• Home
  • Panorama
  • J├Ârg Kachelmann ├╝ber das Wetter: Extremsommer in Sicht?


Meinung
Was ist eine Meinung?

Die subjektive Sicht des Autors auf das Thema. Niemand muss diese Meinung ├╝bernehmen, aber sie kann zum Nachdenken anregen.

Das Klick-Gesch├Ąft mit dem Wetter

Eine Kolumne von J├Ârg Kachelmann

Aktualisiert am 07.06.2019Lesedauer: 3 Min.
Eine Unwetterfront zieht ├╝ber die s├╝dliche Region Hannovers hinweg: Bisher gibt es keine Anhaltspunkte f├╝r einen Extremsommer 2019, meint J├Ârg Kachelmann.
Eine Unwetterfront zieht ├╝ber die s├╝dliche Region Hannovers hinweg: Bisher gibt es keine Anhaltspunkte f├╝r einen Extremsommer 2019, meint J├Ârg Kachelmann. (Quelle: dpa-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild f├╝r einen TextGro├če ├ťberraschung in WimbledonSymbolbild f├╝r einen TextSchiff zerbricht: 27 Seeleute vermisstSymbolbild f├╝r einen TextRegierung r├Ąt zu NotstromaggregatenSymbolbild f├╝r einen TextPolit-Prominenz bei Adels-TrauerfeierSymbolbild f├╝r einen TextHandball-WM: Das sind die DHB-GegnerSymbolbild f├╝r einen TextZehn Millionen Euro beim Lotto am SamstagSymbolbild f├╝r einen TextMassenschl├Ągerei auf "Karls Erdbeerhof"Symbolbild f├╝r einen TextReiten: Olympiasiegerin disqualifiziertSymbolbild f├╝r einen TextKilometerlange Schlange an FlughafenSymbolbild f├╝r einen TextSchauspieler Joe Turkel ist totSymbolbild f├╝r einen TextFu├čg├Ąnger von Auto ├╝berrollt ÔÇô totSymbolbild f├╝r einen Watson TeaserZigaretten knapp: Diese Marken betroffenSymbolbild f├╝r einen TextErdbeersaison auf dem Hof - jetzt spielen

Das Erfolgsmodell von 2018, wie man m├Âglichst viele Klicks mit m├Âglichst wenig Wetter erzeugt, wird (leider) auch 2019 wieder fortgesetzt ÔÇô andere wichtige Themen bleiben dagegen au├čen vor.

Dabei war 2019 bisher eine vergleichsweise durchschnittliche Angelegenheit. Nach langer Zeit kam mit dem Mai ein zu kalter Monat im durch den Klimawandel bedingten Meer der ├╝berdurchschnittlich warmen Monate um ihn herum. Mehr, viel mehr Regen als vergangenes Jahr, mit Ausnahme des Mittleren Ostens, mit weiten Teilen von Sachsen-Anhalt, Th├╝ringen, Sachsen, Brandenburg, Berlin und dem s├╝dlichen Mecklenburg-Vorpommern, wo weiterhin Regen fehlt und das Defizit des letzten Jahres sowieso nie ausgeglichen wurde, auch wenn das f├╝r das Gl├╝ck der Landwirtschaft nicht unbedingt sofort notwendig ist.

Betrachtet man das Medienecho dieses bisher doch recht normalen Wetters in diesem Jahr, w├Ąhnt man sich im bevorstehenden Weltuntergang. Manche Medien zeigen routiniert den jahreszeitlich bedingt trockenen Eder-Stausee und verkaufen ihn als "ausgetrocknetes Flussbett", und auch sonst wird das ganz gro├če Katastrophengem├Ąlde gegeben, weil es eben so gut klickt.

Ein paar Fakten aus dem Stand der Wissenschaft:

  • Es gibt einen menschengemachten Klimawandel.
  • Einzelne Wetterereignisse k├Ânnen nicht auf den Klimawandel zur├╝ckgef├╝hrt werden. Es gibt keinen Beweis in irgendeiner Form, dass eine regionale D├╝rre wie zur Zeit im Nordosten Deutschlands, auf den Klimawandel zur├╝ckzuf├╝hren ist. Das ist, als ob man beim Aufkommen von Handys richtig vorhergesagt h├Ątte, dass es mehr Unf├Ąlle wegen Handyguckern g├Ąbe und nun JEDEN Autounfall auf Handygucken zur├╝ckf├╝hren w├╝rde.
  • Hitze erzeugt keine Waldbr├Ąnde und ist v├Âllig irrelevant. Waldbr├Ąnde entstehen bei uns dadurch, dass es l├Ąnger trocken ist und dann irgendwelche Deppen ÔÇô absichtlich oder nicht ÔÇô etwas Brennendes in die Gegend werfen oder ein sehr hei├čes Auto ├╝ber trockenem hohen Gras applizieren und dann wegfahren. Die Temperatur am Tag des Ausbruchs von Waldbr├Ąnden spielt keine Rolle.
  • Glasscherben erzeugen keine Waldbr├Ąnde. Ein lustiger, unausrottbarer Aberglaube.
  • Es ist richtig, dass sich schneller erw├Ąrmende Polargebiete den Jetstream schw├Ąchen und dadurch Westwind-Wetterlagen unwahrscheinlicher machen. Es ist falsch, diese Modellvorhersage heute schon f├╝r jede Wetterlage anzuwenden. Sie k├Ânnen selber sehen, wie das Wetter an Tagen wie diesen in der Vergangenheit war.
  • Es ist v├Âlliger Bl├Âdsinn, dass es Anzeichen f├╝r einen "Extremsommer" mit 43 Grad g├Ąbe. Derselbe Wetterdienst, der das behauptet, sieht in seiner Langfristvorhersage f├╝r den Juli in Berlin einen extrem k├╝hlen Monat und keinen einzigen Tag mit 30 Grad und mehr. Das ist zwar fast sicher auch v├Âlliger Bl├Âdsinn, zeigt aber die Unseriosit├Ąt des ganzen Ladens ÔÇô was weite Teile der deutschen Medienlandschaft nicht gehindert hat, den Schwachsinn mit dem angeblichen Extremsommer in die Welt zu posaunen ÔÇô dumm klickt gut, leider.

(Vorhersage f├╝r Berlin von AccuWeather)
(Vorhersage f├╝r Berlin von AccuWeather)
ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
"Liebe Regierung, Herr Melnyk ist untragbar"
Ranga Yogeshwar: Der Wissenschaftsjournalist hat einen Appell mit der ├ťberschrift "Waffenstillstand jetzt!" unterschrieben.


Es gibt also keine wissenschaftlichen Belege f├╝r folgende Behauptungen, dass

  • die aktuellen Waldbr├Ąnde durch den Klimawandel verursacht w├╝rden.
  • die aktuelle Wetterlage durch den Klimawandel verursacht w├╝rde.
  • in diesem Jahr ein extremer Sommer (wodurch auch immer verursacht) zu erwarten sei.

Langfristige Vorhersagen sind immer noch eine schwierige Angelegenheit. Die gr├Â├čten Erfolge hat das Europ├Ąische Zentrum f├╝r mittelfristige Wettervorhersagen (ECMWF), den wissenschaftlichen Hintergrund der Produkte k├Ânnen Sie hier nachlesen.

F├╝r den Juli und August sieht das ECMWF nur klimawandeltypische, geringe ├╝berdurchschnittliche Werte im Monatsmittel, was nat├╝rlich einzelne gro├če Ausschl├Ąge innerhalb des Monats nicht ausschlie├čt.

Juli:

(Quelle: Kachelmannwetter)
(Quelle: Kachelmannwetter)

August:

(Quelle: Kachelmannwetter)
(Quelle: Kachelmannwetter)

Bei den Regenmengen sieht das ECMWF geringe Defizite in unterschiedlichen Regionen ÔÇô typisch f├╝r gewittergepr├Ągte Wetterlagen. Exemplarisch die Vorhersage f├╝r die Regenmengenabweichung im Juli:

(Quelle: Kachelmannwetter)
(Quelle: Kachelmannwetter)

Fazit

Es ist im Moment nicht der gro├če, erl├Âsende Dauerregen in Sicht (der allerdings auch wieder Hochwasser erzeugen w├╝rde), der alle D├╝rreprobleme l├Âst. Dennoch ist die Wetterlage des Sommer 2019 mit der von 2018 bisher in keiner Form vergleichbar. Nat├╝rlich ist noch alles m├Âglich, aber es gibt im Moment ├╝berhaupt keine Anhaltspunkte f├╝r einen Extremsommer wie im letzten Jahr.

Und noch eins: Tornados gab es bei uns schon immer, einen der schlimmsten 1968 in Pforzheim.

So einen heute nach einem hei├čen Samstag durch eine deutsche Gro├čstadt, und wir h├Ątten Hunderte Tote, weil die meisten Leute ihn bis zum Schluss filmen w├╝rden, statt in allen verf├╝gbaren Kellerr├Ąumen zu verschwinden. Die grassierende Wetterhysterie bespricht leider ausgerechnet nie die Dinge, die man besprechen m├╝sste.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Neueste Artikel
  • Sophie Loelke
  • Arno W├Âlk
  • Nicolas Lindken
Von S. Loelke, A. W├Âlk, N. Lindken
DeutschlandJ├Ârg KachelmannKlimawandel
Justiz & Kriminalit├Ąt




t-online - Nachrichten f├╝r Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Str├Âer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverl├Ąngerung FestnetzVertragsverl├Ąngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website