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Dresden: "Bild" stellt Chefreporter wegen Buch über Russland frei


Putin-Verherrlichung? "Bild" stellt Chefreporter frei

Von t-online, lma

01.12.2023Lesedauer: 2 Min.
Was hat Putin als Nächstes vor?Vergrößern des BildesRusslands Präsident Wladimir Putin (Archivbild): Für die russische Ausgabe des Buchs "Russland lieben lernen" hat er das Vorwort geschrieben. (Quelle: Mikhail Klimentyev, Sputnik, Kremlin Pool Photo via AP)
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Die "Bild" hat einen Chefreporter freigestellt, der an einem umstrittenen Buch mitgewirkt haben soll. Das Unternehmen prüft eine Verletzung der journalistischen Unabhängigkeit.

Paukenschlag bei der "Bild": Der Dresdener Chefreporter der Zeitung, Jürgen Helfricht, ist von seinen Aufgaben entbunden worden. Grund dafür ist, dass Helfrich an einem umstrittenen Buch mitgewirkt hat. Es wird dafür kritisiert, Russland, den Kreml und die Politik des russischen Präsidenten Wladimir Putins zu verherrlichen. Wie "Bild" auf Anfrage von t-online bestätigt, sei Helfricht daher vorerst freigestellt. Zuvor hatte das Onlinemedium "Übermedien" über den Fall berichtet.

Helfricht hatte das Buch "Russland lieben lernen" bereits im Jahr 2018 gemeinsam mit Hans-Joachim Frey veröffentlicht. Als der Sender MDR damals ein Interview mit Frey führt, wird das Buch als "Bericht eines Russlandkenners" beschrieben. Doch es steht in der Kritik: Der Kreml und Russland soll darin verharmlost werden. Russland Präsident Wladimir Putin schrieb in der russischen Ausgabe des Buches eigens das Vorwort. "Russland, Putin, dessen Politik – all das wird auf mehr als 300 Seiten prächtig und verherrlichend dargestellt. Allerbeste PR im Sinne des Kremls", heißt es in dem Bericht von "Übermedien".

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Durch Helfrichts Auftreten als Co-Autor des Buches sieht die "Bild" ihre Leitlinien zur journalistischen Unabhängigkeit verletzt. "Wir prüfen den Fall umfassend und werden zeitnah die sich daraus ableitenden arbeitsrechtlichen Konsequenzen ziehen", heißt es von der "Bild" auf Anfrage von t-online. Demnach war das Unternehmen erst durch die Recherche von "Übermedien" auf den Sachverhalt aufmerksam geworden.

"Klar ist, dass für ein solches Verhalten bei Axel Springer kein Platz ist", sagte ein Sprecher des Unternehmens zu t-online. In einer veröffentlichten Stellungnahme von "Bild" heißt es, dass sich in dem Buch an mehreren Stellen eine "verherrlichende Sichtweise auf den Kreml" findet. Ein solches Weltbild habe bei "Bild" keinen Platz.


Quotation Mark

Klar ist, dass für ein solches Verhalten bei Axel Springer kein Platz ist.


Unternehmenssprecher der Bild Gruppe 


Finanzierung des Buches möglicherweise auch aus Russland

Der freigestellte Chefreporter Helfricht verteidigte sich in einer Stellungnahme an "Übermedien". Seine Recherchen zum Buch hätten keinerlei Einfluss auf seine Rolle als Journalist oder auf die Berichterstattung für "Bild" gehabt. Dass bei der russischen Auflage des Buches, der russische Präsident Wladimir Putin das Vorwort geschrieben hat, hätte er erst später erfahren. Das sei für ihn eine "unerfreulichen Information" gewesen, zitiert ihn "Übermedien". Demnach soll er für seine Co-Autorschaft ein "Niedrig fünfstelliges Honorar" erhalten haben.

"Bild" wurde über Helftrichts Mitwirken nicht informiert, teilt die Zeitung auf Anfrage von t-online mit. Für ein solches Vorhaben wäre auch in keine Genehmigung erteilt worden, heißt es weiter.

Zuletzt sorgte auch ein Buch des Journalisten Hubert Seipel für Schlagzeilen. Seipel soll 600.000 Euro für eine Biografie über den russischen Präsidenten Wladimir Putin aus Russland erhalten haben. Die Finanzierung des Buchs "Russland lieben lernen", ist bisher noch unklar, wie "Übermedien" schreibt. Es soll allerdings von Unipro, einem russischen Energieunternehmen unterstützt worden sein – wie und in welchem Umfang ist bisher allerdings nicht bekannt. Der Verlag Husum, in dem das Buch erschienen ist, äußerte sich auf Anfrage von t-online bisher nicht.

Verwendete Quellen
  • Eigene Recherche
  • Schriftliche Kommunikation mit "Bild"
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