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Zeichen der Solidarität am Samstag: Weshalb Juden eine Kippa tragen

Solidaritätsaktion am Samstag  

Weshalb Juden eine Kippa tragen

Von Nathalie Helene Rippich

01.06.2019, 13:46 Uhr
Zeichen der Solidarität am Samstag: Weshalb Juden eine Kippa tragen. Ein jüdischer Mann trägt eine bunte Kippa: Die Kopfbedeckung ist viel mehr als ein Kleidungsstück.  (Quelle: imago images)

Ein jüdischer Mann trägt eine bunte Kippa: Die Kopfbedeckung ist viel mehr als ein Kleidungsstück. (Quelle: imago images)

Alle sollen an diesem Samstag Kippa tragen – aus Solidarität. Denn nicht überall ist es für Juden sicher, sich damit zu zeigen. Dabei handelt es sich um weit mehr als ein Kleidungsstück. 

Auch Nicht-Juden sind heute aufgerufen, eine Kippa zu tragen. Mit der Aktion will der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, ein Zeichen der Solidarität und der uneingeschränkten Religionsfreiheit setzen. Denn: Die Angriffe auf Juden nehmen zu. Klein selbst hatte Juden zuvor geraten, sich nicht überall in Deutschland mit der Kippa zu zeigen.

Was ist eine Kippa?

Eine Kippa ist eine kleine kreisrunde Kopfbedeckung, die aus verschiedenen Materialien und in unterschiedlichen Designs gefertigt sein kann. Das Wort Kippa ist hebräisch und bedeutet schlicht Kopfbedeckung. Im Jiddischen wird sie auch als Jamulke bezeichnet, der Begriff ist aber weit weniger geläufig.

Wer trägt die Kippa?

Jüdische Männer und Jungen nach ihrer Bar Mizwa, dem Eintritt in die religiöse Mündigkeit im Alter von dreizehn Jahren, tragen traditionell die jüdische Kopfbedeckung. Aber auch Frauen tragen Kippa. Nicht in allen Gemeinden ist das gern gesehen. Dabei war es früher üblich, dass nicht die Männer, sondern die jüdischen Frauen ihre Köpfe – meist mit Schleiern – bedecken. Im Talmud steht, dass Frauen immer, Männer manchmal und Kinder nie Kopfbedeckung tragen. Früher trugen Männer Kippas zu besonderen Anlässen. Vor circa 300 Jahren hat sich die Kippa durchgesetzt.

Warum tragen Juden Kippa?

"Die Kippa, das Bedecken unseres Kopfes, erinnert uns daran, dass etwas über uns ist – nämlich Gott", erklärt Siegmount Königsberg, Antisemitismusbeauftragter der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, t-online.de. Es gehe dabei auch um Demut. Nicht jeder trägt immer und überall Kippa, gebietet es allerdings der Anlass und ist keine traditionelle Kopfbedeckung zur Hand, tut es auch ein Hut oder gar ein Tuch. Hauptsache, das Haupt ist bedeckt.

"Aber vor allem ist das Tragen der Kippa Teil unserer Identität", ergänzt Königsberg. Die Kippa ist ein Symbol – für viele nicht nur ein religiöses, sondern auch ein politisches. So schrieb Rabbinerin Gesa Ederberg in der "Jüdischen Allgemeinen": "Sie ist Zeichen von Identität, Solidarität, Religiosität, Emanzipierung, politischer Haltung – beeindruckend, was ein kleines Stück Stoff alles kann!"

Was für Kippot gibt es und wo gibt es sie?

Kippot, die Mehrzahl von Kippa, gibt es in verschiedenen Materialien, etwa Leder oder Satin, und in unterschiedlichen Farben. So tragen ultraorthodoxe Juden schwarze, schlichte Kippot, über die sie oft einen Hut ziehen. Eine gehäkelte Kippa gibt Hinweis auf einen nationalreligiösen Zionisten als Träger. Bei der Bar Mizwa tragen Jungen oft edle glänzende Kippot. Nicht jede Kippa deutet automatisch auf die Zugehörigkeit zu einer Gruppe hin. So gibt es Tausende Designs, etwa mit Smileys, Friedenszeichen, Batikmuster und vielem mehr.



Kaufen kann man Kippot im Internet oder in Läden für Judaika. Teilweise bekommt man sie in Synagogen oder Vereinen sogar geschenkt.

Verwendete Quellen:

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