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Zwei Tage nach Hauseinsturz: Zahl der Todesopfer in Marseille steigt auf fünf

Zwei Tage nach Häusereinsturz  

Zahl der Todesopfer in Marseille steigt auf sechs

08.11.2018, 00:26 Uhr | dpa

Zwei Tage nach Hauseinsturz: Zahl der Todesopfer in Marseille steigt auf fünf. Ein Feuerwehrmann sucht mit einem Spürhund nach Überlebenden: In Marseille sind zwei Häuser eingestürzt. Bisher wurden fünf Tote gebogen.  (Quelle: AP/dpa/Claude Paris)

Ein Feuerwehrmann sucht mit einem Spürhund nach Überlebenden: In Marseille sind zwei Häuser eingestürzt. Bisher wurden fünf Tote gebogen. (Quelle: Claude Paris/AP/dpa)

Nach dem Einsturz mehrerer Häuser in Marseille ist ein weiterer Toter aus den Trümmern geborgen worden. Die Suche nach Vermissten dauert an. Anwohner kritisierten derweil die Stadtverwaltung, die vom schlechten Zustand der Häuser gewusst habe.

Zwei Tage nach dem Einsturz von drei baufälligen Wohnhäusern in Marseille ist die Zahl der Toten auf sechs gestiegen. Die Rettungskräfte bargen am Mittwoch zwei weitere Leichen aus den Trümmern, wie Staatsanwalt Xavier Tarabeux der Nachrichtenagentur AFP sagte. Anwohner kritisierten derweil die Stadtverwaltung, die vom schlechten Zustand der Häuser gewusst habe.

Die Bergungsarbeiten wurden durch anhaltende Regenfälle beeinträchtigt. Zudem fürchtet die Feuerwehr einen "Domino-Effekt", der weitere Häuser der Straße zum Einsturz bringen könnte. Viele der rund hundert in Sicherheit gebrachten Anwohner können deshalb vorerst nicht in ihre Wohnungen zurückkehren.

Die Behörden gehen davon aus, dass bis zu acht Menschen unter den Trümmern verschüttet wurden. Es gab kaum noch Hoffnung, Überlebende zu finden. Bei den Toten handelt es sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft um Bewohner und offenbar auch Besucher eines Hauses in dem ärmlichen Viertel nahe des Alten Hafens im Zentrum von Marseille. Dort lebten bis zu dem Einsturz am Montag neun Parteien. Die beiden angrenzenden Gebäude, die ebenfalls wie Kartenhäuser in sich zusammenfielen, galten als marode und standen deshalb leer.

Was zum Einsturz der Gebäude führte, sei zum derzeitigen Zeitpunkt noch unklar, sagte Staatsanwalt Tarabeux später auf einer Pressekonferenz. Nach seinen Angaben hatte eine Mieterin des bewohnten Hauses in der Nacht vor dem Einsturz die Feuerwehr angerufen und berichtet, dass sich ein Riss in ihrer Wand vergrößert habe. Später habe sie aber erneut angerufen und gesagt, die Feuerwehr müsse deshalb doch nicht kommen

Starke Kritik an Stadtverwaltung

"Das ist die Hölle hier", sagte ein Anwohner der Nachrichtenagentur AFP. Im Rathaus seien die Zustände in der Gegend bekannt, es werde aber nichts getan: "Die Leute sind wegen nichts und wieder nichts gestorben." Die Stadtverwaltung trage "zu hundert Prozent Schuld" an dem Häusereinsturz. Eine andere Anwohnerin klagte, die Häuser in der Straße seien "voller Kakerlaken", auf den Dächern liege Müll herum, die Wasserleitungen seien undicht.

In Marseille hausen nach einem Gutachten von 2015 rund 100.000 Menschen in Unterkünften, die ihre Gesundheit oder sogar ihre Sicherheit gefährden. Deshalb wurde nach dem Einsturz massive Kritik an Bürgermeister Jean-Claude Gaudin laut.

Die Stadtverwaltung sieht das Unglück dagegen in einem möglichen Zusammenhang mit heftigen Regenfällen in den vergangenen Tagen. Seit 2011 gibt es im Zentrum von Marseille umfangreiche Sanierungsarbeiten, die aber immer wieder ins Stocken gerieten.


Im nordostfranzösischen Charleville-Mézières stürzte unterdessen ebenfalls ein Mietshaus mit drei Wohnungen zusammen. Wie die Lokalzeitung "L'Union" berichtete, gab es zunächst keine Berichte über Opfer. Die Feuerwehr konnte demnach eine Frau retten. Aus den benachbarten Gebäuden seien zudem 50 Menschen vorsorglich in Sicherheit gebracht worden.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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