BBC zufolge war die Expedition am Sonntag an der Stelle des Wracks angekommen, um dann den Tauchgang zu starten.

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Das Wrack der "Titanic" liegt in 3.800 Meter Tiefe auf dem Grund des Atlantiks, etwa 600 Kilometer vor der Küste von Neufundland (Kanada). Der Passagierdampfer, das größte Schiff seiner Zeit, kollidierte 1912 auf seiner Jungfernfahrt von Southampton nach New York mit einem Eisberg. Von den 2.200 Passagieren und Besatzungsmitgliedern an Bord starben mehr als 1.500. Seit der Entdeckung des Wracks im Jahr 1985 wurde die "Titanic" ausgiebig erforscht.

Erst vor kurzem hatten Wissenschaftler mithilfe hochauflösender 3D-Bilder die bisher genaueste Darstellung des Wracks geboten.

Verwendete Quellen
  • Mit Material der Nachrichtenagentur dpa
  • bbc.com: "Titanic tourist sub goes missing sparking search" (englisch)
  • cbs.com: "Submarine on trip to explore Titanic wreck goes missing, "search and rescue operation" underway" (englisch)
  • Twitter: "OceanGate Expeditions", USCGNortheast (beide englisch)
  • nytimes.com: "Missing Submersible: Tourist Vessel Disappears in Area of Titanic Wreck" (englisch)
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